„Jaaaaaa!“, so schallte es mehr als einmal über das Burgfeld in Friedberg beim diesjährigen DOSB-Sportabzeichentag. Sportkreis Wetterau und Landessportbund Hessen organisierten zusammen mit dem Partnerverein TSV Friedberg-Fauerbach sowie Unterstützung durch die Stadt Friedberg und der DLRG einen Event, der den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Als pünktlich um 8 Uhr FFH-Sportreporterin Julia Nestlé den Startschuss gab, begannen über 1000 in weiße Teilnehmer-Shirts gekleidete Schüler des St. Lioba-Gymnasium aus Bad Nauheim zu rennen, schwimmen und werfen was das Zeug hielt, um das Sportabzeichen abzulegen.
Viele Helfer
Die gesamte Jahrgangsstufe 12 – und das sind rund 120 Schüler – fungierte dabei gemeinsam mit 70 Lehrerinnen und Lehrern als Helfer bei der Sportabzeichenabnahme und den Sportmodulen des Nachmittags. Von Sportkreis und Sportvereinen waren daneben über 50 Personen eingesetzt als Prüfer, Empfangskomitee, Streckenposten oder auch einfach nur Mädchen für alles.
Die Mitarbeiter der Servicestelle Sport, Vorstand und Jugendausschuss des Sportkreises waren schon frühmorgens auf den Beinen, als um 6.30 Uhr das Orga-Team um Sportwart Thomas Stoll und Nora David von der Agentur Querformat zum ersten Meeting bat. Mitnichten zu früh um nach Monaten der Vorbereitung in einen Tag zu starten, der am Nachmittag nicht nur blauen Himmel brachte, sondern auch viele strahlende Gesichter sah.
Sprint-Duell
Dazu trugen auch die ehemaligen Weltklasse-Leichtathleten Frank Busemann, Thorsten Dauth und Edgar Itt bei, die sich in einem sensationellen „Comeback“ ein faszinierendes Sprintduell über 100 Meter lieferten. Der 33-jährige Silbermedaillengewinner im Zehnkampf von Atlanta ’96, Frank Busemann, siegte dabei in respektablen 11‚24 Sekunden vor Zehnkämpfer Torsten Dauth (40) und dem 400 m – Hürden Spezialisten Edgar Itt (42).
Später drehte Toto Dauth den Spieß um und ließ Busemann bei einem starken Auftritt in der Weitsprunggrube keine Chance.
Über sechs Meter standen zu Buche, damit musste sich der Olympiateilnehmer von Seoul 1988 keineswegs verstecken und wurde von der Veranstaltungsmoderatorin Julia Nestlé sowie den zahlreichen Zaungästen entsprechend gefeiert.
Tolle Stimmung
„Einfach phantastisch diese Stimmung und die Leidenschaft mit der die Schüler hier unterwegs sind“, zeigte sich auch Edgar Itt begeistert von der Hessischen Umsetzung der DOSB-Sportabzeichentour 2009.
Frank Busemann war nicht minder beeindruckt und gab sich im Übrigen wie die anderen auch als absolut volksnah und zum Anfassen. Ständig umlagert von Kindern und Jugendlichen gaben die Drei unermüdlich Tipps und Hilfestellungen beim Weitsprung, Sprint oder Werfen.
Die Showteile mit der Parkour-Gruppe Ashigaru und dem HipHop Dance-Workshop, den Hubschrauberrundflügen, dem Spotlight Soccer mit Bundesliga-Keeper Patrick Klandt vom FSV Frankfurt, der Live-Band Desperados auf der tollen Bühne oder auch die tollen Eventmodule für die Kids wie Bungee-Run, Quartertrampolin und Kletterturm waren wie auch das Catering mit ausschließlich alkoholfreien Getränken permanent belagert und sorgten fast für etwas Rummelatmosphäre an dem Tag.
Sport und Unterhaltung
Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm lockte zahlreiche Besucher von Nah und Fern an und zeigte dass Sport und Unterhaltung untrennbar zusammen gehören.
