Am 06.12.09 veranstalteten der Landessportbund Hessen (lsb h) und der HBRS den ersten gemeinsamen Fachtag im Bereich des organisierten Gesundheitssports. Als Zielgruppe wurden sowohl Übungsleiter im Bereich Prävention und Rehabilitation sowie Vereinsführungskräfte angesprochen – rund 100 Teilnehmer fanden den Weg in die lsb h-Sportschule, darunter auch viele, die sowohl ehrenamtlich wie beruflich mit der Thematik befasst sind. In fünf Fachvorträgen wurde ein Aufriss der Gegenwartssituation vorgenommen, verschiedene Perspektiven geöffnet und dabei sowohl Problematiken, Impulse als auch Lösungsstrategien für Sportvereine aufgezeigt.
Ralf-Rainer Klatt – als Vizepräsident im lsb h u. a. für das Feld Sport und Gesundheit verantwortlich – führte in die Thematik ein. Unterschiedliche gesellschaftliche Gegebenheiten sowie Veränderungen und ihre Verbindungen und Auswirkungen auf den Sport im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel verdeutlichte den Teilnehmern, dass sich ein Verein heutzutage sehr vielen Herausforderungen stellen kann – und stellen müsste, wenn er seine Zukunft sichern will. Eine Professionalisierung im fachlichen Angebot, im besonderen im Spektrum des Gesundheitssport, als auch im Bereich der Vereinsführung sind Wege, die Vereine im lsb h zunehmend einschlagen könnten.
Weiterführend stellte Gerhard Knapp – Präsident des HBRS – die traditionellen und gewachsenen Strukturen im Behindertensport dar, die u. a. zusätzlich aufgrund der finanziellen Regelung des Rehabilitationssports einer stetigen Veränderung unterliegen. Zivilisationskrankheiten und der Wandel des Lebensstils haben weitreichende Konsequenzen, die der Qualifizierung von Übungsleitern in allen Segmenten des Gesundheitssports immer größerer Bedeutung zukommen lässt.
Die Qualifizierungsmaßnahmen des HBRS und des lsb h wurden durch die jeweiligen Referenten Thomas Prokein – HBRS – und Gundi Friedrich – lsbh – detailliert dargestellt. Die Vorstellung eines Kooperationslehrgangs von lsbh und HBRS als Modellmaßnahme im Bereich Sport in der Prävention verdeutlichte eindrucksvoll die Gemeinsamkeiten und Ergänzungsmöglichkeiten von Prävention und Rehabilitation.
In einem lebendigen Referat von Ludger Elling – Vizepräsident Lehre im Deutschen Behindertensportverband – zum Thema „Kommerzielle Anbieter versus traditionelle Vereine“, wurde aufgezeigt, dass sich aus einer stetig wachsenden Anbieterstruktur auf dem Gesundheitsmarkt Unterschiede aber auch gemeinsame Chancen entwickeln. Kooperationen innerhalb des organisierten Sports aber auch mit externen Partnern und die fachliche Qualifikation der Übungsleiter bilden eine Plattform dafür.
Otto Mahr – Geschäftsführer des HBRS – und Gundi Friedrich stellten sowohl für den Bereich Sport und Rehabilitation als auch für den Bereich Sport und Prävention die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen vor und konkretisierten die jeweiligen Zertifizierungsmodellle.
In der abschließenden Plenumsdiskussion nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, detaillierte Fragen zu aktuellen Themen und aus ihrem Vereinsalltag an die Referenten zu stellen.
Am Ende des Fachtags waren sich die Teilnehmer und Organisatoren einig, dass sich eine enge Zusammenarbeit des Fachverbandes mit seinem Landesdachverband für alle Beteiligten – Vereinsführungskräfte, Übungsleiter und letztendlich die Mitglieder – positiv auswirkt. Ralf-Rainer Klatt stellte abschließend fest, dass auch mit anderen Fachverbänden eine gemeinsame Sprache im Sport weiterentwickelt werden sollte, um so die Stärke und Potentiale des organisierten Sports – gerade auch im Zusammenhang mit Gesundheit – herauszustellen. Eine Fortsetzung ähnlicher Fachtagungen sind für den Vizepräsidenten des lsb h ein Muss, um so eine Profilschärfung der Vereine und damit auch ihre Zukunft sicherzustellen.
Gundi Friedrich und Thomas Prokein