Landessportbund
Foto: Richter

Frühere Fachtagungsveranstaltungen

Tagung des Verbandes der Sporthistoriker        am 07. und 8. Juni 2007





Am 7. und 8. Juni 2007 fand die Jahrestagung der Sektion Sportgeschichte der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS) in Frankfurt am Main in der Sportschule des Landessportbundes Hessen statt.

Dieses geschah in Kooperation mit dem Arbeitskreis “Sport und Geschichte“ integriert im Landessportbund Hessen und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Sportmuseen, Sportarchive und Sportsammlungen e.V. (DAGS).

Als Gastredner fungierte Hessens Staatsminister Volker Bouffier, der über das Thema “Sport ist Abbild der Gesellschaft“ referierte.

Tagung des Verbandes der Sporthistoriker in Frankfurt - Innenminster Bouffier




Die Tagungsteilnehmer zeigen großes Interesse beim Vortrag von Frau Helms - NISH - zum Thema "Probleme und Chancen regionaler Sportgeschichtsforschung - Der niedersächsische Weg".
Die Teilnehmer beraten in der Gruppenarbeit zukünftige Themen wie - "Kooperation von Kommunalarchiven und Sportvereinen" sowie " Verbundlösungen für Sportkreise und Sportverbände". Fotos: Heiner Richter

Tagung des AK "Sport und Geschichte" des LSB Hessen am 31. Sept. und 1. Okt. 2008

Strategien zur Archivarbeit im Sportbereich

Eine Tagung des AK „Sport und Geschichte“ des Landessportbunds  Hessen (lsb h) befasste sich am 30. Sept. und 1. Okt. 2008 in der Landessportschule Frankfurt mit dem Thema „Strategien zur Archivierung im Sportbereich“.

Zu Beginn der Tagung plädierte Dr. Clemens Rehm (Stuttgart) in einem „Grundsatzreferat“ nachdrücklich für die Anbahnung von Verbundlösungen zur Archivierung im Sport. Herr Rehm sprach sich in diesem Zusammenhang für eine enge Kooperation der Institutionen des Sports mit öffentlichen Archiven und für die Einrichtung von Koordinationsstellen zur Vorbereitung und Sicherung der Kooperation aus.

Birgit Metzing (Koblenz) referierte über die „Aufgaben sowie Probleme kleiner und mittlerer Archive“, zu denen in der Regel auch die Archive von Sportvereinen und Sportverbänden gehören. Frau Metzing ging dabei unter anderem auf Bewertung und Beständeaufbau, auf Erschließung und Magazinorganisation sowie auf Bestandserhaltung und Schadensprävention ein.



Frau Marianne Helms (Hoya) beschrieb den niedersächsischen Weg der Überlieferungssicherung unter dem Aspekt der „Probleme und Chancen regionaler Sportgeschichtsforschung“. Frau Helms hob insbesondere die Leistungen des niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte (NISH) hervor, das sich unter anderem um eine landesweite Bestandsaufnahme sporthistorischer Quellen bemüht hat.

Frau Claudia Schüßler (Frankfurt) berichtete ebenfalls über die Praxis der Archivarbeit, da sie sich zur „Bewahrung von Unterlagen aus dem Sportbereich im Institut für Stadtgeschichte der Stadt Frankfurt“ äußerte. Frau Schüßler erläuterte das Verfahren der Übernahme von Unterlagen einzelner Sportvereine, das bisher am Beispiel von drei Frankfurter Sportvereinen erprobt wurde.

Ein interessantes Modell beschrieb Herr David Kraus (Saarbrücken), der deutlich machte, dass das Saarländische Sportarchiv an das Landesarchiv Saarbrücken angebunden ist. Kernbestand des Archivs sind die Unterlagen des Landessportverbandes für das Saarland. Daneben wird Schriftgut bisher kooperierender Fachverbände aufbewahrt. Darüber hinaus wurden zunächst nur die Akten von zwei Vereinen archiviert.

