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Arbeitskreis Sport und Geschichte

Förderung der Archivarbeit im Sportbereich

Zahlreiche Sportvereine und auch Sportverbände sowie Sportkreise verfügen über ein eigenes Archiv. Eine Umfrage des Arbeitkreises „Sport und Geschichte“ im Jahr 2008 führte zu dem Ergebnis, dass von 1.840 antwortenden Vereinen immerhin etwa 700 die Frage nach einem Archiv mit „ja beantworteten. Von diesen Sportvereinen wünschten sich 580 Angebote zur Archivarfortbildung.

Die Erfahrungen mit der Archivarbeit im Sportbereich und der überregionale Erfahrungsaustausch legen darüber hinaus nahe, wenn immer möglich mit öffentlichen Archiven zu kooperieren, weil nur dort hauptamtliche Archivare arbeiten, die auf Grund ihrer Ausbildung über das erforderliche Fachwissen verfügen.

Deshalb ist schon 2007 mit dem Hessischen Verband der Archivare Kontakt aufgenommen und bei weiteren Gesprächen eine enge Zusammenarbeit vereinbart worden. Für einige Städte und Landkreise wurden in  der Zwischenzeit regionale Kooperationspartner im Archivbereich vorgeschlagen. Diese Liste wird weiter vervollständigt.

Auf der anderen Seite wurden die Vorsitzenden der Sportkreise von der Geschäftsführung des Landessportbundes Hessen aufgefordert, Beauftragte für Archivfragen zu benennen. Deren Aufgabe sollte es sein, auf Sportkreisebene die Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Archiven im Sportbereich und öffentlichen Archiven auszuloten.

Idealtypisch wäre dabei an eine regionale Zuordnung der Archive im Sportbereich zu den vorhandenen Archiven zu denken. Ein Verzeichnis aller Archive in Hessen enthält die Datenbank HADIS. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass lokale Archive häufig nicht mit hauptamtlichen Archivaren besetzt sind oder auch aus zeitlichen Gründen nicht zu einer Kooperation in der Lage sein werden.

Aufgabe lokaler Archive sollte in erster Linie die Beratung von Sportvereinen bei deren Archivarbeit sein. Dies schließt Hinweise zur Archivwürdigkeit, zur Bestandserhaltung sowie zur Bestandserschließung ein. Öffentliche Archive können die Archive im Sportbereich aber auch ganz konkret unterstützen, indem sie diese bei der Beschaffung von Materialien für die Archivarbeit beteiligen oder partiell Archivarbeiten übernehmen.

Sofern Sportvereine nicht über die notwendigen Ressourcen oder Räumlichkeiten verfügen, wäre darüber hinaus an die Möglichkeit einer regelmäßigen (jährlichen) Ablieferung der auf Dauer aufzubewahrenden Dokumente an das „zuständige“ lokale Archiv zu denken. Diese Ablieferung sollte sich dann an Mindestkatalogen für das Archivgut orientieren, um die Zahl der Einzelfallentscheidungen über die Archivwürdigkeit zu reduzieren.

Schließlich könnte die Kooperation mit lokalen Archiven auch dann nützlich sein, wenn von einem Sportverein zumindest Teilbestände zu bestimmten Einzelthemen (zum Beispiel „Mitwirkung beim Hessentag“) abgegeben werden sollen. Lokale Archive sind darüber hinaus ein gutes „Auffangbecken“, wenn sich einzelne „Sportfunktionäre“ oder deren Erben von den im Lauf einer Amtszeit angesammelten Unterlagen trennen wollen.

 

 

Archive sind für Vereine wichtig

Wie wichtig der Aufbau und die Pflege von Vereinsarchiven ist, betonte Rolf Lutz, der auch Leiter der Archive beim Landessportbund Hessen und beim Hessischen Fußballverband war:

In jedem Verein sollte einer dafür Verantwortung übernehmen, Ereignisse und Entscheidungen aus der Gegenwart aufzubewahren und Bedeutsames aus der Geschichte zusammenzutragen.
Rolf Lutz weiß, wovon er spricht, denn der Aufbau der Archive beim Hessischen Fußballverband und beim Landessportbund war mühsam genug. Über Jahrzehnte hatte man bei diesen Verbänden auf die konkrete Sammlung von archivwürdigem Material verzichtet. Erst bei anstehenden Jubiläen habe man erkennen müssen, dass man auf kein geeignetes Material zurückgreifen konnte. Fehlende Archivunterlagen seien leider auch bei den meisten Vereinen zu beklagen. Wichtig sei das kontinuierliche Sammeln, die akribisch genaue Aufbauarbeit. Dies sei ohne große Vorbildung möglich. Entscheidend sei allein der politische Wille und das persönliche Engagement.