Höhepunkt des Nachmittags war die sportliche Eröffnung der neuen B3-Umgehung um Friedberg. Das zu diesem Zeitpunkt noch gesperrte 6 Kilometer lange Teilstück der Bundesstraße 3 war Kulisse für einen Lauf der Inlineskater, eine Radtour über 25 km und einen abschließenden 5 km Lauf. Die Teilnehmer aller Rennen waren begeistert und genossen sichtlich das einmalige Erlebnis, sich frei auf einer nur dem motorisierten Verkehr vorbehaltenen Strecke zu bewegen. Allen voran der Friedberger Bürgermeister Michael Keller, selbst passionierter Radsportler, der sich mächtig ins Zeug legte und mithalf für seine Mountain-Bike Gruppe der Stadtjugendpflege als teilnehmerstärkstes Team den Preis der OVAG in Höhe von 250 Euro heraus zu fahren.
Bei den Skatern räumten unangefochten die Inlinehockeyspieler der RheinMain Patriots Assenheim den gleichen Preis ab, sie starteten mit rund 40 Sportlern und zeigten auch ohne Puck und Ball dass sie glänzend auf den Rollen stehen. Beim Laufwettbewerb teilten sich der Abfallbetrieb Wetterau und die Salusklinik Bad Nauheim den Preis der Stadt Friedberg über 500 Euro.
Viel Prominenz
Groß war auch die Schar der Prominenz aus Sport und Politik, die sich am Morgen ein Stelldichein gegeben hatte. Neben
lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller und Margarete Budde als Mitglied des DOSB-Präsidialausschusses, zeigten sich auch der Vorstandsvorsitzende des regionalen Hauptsponsors, der Sparkasse Oberhessen, Günther Sedlak und der Beigeordnete des Wetteraukreises in Vertretung des Landrats, Ottmar Lich, begeistert von der Atmosphäre und dem was Organisatoren auf die Beine stellten.
„Sensationell“, war der schlichte aber treffende Kommentar von Dr. Rolf Müller auf die Frage nach der Aussicht, als er aus dem Helikopter stieg, der ihn –wie später den ganzen Tag über auch viele Gewinner der Rundflüge – über Friedberg und Umgebung flog.
Werbung für Breitensport
„Das ist eine super Werbung für den Breitensport und auch für die Sportkreise“, freuten sich Norbert Möller, Sportkreisvorsitzender Hochtaunus und an diesem Tag Vertreter des Landesausschusses Breitensport und der Beiratsvorsitzende Uli Manthei gemeinsam über die gelungene Veranstaltung des Sportkreises Wetterau. Zahlreiche hessische Sportkreisvorsitzende und –vertreter waren der Einladung nach Friedberg gefolgt, ebenso die Landtagsabgeordneten Klaus Dietz und Lisa Gnadl, wie auch der Bad Nauheimer Sportdezernent Armin Häuser. Letzterer sah es natürlich mehr als gerne, dass seine Nauheimer Bildungsstätte sich hier vollständig sportbegeistert zeigte und unter der Regie der Sportlehrer Martin Peppler und Volker Kapitzke eine ganze Schule in Bewegung brachte.
Vetreten war auch der Verein „Kein-Platz-für-Rassismus! e.V.“. Unter der Führung von Roland Stipp sowie den Brüdern Kris und Maik Rudolf sorgten sie gemeinsam mit Patrick Klandt für viel Spass beim Free-Soccer und gaben den Kids das tolle Erlebnis mal mit Fußballprofis einfach so zu kicken.
„Diese Veranstaltung dürfte für die gesamte Tour in Deutschland Signalwirkung haben für die nächsten Jahre“, war nicht nur das Fazit von Alexandra Pensky (DOSB) und Eckardt Cöster (lsbh), die Verantwortlichen in den Sportverbänden. Schon am selben Tag hatten sich die bayrischen Ausrichter vom TV Bürgstadt wertvolle Anregungen geholt für ihre Veranstaltung.
„Ein toller Tag mit herrlichen Erlebnissen und eine Riesenwerbung für das Sportabzeichen“, so der Wetterauer Sportkreisvorsitzende Thomas Alber, der sich insbesondere auch über die große Medienpräsenz und das darauf folgende mediale Echo von vier Fernsehstationen und zwei Radiosendern freuen durfte.
Thomas Alber