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Frauen im Sport

Streit? - Nein, danke!

Seminar "Konflikte konstruktiv lösen"

Foto: uh

 

Am 1. und 2. September 2017 fand in der Sportschule des Landessportbundes Hessen e. V. das Seminar „Konflikte konstruktiv lösen“ statt. Mit diesem Thema traf der Landesausschuss Frauen im Sport mitten ins Herz der Zielgruppe. Gibt es doch überall, wo Menschen aufeinandertreffen, genügend Konfliktpotential, das bewältigt werden will. Und mit Marita Scheer-Schneider, der Moderations- und Personalmanagement-Trainerin, war ein spritziger und dynamischer Seminarablauf gewährleistet.

Zunächst wurden die Selbsteinschätzung im Konfliktverhalten, der Umgang mit Konflikten und das eigene Selbstwertgefühl aufgearbeitet, bevor man dann über eine mögliche Konfliktprävention zu Verhaltensmodellen in Konfliktsituationen überging. Schlussendlich wurden Strategien und Methoden zur Konfliktlösung dargestellt, die man dann in Kleingruppen anhand von Fallbeispielen erproben konnte. Die Seminarteilnehmerinnen lernten schnell, dass Wertschätzung und Fairness wichtige Eigenschaften sind, um ein Konfliktgespräch konstruktiv führen zu können.

Am Ende waren sich alle einig, für den Umgang mit Konflikten im Sportverein ist man zukünftig besser gewappnet.

Brigitte Senftleben/uh

Selbstverteidigung beginnt einen Schritt früher

Workshop "Gewalt gegen Frauen" am 13. Mai 2017

Foto: A. Cornel

 

Seminar „Gewalt gegen Frauen“ vermittelt Tipps und Tricks zum Thema Selbstverteidigung und Deeskalation

 

Foto: A. Cornel

Selbstverteidigung ist mehr als das reine Anwenden von Verteidigungstechniken. Selbstverteidigung beginnt mit Deeskalationsstrategien und präventivem Verhalten. Das machte Referent Mario Staller beim achtstündigen Seminar „Gewalt gegen Frauen“ deutlich, zu dem der Landesausschuss Frauen im Sport im Mai eingeladen hatte. Staller, der nicht nur zweifacher JuJutsu-Weltmeister ist, sondern auch zwei Doktortitel trägt, ist als Einsatztrainer der Polizei international aktiv und gilt als Koryphäe seines Fachs.

Gleich zu Beginn ging Staller auf das Verhältnis von „Wahrscheinlichkeit“ und „Schuld“ ein: Die Wahrscheinlichkeit, dass einer leicht bekleideten Dame nachts im Park etwas gegen ihren Willen widerfährt, ist groß. Schuld daran trägt sie aber in keinem Fall. Dennoch sollte jede Person abwägen, welchem Risiko, welcher Wahrscheinlichkeit sie sich aussetzen will. Und sie muss die Reaktionskette zu Ende denken, sich damit anfreunden, in letzter Konsequenz zuschlagen zu müssen, um ihren Leib und ihre Seele zu retten.
„In den seltensten Fällen entsteht Gewalt unvorhergesehen und ohne Vorwarnung. Häufig gibt es eine Vorgeschichte“, ist Staller überzeugt und verweist etwa auf häusliche Gewalt oder eine versuchte Vergewaltigung nach einem Kennenlernen in der Disko. Sein Seminar zielte deshalb darauf ab, diese Vorgeschichte möglichst so zu beeinflussen, dass eine Gewalthandlung unwahrscheinlicher wird. Dazu bedürfe es einer offensichtlichen Signalsetzung und dem Ziehen klarer Grenzen. Wachsweiche Formulierungen erzeugen hingegen eine Grauzone, die missverstanden werden kann. 

