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Flüchtlinge

Erklärung zum Thema Flüchtlinge

ERKLÄRUNG

Der Landessportbund Hessen e.V. bekennt sich offen zur Flüchtlingshilfe

„Als größte freiwillige Personenvereinigung des Landes Hessen bekennt sich der Landessportbund Hessen mit seinen 23 Sportkreisen, 54 Verbänden, 8.000 Vereinen und 2,1 Millionen Mitgliedern zu einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft.“

Mit dieser Erklärung anlässlich des 27. Sportbundtages in Frankfurt am 26. September 2015 setzen die Delegierten ein Zeichen gegen Diskriminierung und Fremdenhass und bekennen sich zur demokratischen und sozialen Verantwortung des Hessischen Sports in der aktuellen Flüchtlingskrise.

Der Sport in Hessen sieht es als eine gemeinsame humanitäre Aufgabe an, Flüchtlingen Chancen für neue Lebensperspektiven in einer offenen, friedlichen und sportlichen Gesellschaft zu bieten. Er verurteilt jede Form von Rechtsextremismus, von Übergriffen und Ressentiments gegenüber Flüchtlingen.

Die Situation der Flüchtlinge, ihre wachsende Anzahl und die damit verbundenen Herausforderungen beschäftigen Sportvereine und -verbände in unserem Land zunehmend. Dabei kann auf den vielfältigen Erfahrungen und den vorhandenen Netzwerken aus der langjährigen Integrationsarbeit aufgebaut werden.

Vereine gründen sich auf dem Selbstverständnis von gegenseitigem Respekt und der Übernahme von Verantwortung für Sport und für das soziale Miteinander.
Vereine tragen in hohem Maße zum friedlichen Miteinander in unserer Gesellschaft bei und bieten Raum, um sich kennenzulernen, auszutauschen und gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Vereinsmitglieder engagieren sich hierfür ehrenamtlich und gerade aktuell weit über das normale Maß hinaus.

Aber viele Kommunen in Hessen sind inzwischen aufgefordert, deutlich größere Zahlen von Flüchtlingen unterzubringen als bislang vorgesehen war. Zunehmend werden Unterbringungen nur noch möglich, wenn kurzfristig Sporthallen als Notunterkünfte zur Verfügung gestellt werden. Die betroffenen Sportvereine reagieren fast ausnahmslos mit großem Verständnis und bieten häufig Hilfestellung an.

Sportvereine sind aber zugleich auf zeitgemäße und funktionale Sporträume in angemessenem Umfang angewiesen. Dabei haben Vereine immer wieder ihre Bereitschaft gezeigt zusammenzurücken, wenn einzelne Sporthallen oder Sporträume der Kommune aus unterschiedlichen Gründen geschlossen oder anderweitig belegt werden müssen. Dies gilt bislang auch für die Nutzung von Sporthallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge.

Doch Sporträume sind auch wichtige und unverzichtbare Begegnungsstätten für die Bevölkerung und zugleich Integrationsräume für Flüchtlinge. Dies gilt in gleichem Maße auch für Schulen, die für ihren Sportunterricht zwingend auf Sportstätten angewiesen sind. Daher sind Sporthallen aus humanitären Gründen als mittel- oder langfristige Massenunterkünfte ungeeignet.

Der Landessportbund Hessen verfolgt mit Sorge, dass zunehmend Sporthallen sehr kurzfristig und für unklare Zeiträume mehr als einen Übergangszeitraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zweckentfremdet werden.
Er appelliert daher an die Verantwortlichen auf Landesebene und in den Kreisen, Städten und Gemeinden,

  • das Engagement von Sportvereinen und -verbänden für Flüchtlinge unbürokratisch und spürbar zu unterstützen

  • die Nutzung von Sporthallen und anderen Sporträumen als Flüchtlingsunterkünfte in Anzahl und Dauer auf ein unvermeidbares Minimum zu begrenzen. In die Entscheidungsfindung sind die regionalen Vereine und die Sportkreise frühzeitig einzubeziehen.

  • ein mögliches Bleiberecht für bereits integrierte Flüchtlinge ernsthaft zu prüfen.

Wir müssen gemeinsam alles tun, damit Trainings-, Sport und Spielbetrieb der Sportvereine regulär durchgeführt werden können. Nur so kann der Sport dauerhaft seine integrative Wirkung zum Wohle Aller vollumfänglich entfalten.