Erkennbare Entwicklungstendenzen waren Gegenstand des Referats von Dr. Peter Müller (Ludwigsburg), der sich mit „Erschließungspraxis und Benutzererwartungen im Internetzeitalter“ beschäftigte und damit die Tagung beendete. Ausgangspunkt der Überlegungen war die Tatsache, dass mit dem Internet ein völlig neues Kommunikationsmedium zur Verfügung steht, dessen Chancen und Gefahren noch nicht in ihrer ganzen Tragweite übersehen werden können.

Peter Schermer

 

Alle Tagungsteilnehmer sind sich einig, dass eine kontinuierliche Fortsetzung dieser übergreifenden Tagungen angestrebt werden sollte. Foto: Heiner Richter

Tagung des AK "Sport und Geschichte" des LSB Hessen am 29. April 2010

2. Überregionaler Erfahrungsaustausch zur Archivarbeit im Sportbereich

An einer Tagung zum Erfahrungsaustausch über Archivarbeit im Sportbereich nahmen in der Sportschule des Landessportbunds Hessen am 29. April 2010 insgesamt 25 Fachleute aus ganz Deutschland teil. Vizepräsident Professor Dr. Heinz Zielinski eröffnete die Veranstaltung und ermunterte die Teilnehmer, sich weiterhin intensiv für den Ausbau der Archivarbeit zu engagieren. Zielinski warb andererseits um Verständnis, dass dieses Thema im Rahmen des organisierten Sports  bisher nicht immer die ihm gebührende Aufmerksamkeit gefunden hätte, auch weil es häufig von aktuellen Fragen überlagert würde.

In seinem einführenden Referat zur Archivierung von Verbands- und Vereinsschriftgut erläuterte Dipl.-Archivar David Kraus (Saarbrücken)  Grundlagen der Archivarbeit und stellte die für das Saarland gefundene Lösung vor. Dr. Jörg Lölke (Bad Blankenburg) beschrieb die einzelnen Wegetappen und Schwierigkeiten bei der Einrichtung eines Archivs für den Landessportbund Thüringen. Hans-Günter Fascies (Westfälisch-Lippisches Institut für Turn- und Sportgeschichte) berichtete danach eindrucksvoll über die Ergebnisse der Arbeit im Archiv dieses Instituts.

Bei seinem Versuch einer Beschreibung der Archivlandschaft im Sportbereich ging Peter Schermer (lsb h - Arbeitskreis „Sport und Geschichte“) auch auf die vorbildliche Arbeit des Instituts für Sportgeschichte in Maulbronn und auf den in Hessen erreichten Sachstand ein. Diskussionsbeiträge von Beatrix Dietzsch (Landessportbund des Landes Nordrhein-Westfalen) sowie von Professor Dr. Dr. Wedemeyer-Kolwe (Universität Göttingen) machten deutlich, dass in diesen Ländern ebenfalls - allerdings unterschiedliche Lösungen - für die Archivierung von Unterlagen des jeweiligen Landessportbunds gefunden wurden.

Gleichwohl kam Schermer zu dem Ergebnis, dass bei vielen Landessportbünden sowie bei den meisten Fachverbänden auf Bundesebene zur Zeit nicht klar erkennbar sei, ob und in welchem Umfang Unterlagen aus dem Verwaltungsvollzug archiviert würden. Dazu kommen noch die zahlreichen Teilorganisationen auf regionaler Ebene, die zum Beispiel als Sportkreise oder als Stadt- und Kreissportbünde bezeichnet werden. Schermer wies deshalb darauf hin, dass zumindest die Gefahr der Vernichtung wertvoller Unterlagen besteht, weil es sich häufig um Unikate handelt.

