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- In den Jahren 2008, 2009,2010 und 2011 fanden zehn Fortbildungsveranstaltungen statt
- Frankfurt (30.08.2008) - in der Sportschule Frankfurt des lsb h
- Wetzlar (27.09.2008) - in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar
- Pfungstadt (11.10.2008) - im Jugendheim des TSV Pfungstadt
- Edersee (01.11.2008) - im Sport-, Natur- und Erlebniscamp Edersee
- Frankfurt (10.10.2009) - in der Sportschule Frankfurt des lsb h
- Sensenstein (28.11.2009) - in der Sportbildungsstätte Sensenstein
- Frankfurt (11.09.2010) - in der Sportschule Frankfurt des lsb h
- Wetzlar (25.09.2010) - in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar
- Frankfurt (17.09.2011) - in der Sportschule Frankfurt des lsb h
- Wetzlar (08.10.2011) - in der Sport - und Bildungsstätte Wetzlar
Archivarbeit ist unerlässlich, siehe Beispiele der Veranstaltungen Wetzlar und Edersee im Jahre 2008, Frankfurt und Sensenstein im Jahre 2009, Frankfurt und Wetzlar im Jahre 2010 sowie Frankfurt und Wetzlar im Jahre 2011:
 - Alle Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung in der Sport- und Bildungstätte Wetzlar - Foto: L. Gotthardt
 - Freuten sich in Wetzlar gemeinsam über interessante "Archivschätze": Dr. Irene Jung, Leiterin des Stadtarchivs Wetzlar und der Vorsitzende des Arbeitskreises "Sport und Geschichte", Rolf Lutz - Foto: L. Gotthardt
 - Tipps zur Pflege und zum Aufbau eines Vereinsarchivs erhielten 35 Teinehmer bei einer Fortbildungsveranstaltung in Wetzlar - Foto: L. Gotthardt
Archivarbeit ist unerlässlich - Kontinuierliche Pflege der Sportgeschichte zahlt sich aus
Ein Vereinsarchiv hat die Aufgabe, ehrenamtliche Arbeit eines Vereins sichtbar zu machen und die Geschichte des Vereins auch der Nachwelt zu erhalten. Von der Bedeutung eines solchen Vereinsarchivs konnten die 35 Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung in der Bildungsstätte der Sportjugend in Wetzlar aus berufenem Munde erfahren. Aber was soll, was muss alles gesammelt und aufbewahrt werden? Und wie legt man überhaupt ein Vereinsarchiv an? Rolf Lutz, Vorsitzender des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen, seine Mitstreiter Peter Schermer und Heiner Richter sowie als Gastreferentin die Leiterin des Archivs der Stadt Wetzlar, Frau Dr. Irene Jung, gaben den Teilnehmern der Fortbildungsveranstaltung umfangreiche Beispiele und wertvolle Tipps an die Hand, welche Materialien für ein Vereinsarchiv systematisch gesammelt werden sollten. Genauso wertvoll waren aber auch die Hinweise aus berufenem Munde, was alles beachtet werden muss, damit diese Dinge möglichst schadensfrei archiviert werden und somit auch langfristig der „Nachwelt“ erhalten bleiben. Als ein wichtiger Leitsatz gilt auch hier: Ein Vereinsarchiv ohne Papier gibt es genauso wenig wie das papierlose Büro.
Mit Nachdruck setzte sich Rolf Lutz, der auch Leiter der Archive beim Landessportbund Hessen und beim Hessischen Fußballverband, ist, schon seit Jahren dafür ein, dass sich die Vereine verstärkt bemühen, eigene Vereinsarchive aufzubauen.
In jedem Verein sollte einer dafür Verantwortung übernehmen, wichtige Begebenheiten, Entwicklungen und Ereignisse des Vereins aus der Gegenwart aufzubewahren und Gewichtiges aus der Vereinsgeschichte zusammenzutragen. Denn gerade in der heutigen Zeit leisten die Vereine einmal mehr einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag der nicht in Vergessenheit geraten dürfe. „Wir müssen darauf achten, dass das Vergangene aufgearbeitet wird und alles getan wird, dass auch das Heute nicht in Vergessenheit gerät!“ Archivarbeit in den Vereinen müsse endlich ernster genommen werden. Den Beweis konnten die Referenten anhand von Beispielen aus der Historie nachvollziehbar belegen.
