Bereiche

Sportinfrastruktur

Guter Rat für Sportstätten mit Zukunft

Das Angebot des Geschäftsbereichs Sportinfrastruktur ist vielfältig und hilft den Vereinen ganz konkret beim Sparen, wenn es um das Thema Bau- und Betrieb von Sportstätten geht

Rund 7.800 Sportvereine sind dem Landessportbund Hessen als Mitglieder angeschlossen. Alle von ihnen nutzen Sportstätten – ob sie nun dem Verein selbst, dem Landkreis oder einer Stadt oder Gemeinde gehören. Dadurch profitieren auch alle Vereine von den Leistungen des Geschäftsbereichs Sportinfrastruktur des Landessportbundes Hessen. Wir geben Ihnen mit dem Titelthema dieser Ausgabe einen Überblick:  

Öko-Check-Beratung
Strom, Wasser, Gas – steigende Energie- und Rohstoffkosten können für Vereine mit eigener Sportanlage, aber zunehmend auch für kommunale Träger zum Problem werden. Veraltete Anlagen belasten zudem die Umwelt. Doch wo rentiert es sich zu investieren? Welche Neuanschaffung macht keinen Sinn, weil sie sich nie amortisieren würde? Hilfe beim Treffen dieser Entscheidungen leistet der Geschäftsbereich Sportinfrastruktur mit seiner kostenlosen Öko-Check-Beratung für Sportanlagen.
Er umfasst eine komplette Bestandsaufnahme der Sportstätte mit allen Nebengebäuden und Außenflächen. In einem mehrseitigen Erfassungskatalog wird alles für die spätere Auswertung festgehalten. Die Vorschläge für Sanierungs- oder Verbesserungsmaßnahmen werden in einem Abschlussbericht – mit allen Empfehlungen und den ermittelten Einsparpotenzialen – dem Betreiber der Sportanlage zur Verfügung gestellt.
Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen ist es in erster Linie, die Energiekosten zu senken. Außerdem sollen dadurch Ressourcen eingespart und die CO2-Belastung wirksam reduziert werden. Auch in Hinblick auf einen aktiven Umweltschutz geben die lsb h-Berater wichtige Tipps an die Hand. Letztendlich helfen die Berater auch bei der Umsetzung konkreter Vorhaben, bei der Beantragung von Fördermitteln für regenerative Energieerzeugung, Grundwasserabgabe etc.

Sonderförderung
Vereine, die eine Öko-Check-Beratung in Anspruch genommen haben, können beim Landessportbund Hessen auch eine Sonderförderung von Klimaschutz- und Kosteneinsparmaßnahmen beantragen. Wird dieser Antrag genehmigt, stellt der Landessportbund  zusätzlich zur normalen Vereinsförderung aus dem Vereinsförderfonds pauschal 500 Euro je Förderbereich zur Verfügung.
„Wir wollen, dass die Vereine, die wir beraten, auch einen unmittelbaren Nutzen haben, wenn sie die vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen“, sagt der zuständige Geschäftsbereichsleiter Jens Prüller. Knapp 1.000 Sonderförderungen hat der Landessportbund ihm zufolge seit 2006 vergeben. Der große Vorteil der Sonderförderung besteht übrigens darin, dass er mit anderen Fördermitteln kumuliert werden kann. Das bedeutet, eine lsb h-Förderung reduziert weder die Ansprüche noch die Höhe anderer Fördermittel.

Qualitätssiegel für den Klimaschutz
Mit Unterstützung seines Partners Fraport AG hat der Landessportbund Hessen das Qualitätssiegel „7 Sterne für den Klimaschutz in Sportanlagen“ aufgebaut. Auch dafür kommt – nach Beantragung – ein Berater des lsb h in den Verein. Unter Hinzunahme der Verbrauchswerte der letzten drei Jahre, des aktuellen Schornsteinfegerprotokolls und der erforderlichen Baupläne ermittelt er mögliche Schwachstellen.
Außer dem umfassenden Auswertungsbericht mit Tipps und Empfehlungen wird im Anschluss auch das Qualitätssiegel verliehen. Dabei werden in sieben Kategorien Sterne für den Klimaschutz vergeben. Jeder Stern ist in Bronze, Silber und Gold erhältlich. Folgende Bereiche werden berücksichtigt: 1. Controlling/Management, 2. CO2-Bilanzierung, 3. Wärmeschutz Gebäude, 4. Wärmeerzeugung, 5. Stromverbrauch, 6. Einsatz regenerativer Energie, 7. Gesamtbewertung.
„Das Qualitätssiegel soll dazu motivieren, weitere Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und kann bei sukzessiver Anlagenoptimierung von Bronze über Silber bis zu Gold ergänzt beziehungsweise ausgetauscht werden“, erklärt Jens Prüller. Das Bestreben seines Geschäftsbereichs sei es, die Sportanlagen energetisch zu optimieren, den Klimaschutz in den Sportanlagen sowie die Sensibilität bei den Vereinsmitgliedern zu verbessern.

Seminare und Partnerschaften
Die Beratungen des Landessportbundes sind, im Gegensatz zu vielen kommerziellen Angeboten, nicht verkaufsorientiert und daher objektiv. Dennoch ist der lsb h einige Unternehmens-Partnerschaften eingegangen. „Es hilft uns, immer auf dem neuesten Stand zu sein, zu wissen, welche Trends gerade aufkommen und welche Neuerungen anstehen“, sagt Prüller.
Davon profitieren auch die Vereine: „Wir laufen dadurch keine Gefahr, bei Beratungen Produkte zu empfehlen, die demnächst überholt sein könnten oder von denen wir mitbekommen haben, dass sie Probleme machen.“ Zudem, sagt der Geschäftsbereichsleiter, hätten die lsb h-Partnerfirmen noch  mehr Detailwissen. „Gerade wenn es um seltenere Problemstellungen geht oder ein Verein ganz konkrete Fachfragen hat, können wir an unsere Partner verweisen.“
Zudem lädt der Geschäftsbereich regelmäßig zu Seminaren ein, die dank der Partner kostenfrei sind. Ob Kunstrasenplatz, Hallenheizung oder Bodenbeläge – der Landessportbund und die jeweilige Firma informieren dabei über Hintergründe und aktuelle Entwicklungen. Meistens finden die Seminare zudem in einer Sportstätte statt, in der die Maßnahmen bereits umgesetzt wurden.

Klimaschutzpreis
Zudem vergibt der Landessportbund Hessen einen Klimaschutz- und Energieeffizienzpreis für Sportanlagen. Dank Unterstützung der Fraport AG ist er mit 3.500 Euro dotiert und wird an jeweils drei Vereine vergeben. Ihnen muss es gelungen sein, über bauliche sowie benutzerorientierte Maßnahmen eine Verringerung der energie- und ressourcenbezogenen Betriebskosten ihrer Sportstätte zu erreichen.
Der Wettbewerb fokussiert dabei die Verbesserung des Umweltmanagements, der CO2-Bilanz, des Wärmeschutzes im und am Gebäude sowie die Verringerung des Stromverbrauchs und den Einsatz regenerativer Energien. Das Preisgeld muss jeweils für zweckgebundene Maßnahmen eingesetzt werden,  die zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz des Sportvereins beitragen.

Text: Isabell Boger