Nur ein „Nein“ ist ein „Nein“

Wie schwierig es ist, klare verbale Signale zu setzen, zeigte sich im Praxisteil: Souverän seinen Standpunkt zu vertreten, „Nein“ zu sagen und dem potentiellen Täter so zu signalisieren, dass man keinen weiteren körperlichen Kontakt wünscht, erwies sich als Balanceakt zwischen Freundlichkeit, Höflichkeit und dem notwendigen Eigenschutz. Doch genau hier setzt Deeskalation an: Werden direkt klare Grenzen gesetzt, sinkt das Risiko, Opfer eines Übergriffs zu werden und Selbstverteidigungstechniken überhaupt anwenden zu müssen.
Dies scheint jedoch nur für „Non-Predatory-Aggression“ (nicht-räuberische Aggression) zu gelten. Bei überfallartigen Übergriffen (Predatory aggression) – etwa im dunklen Park – besteht hingegen seltener eine Täter-Opfer-Beziehung. Mario Staller zog bei solchen Übergriffen Parallelen zum Tierreich, etwa wenn eine Gazelle (Opfer) vom Löwen (Täter) ausgesucht und dann erlegt wird.

Nicht kampflos aufgeben

Doch auch zahme Hauskatzen können als Bespiel dienen: Eine Katze, die nicht gestreichelt werden will, haut ab. Ein Mensch, der keine körperliche Nähe will, sollte dies auch tun. Wird der Katzenbesitzer trotzdem übergriffig, faucht das Tier und signalisiert damit, dass es kämpfen und sich wehren wird. Übertragen auf den Menschen heißt das: Das vermeintliche Opfer muss dem Gegner Angst einflößen und zeigen, dass es sich nicht kampflos ergeben wird.
Hilft auch das nicht, ist eine körperliche Auseinandersetzung unausweichlich. Diese sollte vom Opfer mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Verluste geführt werden: Studien haben gezeigt, dass der Mensch viel mehr mit seinem Schicksal hadert, also einen größeren seelischen Schaden davonträgt, wenn er sich kampflos ergibt anstatt gekämpft und dafür körperliche Blessuren in Kauf genommen zu haben.
Auch die körperliche Zeichensetzung praktisch geübt:  Vom Aushalten einer unangenehmen Situation, dem Reagieren bis hin zur Flucht wurden drei Phasen durchgespielt, um ein Gefühl für solche Begegnung zu erhalten. Dank des Einsatzes von Pratzen konnten die Frauen auch verschiedene Schlag- und Tritttechniken für den Fall der Fälle ausprobieren.

Tonja Bröder/ib

LA-FiS setzt Punktlandung mit Frauenseminar

Die Entscheidung, das Thema „Sich wirksam präsentieren, vermarkten, vernetzen“ als Seminar aufzugreifen, erwies sich als Volltreffer. Das bestätigte auch die Anzahl der Anmeldungen aus diversen Sportarten, die sich zu einer spritzigen und leidenschaftlichen Teilnehmergruppe entwickelte. Marita Scheer-Schneider überzeugte einmal mehr als kompetente Referentin. Sie gliederte das Thema in zwei Blöcke und vermittelte die Inhalte mit Leichtigkeit.

Nach Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmerinnen im Begegnungszentrum Haltestelle der Stadt Langen leitete Scheer-Schneider auf ein attraktives Programm über. Themen wie „Jeder Mensch hat seine eigene Landkarte“, „Wie wirke ich auf andere Menschen?“, „Wie wirken andere Menschen auf mich?“, „Charisma“ und „ Reden ist gleich Öffentlichkeitsarbeit für die eigene Person“ wurden verständlich u. a. auch durch PowerPointPräsentation erörtert. Eine aktive Mitarbeit in kleinen Teams verstärkte die erfolgreiche Aufnahme der Inhalte.

Der gemeinsame Abend-Ausflug zu einem italienischen Restaurant sorgte für eine gute Stimmung bevor man im nahegelegenen Steigenberger Hotel sich auf den nächsten Seminartag vorbereiten konnte. Im zweiten Seminarblock stand das „Netzwerk“ im Fokus, beginnend mit „Smalltalk-Tipps“. Es folgten dann en Detail die Grundregeln des Networking. Gestärkt in ihren eigenen Zielen verabschiedeten sich am Samstag die Seminarteilnehmerinnen ins verdiente Wochenende.