Rolf Lutz weiß wovon er spricht, denn der Aufbau der Archive beim Hessischen Fußballverband und beim Landessportbund waren nach seinen Aussagen mühsam genug. In den ersten Nachkriegsjahren hatte man bei diesen Verbänden auf die konkrete Sammlung von archivwürdigem Material verzichtet. Erst bei anstehenden Jubiläen habe man erkennen müssen, dass man auf kein historisches Material zurückgreifen konnte. Das sei auch leider bei den meisten Vereinen zu beklagen. Wichtig sei das kontinuierliche Sammeln, die akribisch genaue Aufbauarbeit, die auch ohne große fachliche Vorbildung möglich sei. . Entscheidend sei allein persönlicher Wille und Engagement. Archive, so Rolf Lutz, seien keine Erinnerungsstätten der Vergangenheit. Sie sollten vielmehr auf Dauer die Basis für das Handeln von morgen sein. Wer für die Zukunft plane, müsse seine Geschichte kennen. Archive seien der Acker, auf dem gejätet und geerntet werden könnte.
Vereine sollten sich, wenn sie vor der Geschichte bestehen wollen, stets der Verpflichtung bewusst sein, andauernde Archivpflege zu betreiben, so ein deutliches Credo von Rolf Lutz. Wichtig wäre auch darüber nachzudenken, inwieweit ausscheidende Vorstandsmitglieder verpflichtet werden, gesammeltes Material aus dem Vereinsleben an das Archiv weiterzuleiten. Um dies zu erreichen würden möglicherweise schon entsprechende Abfassungen in den Vereinssatzungen weiterhelfen.
Dass solche Festlegungen notwendig sind, konnten Teilnehmer aus eigenen Erfahrungen berichten. Resümee der Teilnehmer: Eine sehr wichtige und wertvolle Veranstaltung mit qualifizierten Referenten.
Lothar Gotthardt
 - Großes Interesse zeigten über 40 nordhessische Vereinsvertreter bei einem Seminar des Landessportbundes Hessen zum Thema Vereinsarchiv, das im Sportjugendlager am Edersee stattfand. Peter Schermer (am Projektor stehend) erläuterte die Empfehlungen des LSBH-Arbeitskreises Sport und Geschichte für eine ausgewählte, geordnete und gesicherte Aufbewahrung der Vereinsdokumente.
 - Peter Schermer, Dr. Ulrich Hussong vom Marburger Stadtarchiv und Horst Knop informierten beim Archiv-Seminar am Edersee. Fotos : Peter Bienhaus
Fachmännische Tipps am Edersee
Interessante und hilfreiche Informationen gab es bei einem Seminar für Archivare in Sportvereinen, zu dem der Landessportbund Hessen am 1. November in das Sport-, Natur- und Erlebniscamp Edersee eingeladen hatte. Über 40 Interessierte aus Nordhessen, überwiegend aus den Sportkreisen Waldeck und Frankenberg, nahmen an der Informationsveranstaltung teil. In der Tagung wurde die Archivarbeit als wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit bezeichnet.
Das Seminar wurde mit ausführlichen Informationen von Horst Knop und Peter Schermer, beide Mitglieder im Landessportbund-Arbeitskreis Sport und Geschichte, bereichert. Fachmännische Tipps gab es von Dr. Ulrich Hussong, der als Leiter des Stadtarchivs Marburg tätig ist und aus seiner langjährigen Erfahrung berichtete.
Archivarinnen und Archivare bestimmen ganz erheblich mit, so die Referenten, welche Quellen später zur Verfügung stehen und wie Geschichte in der Zukunft geschrieben werden kann. Gerade bei Vereinsjubiläen wird für Festbücher oft nach Unterlagen aus der Vereinsgeschichte gesucht. Deshalb sei es wichtig, die Archivarbeit als Herausforderung zu erkennen. Ziel für Vereine und Verbände muss sein, die archivwürdigen Dokumente auszuwählen, zu sichern und geordnet aufzubewahren.
Angesprochen wurde auch die Zusammenarbeit mit öffentlichen Archiven. Alle Teilnehmer erhielten einen Orientierungsmaßstab für die Archivarbeit. Behandelt wurde auch das Thema Aufbewahrungsfristen. Empfohlen wurde das Einrichten eines Zwischenarchivs. Die folgenreiche Entscheidung sei das Beurteilen der Archivwürdigkeit.
