Landessportbund
Dank an Dr. Friederike Damm für die geleistete Pionierarbeit
und Brigitte Kuchinke für die geleistete Unterstützung
DOSB Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers ruft auf zu mehr Mut, Führungspositionen anzustreben.
Fotos: Ute Hoyer

Vollversammlung der Frauen im Sport 2011 im Zeichen der Krebsnachsorge

Wie der Rehabilitationssport von der Vision zur Wirklichkeit wurde

Am 12. November konnte LA-FiS Vorsitzende, Beate Schmidt im Golfhotel Lindenhof in Bad Vilbel, den Präsidenten des lsb h, Herrn Dr. R. Müller und Gattin, Prof. M. Mosiek-Müller, Staatsministerin a. D., Vizepräsident R.-R. Klatt, die Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung des DOSB, I. Ridder-Melchers, Dr. med. F. Damm, ehem. Mitglied LA-FiS, Mitglied Expertinnenkreis Sport u. Krebs, den Vorsitzenden des Beirates der Sportkreise und Vorsitzenden des Sportkreises Fulda-Eder, U. Manthei, den Vorsitzenden des Sportkreises Frankfurt R. Frischkorn sowie Dipl.-Psych. A. Menges-Beutel und Dipl.-Päd. B. Gembruch von der Hess. Krebsgesellschaft, als Gäste der Vollversammlung der Frauen im Sport begrüßen. 

Die VV der Frauen im Sport stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Krebsnachsorge. Der LA–FiS nahm das 25-jährige Bestehen des Rehabilitationsportes „Bewegung, Spiel und Sport in der (Brust-) Krebsnachsorge“ zum Anlass, um auf seine Arbeit in diesem sensiblen Bereich aufmerksam zu machen.  

Nach den Grußworten von Dr. R. Müller, in denen er kurz die Entwicklung von Frauenfördermaßnahmen innerhalb des Landessportbund Hessen skizzierte, die Arbeit des aktuellen LA-FiS würdigte und die anstehenden Aufgaben hervorgehoben hatte, war es ihm eine besondere Freude, Dr. med. Friedrike Damm und Brigitte Kuchinke für ihr langjähriges Engagement im Landesausschuss Frauen im Sport mit der silbernen Ehrennadel des lsb h zu ehren. Beate Schmidt überreichte jeweils einen Blumenstrauß.  

DOSB Vizepräsidentin, Ilse Ridder-Melchers überbrachte die Grüße des DOSB sowie von über 10 Millionen im Verein organisierten, Sport treibenden Frauen und Mädchen. Sie gratulierte zum Jubiläum „25 Jahre Rehabilitationssport in der Brustkrebsnachsorge“ und dankte dafür, dass der lsb h als Vorreiter dieses Projekt in Gang gesetzt hatte. Nicht nur dieses Thema sei vor 25 Jahren fast tabu gewesen, auch habe die Stellung der Frau im Sport sich erst in den letzten Jahren wesentlich entwickelt. Obwohl der mittlerweile erreichten „100 Jahre Frauen im Sport“ seien noch große Defizite vor allem auf Führungspositionsebene zu verzeichnen, sodass man einigen Verbänden ohne Frauenbeteiligung auf Vorstandsebene die „rote Karte“ zeigen müsse. Sie rief auf zu mehr Mut, Führungspositionen anzustreben und sich stärker zu vernetzen, so dass bis 2014 eine bessere Bilanz zu erzielen ist. Auch lobte sie das Mentoring-Programm des LA-FiS, das durch finanzielle Unterstützung des DOSB gefördert wurde.  