Rosel Schleicher/Ute Hoyer

Gut gesagt, viel gewonnen

Seminar: Erfolgreich kommunizieren

Foto: LA-FiS

Der LA-FiS knüpfte mit dem Seminar „Erfolgreich kommunizieren – Gut gesagt ist ganz gewonnen“ an seine im April vorangegangene Erfolgsveranstaltung „KlarStellung – Spielen Sie eine starke Rolle“ an.

 

Auch diesmal war mit Marita Scheer-Schneider eine erstklassige Referentin gewonnen worden, die die Frauen souverän durch das erfrischend locker aufgebaute Seminar führte.

 

Der Schwerpunkt drehte sich um das Thema "gekonnte Gesprächsführung". Dabei wurde selbstverständlich auch den Wünschen der Teilnehmer Rechnung getragen. Sie bekamen Tipps zum Einstieg in den "Small talk" genauso an die Hand wie Tricks zur "Überwindung von Sprachlosigkeit". Gleichfalls standen die Themen "Sprache – Körpersprache" und "Strategien in der Kommunikation" auf dem Arbeitsplan. Und nicht zuletzt das "aktive Zuhören".

 

Text: Tonja Bröder


Programm: "Tandem! Mentoring macht erfolgreich"

Foto: Ralf Koch

Selbstbewusst und fit für neue Herausforderungen im Sport

Die erste Staffel ist durchs Ziel

Alle 7 Tandems haben das Mentoring Programm des lsb h, hier insbesondere des Landesausschuss Frauen im Sport (LA-FiS), am 29. Oktober 2011 erfolgreich mit einer offiziellen Zertifikatsübergabe abgeschlossen. Mit einer großen Abschlussveranstaltung endete nach acht Monaten das erste Mentoring Programm für Frauen im Sport des lsb h. 

Am Freitag, dem 28.10.2011 stand hauptsächlich Teambildung mit Spiel, Sport und Knobeleien auf dem Plan. Am Samstag, dem 29.10.2011, ging es mit der Präsentation der Projektarbeiten und der Aushändigung der Zertifikate spannend weiter.

LA-FiS Vorsitzende, Beate Schmidt, unterstrich den Erfolg des Programms in ihrer Eröffnungsrede. Sie betonte, dass der LA-FiS  Frauen in Führungspositionen in den Vereinen und Verbänden etablieren möchte, um den Gender - Gedanken um zusetzten.

„Der Sport kommt an Frauen nicht vorbei“, so Beate Schmidt. „Nicht gegen die Männer, sondern auf Augenhöhe und unbedingt mit den Männern.“ Wer dabei war und die überwältigen Präsentationen der Mentees miterleben durfte, gibt ihr absolut recht.

Auch Ralf Koch, Hauptgeschäftsführer des lsb h, konnte dies nur unterstreichen. Die Themen sowie die Präsentationen selber, ließen den sicheren Schluss zu, dass dieses Programm fortgesetzt werde, ja unbedingt fortgesetzt werden müsse!

Bei der Zertifikatsübergabe konnte Schirmherrin und Präsidiumsmitglied Dr. Susanne Lapp allen Beteiligten aus vollem Herzen gratulieren.  

Schon jetzt ist das Programm ein Erfolg. So wird sich z. B. eine der Mentees bei der nächsten Vorstandswahl als zukünftiges Vorstandsmitglied der Wahl stellen, eine andere traut sich nun auch Projekte zu, die risikoreich und für ihren Verband absolut außergewöhnlich sind. Eine weitere Mentee kann sich sehr gut vorstellen in die Verbandarbeit einzusteigen, obwohl vorher dazu keine Ambitionen vorhanden waren. - Wir dürfen gespannt sein! Insgesamt lässt sich sagen, dass alle Mentees einen enormen Fortschritt in der Persönlichkeitsentwicklung getan haben. Dies kommt ganz besonders ihren Heimatvereinen und Verbänden zugute.