Eine rege Diskussion ließ die Bedeutung der Archivierung und das Interesse für das umfangreiche Thema erkennen. Allen Teilnehmern wurde klar, dass Archivierung eine aufwändige und lohnende Arbeit ist.
Peter Bienhaus
 - Die Tagungsteilnehmer der Frankfurter Fortbildungsveranstaltung zeigen großes Interesse beim Vortrag von Frau Claudia Schüßler - Institut für Stadtgeschichte Frankfurt - zum Thema "Maßnahmen der Bestandserhaltung von Archivgut".
 - Frau Claudia Schüßler und Peter Schermer vom Arbeitskreis "Sport und Geschichte" beantworten Fragen der Frankfurter Tagungsteilnehmer.
 - Frau Dr. Brigitte Streich vom Stadtarchiv Wiesbaden referierte bei der Veranstaltung in Sensenstein über das Thema "Sicherung der historischen Überlieferung von Sportvereinen und -verbänden. Fotos : Heiner Richter
Informationsveranstaltungen zur Archivarbeit im Sportbereich
Der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen hat auch 2009 seine Informationsveranstaltungen für ehrenamtliche Archivare in Sportvereinen und Sportkreisen fortgesetzt. Dabei wurde erneut die Zusammenarbeit mit professionellen Archivaren aus öffentlichen Archiven praktiziert. So referierte bei der ersten Tagung am 10. Oktober 2009 in der Sportschule des Landes Hessen Frau Claudia Schüßler (Institut für Stadtgeschichte der Stadt Frankfurt) über Maßnahmen der Bestandserhaltung sowie über Möglichkeiten der Zusammenarbeit des Instituts für Stadtgeschichte mit Sportvereinen.
Die zweite Tagung fand am 28. November 2009 in der Sportbildungsstätte Sensenstein statt. Hier sprach mit Frau Dr. Brigitte Streich (Stadtarchiv Wiesbaden) die Vorsitzende des Landesverbands Hessen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare über das Thema „Sicherung der historischen Überlieferung von Sportvereinen und Sportverbänden“. Wie auch bereits bei der ersten Informationstagung referierte der Vorsitzende des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“, Peter Schermer, über „Archivarbeit im Sportbereich“ sowie über die „Kooperation mit öffentlichen Archiven“.
Die Tagung in Frankfurt wurde von Klaus Hübner, dem Leiter des Geschäftsbereichs „Bildung und Personalentwicklung“ beim Landessportbund Hessen, eröffnet und moderiert. Diese Aufgabe übernahm bei der Veranstaltung in der Sportbildungsstätte Sensenstein Werner Hollstein, der wie Peter Schermer ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ ist. Insgesamt nahmen an den beiden Tagungen weit über 50 ehrenamtliche Archivare aus dem Sportbereich teil, die mit großem Interesse den Ausführungen der Referenten folgten.
Eine Befragung bei allen hessischen Sportvereinen hatte bereits im Jahr 2008 ergeben, dass immerhin knapp 10% dieser Vereine zumindest über ein Archiv im Aufbau verfügen. Daher erscheint es dringend erforderlich, die ehrenamtlichen Archivare bei ihrer Arbeit zu unterstützen, zumal die Befragung auch den ausgeprägten Wunsch nach Fortbildung deutlich gemacht hatte.
Deshalb bemüht sich der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen außerdem um den Ausbau des Internetauftritts, der es ermöglicht, auf diesem Weg ebenfalls Informationen zur Archivarbeit allgemein zugänglich zu machen.
Peter Schermer
 - Stephanie Goethals vom Stadtarchiv Pfungstadt referierte bei der Veranstaltung in Frankfurt über das Thema "Maßnahmen zur Bestandserhaltung in einem Archiv.
 - Claudia Schüßler (Archivarin am Institut für Stadtgeschichte Frankfurt) leitet die Diskussion mit den Teilnehmern der Wetzlarer Veranstaltung.
 - Peter Schermer (Vorsitzender des Arbeitskreises "Sport und Geschichte") im Gespräch mit Teilnehmern in Wetzlar. Fotos: Heiner Richter
Fortbildungsveranstaltungen zur Archivarbeit im Sportbereich in Frankfurt und Wetzlar
Archivarbeit in Sportvereinen: Landessportbund weiterhin gefordert!