Dr. med. F. Damm, als Mitbegründerin des Bereichs Sport in der Brustkrebsnachsorge, lies die 25 Jahre Revue passieren. Sie erläuterte, dass die Vision bestand, Sport mit kranken Menschen durchzuführen, was anfänglich für fast unmöglich gehalten wurde, aber dank großer Unterstützung peu à peu in Gang kam. In anderen Landessportbünden hätte es hierzu nur Ansätze gegeben. Der Kampf mit den zuständigen Gremien, dem HBRS und den Krankenkassen wirkte einer konstruktiven Arbeit entgegen. Heute sei bewiesen, dass Menschen, die im Leben Sport betrieben haben, weniger an Krebs erkranken bzw. die Rehabilitation wesentlich besser verläuft, wenn man begleitend sportlicher Aktivitäten in einer Gruppe nachgeht. Die Aufgabe der Gruppen bestehe darin, dass man lerne, nicht zu powern, sondern wohltuende Übungen und Ausdauertrainings zu betreiben. Außerdem kann man sich gegenseitig in der Gruppe austauschen. Des Weiteren erwähnt Dr. med. F. Damm kurz das neue Projekt in Marburg, das es bundesweit nur dort in dieser Art gibt.

 R.-R. Klatt begründete sein Interesse an dem Thema, da Rehabilitationssport und Präventionssport nahe beieinander liegen. Eine Trennung erachtete er nicht für sinnvoll. Er berichtete von den Präventionssportveranstaltungen im Kreis Darmstadt sowie von der Veranstaltung „Sport pro Gesundheit“, bei denen er immer wieder feststelle, dass ein überwiegend großer Teil der Interessierten, Frauen sind. Diese machten die Bewegungsparcours zum Begegnungstreff. Er appellierte zu einer verbesserten Kommunikation zu diesem Thema und betonte, wie wichtig es ist hier die Qualität sicherzustellen. Er dankte Dr. med. F. Damm und dem Ausschuss für ihre Pionierarbeit.  

Annegret Müller berichtete kurz über das aktuellste Projekt in der Krebsnachsorge des LA–FiS. Am 7.11.2011 fand in der Klinik Sonnenblick in Marburg die Auftaktveranstaltung zum Projekt „ Fit trotz Krebs“ statt. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem lsb h, der Klinik Sonnenblick und dem VfL 1860 e.V. Marburg. Federführend bei diesem Projekt sind Frau Dr. Friedericke Damm und Herr Dr. Seifart. Das Konzept richtet sich an Frauen und Männer unter Chemotherapie und anderen Krebsbehandlungen. Zahlreiche Interessierte waren erschienen und nahmen das Angebot, sich bei den anwesenden Ärzten der verschiedenen Fachrichtungen zu informieren, rege wahr.. Zum Abschluss gab es noch die Möglichkeit die Sportstätten zu besichtigen. 

Daraufhin erfolgt ein ausführlicher Bericht von A. Menges-Beutel von der Arbeit der Hessischen Krebsgesellschaft sowie deren Studien. Im Abschluss betont sie den Wunsch auf vertiefte Kooperation in Bezug auf intensive Vernetzung und Unterstützung.  

Im Anschluss an den Vortrag konnte Frau Maya Weise-Georg, Referentin für Arbeit u. Soziales im Hess. Sozialministerium, begrüßt werden. Frau Weise-Georg richtete in ihrer Eigenschaft als ehemalige Leiterin der Stabstelle Frauenpolitik im Hess. Sozialministerium ihre Worte an die Versammlung. Sie gratulierte zum Jubiläum, sprach Anerkennung für die geleistete Arbeit aus und motivierte zu weiterer Vertiefung und Fortsetzung.  

Die Organisatorinnen des diesjährigen Sportaktionstages für Frauen im Sport, Beate Dreier (TV Fürth) und Angela Helfert (TV Sonderbach) berichteten über ihren überaus erfolgreichen Tag.  

Außerdem wurde das gerade abgeschlossene Mentoring-Programm den Anwesenden erläutert und ein Überblick über Fortbildungsseminare für Frauen im Sport gegeben. Vor der Mittagspause sorgte das Kabarett Kabbaratz für Auflockerung zum Thema „Sport und Ernährung“. Es durfte herzlich gelacht werden! Nach dem Essen hatten die Anwesenden die Qual der Wahl. Sie konnten zwischen einem Einführungslehrgang „Brainmove“ und einem „Golf-Schnupperkurs“ wählen. Der Entschluss fiel nicht leicht, doch waren am Ende alle glücklich über ihre Entscheidung.

Waltraud Born
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