In der abschließenden Diskussionsrunde informierte Walter Mirwald (DOSB) über das als „Gedächtnis des Sports“ bezeichnete Projekt des Deutschen Olympischen Sportbunds. In diesem Zusammenhang rief Mirwald dazu auf, eine „Landkarte der Archive im Sportbereich“ zu erarbeiten, mit der auch die bereits bestehenden Netzwerke veranschaulicht werden könnten.

Die Tagungsteilnehmer waren sich einig, dass eine Fortsetzung des Erfahrungsaustausches im Jahres-Rhythmus angestrebt werden sollte, um die Netzwerkbeziehungen auszubauen und zu intensivieren. Außerdem müsse versucht werden, die Landessportbünde und zumindest auch die Fachverbände auf Bundesebene für einen Ausbau der Archivarbeit zu sensibilisieren. Der AK „Sport und Geschichte“ des Landessportbunds Hessen erklärte sich bereit, die weiteren Arbeitsschritte zu koordinieren.

Peter Schermer

Ein Gruppenfoto zum Abschluss: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung vor dem Eingang der lsb h-Sportschule in Frankfurt. Foto: Werner Hinz
Der Vizepräsident des lsb h, Prof. Dr. Heinz Zielinski, unterstrich in seinem Grußwort die enge Verbindung von Archivarbeit und Sportgeschichte. Foto: Heiner Richter

Tagung des AK "Sport und Geschichte" beim LSB Hessen am 28. April 2011

Das Archiv - die beste und sicherste Methode gegen das Vergessen

Nach der erfolgreichen Tagung im Vorjahr hatte der Landessportbund Hessen (lsb h) für 2011 zu einer Fortsetzung des überregionalen Erfahrungsaustausches zur Archivarbeit im Sport nach Frankfurt eingeladen. Das Grußwort von lsb h - Präsidiumsmitglied Professor Dr. Zielinski, in dem er die enge Verbindung von Archivarbeit und Sportgeschichte betonte, wurde mit den anschließenden Berichten über „best-practise-Beispiele“ nachdrücklich bestätigt.

Ein weiteres Grußwort von Frau Dr. Brigitte Streich, Vorsitzende des  Landesverbandes Hessen im Verband der deutschen Archivarinnen und Archivare (VdA), machte deutlich, dass ehrenamtliche Archivarbeit nur in enger Kooperation der Mitarbeiter in den Sportvereinen mit ausgebildeten Archivaren und öffentlichen Archiven gelingen kann. Frau Dr. Streich beschrieb die einzelnen Etappen der Zusammenarbeit und erläuterte in diesem Kontext das „Hessische Modell“ für die Archivarbeit im Sportbereich.

Die Teilnehmer an der Tagung wussten aber auch zu würdigen, dass mit Professor Walther Tröger der langjährige Präsident und jetzige Ehrenpräsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) Deutschlands zumindest zeitweise an der Veranstaltung teilnahm und sich anerkennend über die bisher geleistete Arbeit äußerte. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus dem folgenden Tagungsbericht, für den mit Walter Mirwald ein ehemaliger Mitarbeiter des DOSB verantwortlich zeichnet.

Es sind noch dicke Bretter zu bohren, es ist noch viel Arbeit zu leisten, aber es bewegt sich doch einiges im Bereich des Sports auf dem Gebiet der Archivarbeit. Dies ist eine Erkenntnis der Tagung „Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern zur Archivarbeit im Sportbereich“, zu der der Landessportbund Hessen nach Frankfurt eingeladen hatte.

Mit 48 Teilnehmern hat sich die Resonanz im Vergleich der ein Jahr zuvor stattgefundenen ersten überregionalen Tagung der Hessen zu diesem Thema nahezu verdoppelt. Das macht Peter Schermer, dem rührigen Vorsitzenden des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ im Landessportbund Hessen, Mut für die Zukunft.