Über 30 ehrenamtliche Archivare aus hessischen Sportvereinen nahmen auch in diesem Herbst wieder an Fortbildungsveranstaltungen in Frankfurt und Wetzlar teil.
Während Klaus Hübner als der beim Landessportbund Hessen zuständige Abteilungsleiter für „Bildung und Personalentwicklung“ die Tagung in Frankfurt eröffnet hatte, begrüßte die Teilnehmer in Wetzlar mit Werner Hollstein ein engagiertes Mitglied des lsb h-Arbeitskreises „Sport und Geschichte“.
Dessen Vorsitzender Peter Schermer führte jeweils in die Thematik ein und erläuterte die „Philosophie“ des Landessportbundes zur Förderung der insgesamt noch wenig ausgeprägten Archivarbeit im Sportbereich. Schermer machte deutlich, dass diese Arbeit zielgerichtet unterstützt werden müsse und auf die Kooperation mit öffentlichen Archiven sowie mit professionellen Archivaren angewiesen sei. Es gehe darum, „handwerkliche“ Fähigkeiten zu vermitteln, um den bisher meist eher laienhaften Umgang mit Archivalien zu überwinden.
Darüber hinaus werde angestrebt, die Förderung der Archivarbeit im Sportbereich stärker zu regionalisieren. Deshalb seien alle Sportkreise gebeten worden, jeweils einen „Archivbeauftragten“ zu benennen, zu dessen Aufgaben die Unterstützung der Vereine sowie die Zusammenarbeit mit öffentlichen Archiven im Sportkreis gehören. Mittlerweile seien von fast allen Sportkreisen Archivbeauftragte benannt worden, denen in den meisten Fällen Ansprechpartner der öffentlichen Archive gegenüber stünden.
Fachliche Fragen der sachgerechten „Bestandserhaltung“ wurden bei beiden Veranstaltungen von hauptberuflichen Archivarinnen behandelt. In Frankfurt übernahm mit Stephanie Goethals die Leiterin des Stadtarchivs Pfungstadt diese Aufgabe, während sich in Wetzlar mit Claudia Schüßler eine fachkundige Mitarbeiterin des Instituts für Stadtgeschichte der Stadt Frankfurt dieses Themas annahm. Beide Referentinnen gingen auch auf Einzelheiten der praktischen Zusammenarbeit eines Kommunalarchivs mit Sportvereinen ein.
Auf diese Vorträge folgten lebhafte Diskussionen mit den Teilnehmern. Grundsätzlich wurden dabei die Bemühungen des Landessportbundes Hessen anerkannt, die Archivarbeit im Sportbereich durch Fortbildungsveranstaltungen, durch die Kooperation mit öffentlichen Archiven sowie durch die Unterstützung der Materialbeschaffung zu fördern. Der Internetauftritt des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ stieß ebenfalls auf ein positives Echo. Die Tagungsteilnehmer erwarten aber einen weiteren Ausbau der Unterstützungsmaßnahmen.
So wurde beispielsweise angeregt, neben den Basis-Angeboten zur Fortbildung künftig Veranstaltungen zu speziellen Themen wie etwa der Archivierung von Bild- und Tonmaterial einzuplanen. Der Internetauftritt des Arbeitskreises müsste nach Auffassung der Teilnehmer zum Beispiel durch „Download-Möglichkeiten“ ausgeweitet werden. Zu der regelmäßigen Berichterstattung über den Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ sollten Ausführungen über das „Verfassen von Jubiläumsschriften“ gehören, die auch auf Urheberrechtsfragen eingehen.
Peter Schermer
 - Stephanie Goethals (vorn Mitte), Leiterin des Stadtarchivs Pfungstadt, stellt sich den Fragen der Teilnehmer.
 - Über seine Archivarbeit informierte der Leiter des Archivs und des Museums von Eintracht Frankfurt, Mathias Thoma.
 - Jana Moczarski, Restauratorin am Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt, referierte sehr anschaulich über die Bestandspflege in einem Archiv.
 - Die Archivarin am Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, Claudia Schüssler, berichtete über ihr Engagement bei der Archivarbeit im Sportbereich. Fotos: Heiner Richter
Tagungen zur Archivarbeit: Keine Frage blieb unbeantwortet!