Mona Küppers, Sprecherin der Frauen des Landessportbundes NRW betonte: „Die Veranstaltung habe ich als professionell organisiert, sehr positiv und erfolgreich empfunden und ich habe einige Ideen mit nach Hause genommen.“ Solch ein Komplement aus berufenem Munde, erfreute ganz besonders die Organisatorin und LA-FiS Mitglied, Waltraud Born, die unterstützt von Ute Hoyer, Sachgebiet Frauen im Sport, durch die Veranstaltung führte.

Ein wesentlicher Aspekt des Mentoring Programms war die Projektarbeiten, welche die Mentees erstellten. Projektleiterin Waltraud Born hatte bewusst darauf verzichtet, den Mentees Vorgaben zu ihren Projektthemata zu geben. Sie hoffte auf die Kreativität der Tandems und wurde wirklich absolut verblüfft. (Näheres dazu in der nächsten Magazinausgabe von „Sport in Hessen.“) Beeindruckende Präsentationen und Reflexionen der eigenen Entwicklung im Mentoring Programm haben den Kompetenzzuwachs der Mentees deutlich gezeigt. Für die Mentees haben sich Türen geöffnet und ganz neue Möglichkeiten erschlossen. Eine Mentee fasst es so zusammen: „Ich konnte mir vorher nicht wirklich vorstellen, was das Mentoring-Programm bedeutet und wie das abläuft. Ich bin froh, dass ich die Chance genutzt habe, bin dankbar, dass so eine tolle Mentorin für mich da war und ich möchte nach dieser Erfahrung anderen Frauen im Sport die Teilnahme an so einem Programm unbedingt empfehlen.“

Mentorin Marlies Mosiek – Müller kann sich gut vorstellen auch beim nächsten Mentoring Programm mitzuwirken. Sie ist der Meinung, dass der lsb h durch die Tandems hoch motivierte Multiplikatorinnen für die Frauen im Sport gewonnen habe.

Ein großer Mosaikstein zur Umsetzung des Mentoring Programms des LA-FiS war die finanzielle Unterstützung des DOSB, die mit der Auflage verbunden war, dass das Projekt wissenschaftlich evaluiert wird. Auf Empfehlung von Britt Dahmen von der Sporthochschule Köln konnte Markus Kringe für den lsb h gewonnen werden. Auch wenn die Evaluation noch nicht abgeschlossen ist, so lässt sich doch heute schon sagen, dass sich die Mentees gut positioniert haben und sich ihr Führungsverhalten positiv entwickelt hat. So treten sie selbstbewusster auf und handeln selbstständiger. Kirsten Witte, Referentin des DOSB Ressort Chancengleichheit und Diversity meinte: „Gerne möchte ich mich noch mal dafür bedanken, dass ich an dieser schönen und überaus informativen Veranstaltung teilnehmen durfte. Es ist immer wieder wichtig zu erfahren, wie sich die geförderten Projekte entwickeln – herzlichen Dank! Ihr habt da viel versprechende Mentees gewonnen, die ihr unbedingt im Auge behalten solltet.“

Doch nicht nur die Mentees profitierten vom Tandem Projekt, auch die Mentorinnen  nutzten das Mentoring Programm in der Zusammenarbeit mit der Mentee zur eigenen Reflexion und können die Vernetzung mit den anderen Mentorinnen nutzen.  Ein weiterer Baustein auf diesem Wege kann das Netzwerktreffen für Mentees und Mentorinnen sein, das für nächstes Jahr avisiert ist. Dort soll auf einem Workshop das „Networking“ thematisiert werden.

Die erste Staffel ist durchs Ziel, soll sie das Holz an die nächste Staffel in 2013 übergeben!


Weitere Informationen:
Landessportbund Hessen e.V.,  Sachgebiet Frauen im Sport,
Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt, Tel.: 069 6789 -259, -109, E-Mail: frauen(at)lsbh.de