Schermer hat mit seinem Team den „Hessischen Weg“ zur Forcierung der Archivarbeit im Sport kreiert. Dieses Modell sieht unter anderem eine Kooperation mit öffentlichen Archiven und professionellen Archivaren vor, die Regionalisierung der Archivarbeit über die Sportkreise, Fortbildung der Archivare und die Erarbeitung von „Mindestkatalogen“.

Ziele der Archivarbeit

Diese Anforderungskriterien sollen die Vereine anregen, beispielsweise Satzungen, Ehrenordnungen, Protokolle der Vorstandssitzungen und der Mitgliederversammlungen, Haushaltspläne und bedeutenden Schriftverkehr für die Zukunft zu sichern. Zudem geht an die Vereine die Empfehlung, Personalunterlagen, Mitgliederlisten, Festschriften, Vereinszeitungen, Presseberichte mit besonderer Bedeutung sowie Bild-, Film- und Tonmaterialien zu archivieren.

In seinem Ausblick nennt Peter Schermer folgende Ziele: die Intensivierung der Archivarbeit in Landessportbünden und Sportverbänden, die Unterstützung der Archivarbeit in den Sportvereinen, die Sensibilisierung von Entscheidungsträgern, den Ausbau der Netzwerkbeziehungen und die Fortsetzung der Tagungen zum Erfahrungsaustausch.

Dass sich dieser Austausch lohnt, zeigen die Inhalte der jüngsten Tagung in Frankfurt. Holger Liebsch stellte das deutsche Tanzsportarchiv vor und machte deutlich, was alles auf die Beine gestellt werden kann, wenn engagiert zugepackt wird. Dr. Ernst-Otto Bräunche berichtete über tief greifende Arbeit des Sportarchivs Karlsruhe, das mit den Vereinen eng kooperiert.

Dies passiert auch in Frankfurt. Claudia Schüßler vom Institut für Stadtgeschichte informierte vom engen Schulterschluss mit den Vereinen und bot ihre Unterstützung in konkreten Fragen der Archivarbeit an. Am Beispiel des Eintracht-Museums machte Matthias Thoma deutlich, dass die Proficlubs im Fußball ebenfalls vorbildliche Arbeit mit Archivierung und Darstellung leisten.

Dass diesbezüglich ein Ruck durch die Sportlandschaft geht, zeigt auch die Initiative des Sportdachverbandes Deutscher Olympischer Sportbund, der auf Beschluss des Präsidiums im Jahr 2009 das „Gedächtnis des deutschen Sports“ auf den Weg gebracht hat. Ulrich Schulze Forsthövel berichtete von der Errichtung eines Verbandsarchivs zur besseren Nutzbarmachung des Schriftgutes und dem Entstehen einer Schriftgutverwaltung. Mittlerweile arbeitet neben Schulze Forsthövel eine weitere Mitarbeiterin an diesem Projekt mit, das von einem ehrenamtlichen Beirat begleitet wird.

Einen Motivationsschub für die Sportorganisationen hat die Deutsche Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e.V. – kurz DAGS genannt – gegeben, die im Mai 2003 in Köln gegründet wurde und mit hochkarätig besetzten Symposien das wichtige Thema salonfähig gemacht hat.

Der Vorsitzende Dr. Karl Lennartz bedauerte in Frankfurt erneut, dass es nur noch eine handvoll Professoren an den deutschen Hochschulen gibt, die Sportgeschichte unterrichten. Vor zwei Jahrzehnten seien das noch über einhundert gewesen. Lennartz verbittert: „Die meisten Sportstudenten hören während ihres Studiums nichts mehr von der Entwicklung des Faches.“

Umso wichtiger ist es deshalb – so der Tenor bei der lsb h -Tagung in Frankfurt - ,dass das zarte Pflänzchen, das in der Sportlandschaft auf dem Gebiet der Archivarbeit wächst, weiter gehegt und gepflegt wird, denn ein Archiv ist die beste und sicherste Methode gegen das Vergessen.

Walter Mirwald

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