Der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen veranstaltete in den letzten Wochen zwei weitere Fortbildungstagungen für ehrenamtliche Archivare in Sportvereinen und Sportverbänden. Am 17. September 2011 fand in der Landessportschule Frankfurt eine Veranstaltung statt, deren Ziel die Vermittlung von Grundlagen der Archivarbeit war. Am 8. Oktober 2011 trafen sich in der Jugendbildungsstätte Wetzlar mehr als 30 Interessierte, um am Beispiel praktischer Fälle vertiefende Kenntnisse der Bestandspflege zu erwerben.
Im Mittelpunkt der Tagung in Frankfurt standen die Ausführungen von Stephanie Goethals, die unter Bezugnahme auf ihre Tätigkeit als Leiterin des Archivs der Stadt Pfungstadt praxisorientiert Basiskenntnisse der Archivarbeit vermittelte. Die Referentin hatte auch einen dem Stadtarchiv Pfungstadt übergebenen Gesamtbestand eines ehemaligen Olympiateilnehmers mitgebracht, um an diesem Beispiel konkrete Verfahrensschritte zu erläutern. Dies war Anlass zu einer lebhaften Diskussion der Tagungsteilnehmer.
Zum Auftakt der Tagung hatte Peter Schermer (lsb h – AK „Sport und Geschichte“ zunächst in die Thematik eingeführt. Unter anderem machte er deutlich, dass Archivarbeit im Sport kein Selbstzweck ist, sondern große Bedeutung für die Sportgeschichte hat. Einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzte dann Matthias Thoma, der für das Archiv und das Museum von „Eintracht Frankfurt“ zuständig ist. Thoma verstand es in überzeugender Weise, die Zusammenhänge zwischen Archivarbeit und Museumsaufbau zu erläutern.
Zielgruppe der Tagung in Wetzlar waren ehrenamtliche Archivare in Vereinen und Verbänden, die bereits über Grundkenntnisse der Archivarbeit verfügen und praktische Erfahrungen mit dem Aufbau eines Archivs gesammelt haben. Unter diesen Voraussetzungen gelang es Jana Moczarski (Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main), ein spannendes Frage-Antwort-Spiel in Gang zu bringen. Dabei zeigte sich aber auch, dass die Referentin über ein äußerst fundiertes Grundwissen und über umfangreiche Erfahrungen verfügt. Daher blieb keine Frage zur Bestandspflege unbeantwortet.
Claudia Schüßler, die ebenfalls Mitarbeiterin des Frankfurter Instituts für Stadtgeschichte ist, hatte einführend Grundsätze der Archivarbeit im Sport erläutert und auf das große Engagement des Instituts im Sportbereich hingewiesen. In einer eindrucksvollen Abschlußrunde äußerten sich dann zahlreiche Tagungsteilnehmer zur Bedeutung der Archivarbeit. Übereinstimmend wurde darauf hingewiesen, dass gerade im Sport Archivalien einen besonderen Wert haben, der deshalb von allen Beteiligten auch immer wieder betont werden sollte.
In diesem Zusammenhang wurde außerdem Unverständnis für den geringen Stellenwert von Sportgeschichte im Rahmen der historischen Forschung geäußert. Es sei deshalb unabdingbar, sich um „Bundesgenossen“ zu bemühen und beispielsweise die Kooperation mit öffentlichen Archiven sowie mit lokalen Geschichtsvereinen zu fördern. Nur mit einer „konzertierten Aktion“ ließen sich erkennbare Widerstände und Desinteresse überwinden. Deshalb komme auch der Netzwerkarbeit in diesem Bereich große Bedeutung zu.
Beim Rückblick auf die Entwicklung der letzten Jahre zeigt sich immerhin, dass es mittlerweile in Hessen ein „Gesamtsystem“ der Fortbildung für ehrenamtliche Archivare im Sport gibt. Dazu gehören die „Basistagungen“, die sich mit Grundfragen der Archivarbeit beschäftigen. Am Beispiel der geplanten Regionalveranstaltung in Nordhessen wird außerdem deutlich, dass Basistagungen auch regionalisiert werden können. „Vertiefende“ Fortbildungsveranstaltungen bauen auf dem bereits vermittelten Basiswissen auf. Ein weiterer Baustein ist die Berücksichtigung von Archivarbeit im Rahmen der Ausbildung von Vereinsmanagern.
Peter Schermer
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