Die Firma Dillig-Architekten aus Simmern ist Partner im Kooperationsverbund „Zukunftsorientierter Sportstättenbau – Kooperation Sport – Wirtschaft – Wissenschaft“ des Landessportbundes Hessen (lsb h). Mit dem Unternehmen konnte der lsb h einen innovativen Kooperationspartner gewinnen, der architektonische Arbeiten in vielfältigster Art anbietet. Wie beispielsweise im Offenbacher Stadtteil Bürgel. Dort ist die TSG Bürgel gerade dabei, ein neues vereinseigenes Sportzentrum zu erstellen.
Die Jahnhalle in Offenbach-Bürgel ist marode. Rostige Stahlträger, Wasserspuren und Graffiti an den Betonwänden, die Bodenplatte ist gebrochen, die Wände haben Risse und im Umkleideraum kann man durch eine Fuge zwischen zwei Betonplatten nach draußen schauen.
Die Halle stellt sich nicht viel anders dar als viele andere Hallen aus den 70er Jahren auch. Die Turnhalle, im Besitz der Stadt, wird vormittags als Schulsporthalle genutzt. Darüber hinaus dient sie als Trainingshalle des TSG Bürgel – ihr angeschlossen befindet sich das Vereinsheim, Kegelbahn und zusätzlicher Trainingsraum. Der Verein hat ca. 1.200 Mitglieder, etwa die Hälfte davon sind Jugendliche.
Im Januar/Februar 2008 fiel die Heizung auf der Kegelbahn aus, die Turnhalle blieb zeitweise kalt. Infolge einer möglichen Abwanderung von Mitgliedern war die Existenz des Vereins bedroht.
Der Vorsitzende der TSG Bürgel, Rolf-Dieter Elsässer, spricht in diesem Zusammenhang von der „Not des Vereins“ bevor ein Konzept zur Modernisierung da war. Elsässer betont, dass die „viel zu hohen Kosten einhergehen mit der Überalterung der Vereinsmitglieder und ein mittelfristiges Vereinsende abzusehen ist“. „Dies ist die Situation vieler Vereine in städtischen Gebieten“, so Elsässer. Oft fehle das Wissen, welche Vertragswerke notwendig seien und welche Wege beschritten werden können, um eine Lösung im Sinne der Vereine herbeizuführen.
Im Falle der TSG wurde von öffentlicher Seite eine Machbarkeitsstudie erstellt. Die Stadt rechnete mit Baukosten von 12,5 Millionen Euro für ein komplettes Sportzentrum an der Schulhalle. Allein der Abriss und Neubau der Halle sollte 4,5 Millionen verschlingen. Von der Machbarkeit war man meilenweit entfernt.
Die Vereinsverantwortlichen wandten sich an den Geschäftsbereich Sportinfrastruktur des Landessportbundes Hessen (lsb h). Dieser vermittelte den Kontakt zu seinem Kooperationspartner, dem Architekturbüro Dillig. Bei vielen gemeinsamen Treffen wurden Lösungswege erarbeitet.
Jetzt wird die bestehende Tennishalle umgebaut und saniert. Und auf dem Gelände wird zusätzlich eine 3-Feld-Sporthalle mit entsprechenden Nebenräumen, einer Geschäftsstelle und Sozialräumen entstehen. Sie ersetzt die alte, städtische Turnhalle.
Die Stadt wird künftig für die Hallennutzung und die Unterhaltskosten aufkommen und auch einen Hausmeister (mit)finanzieren. Sie stellt dafür Mittel in der Höhe zur Verfügung, wie die alte Halle Kosten verursacht hat.
In der neuen multifunktionellen Tennishalle haben die Architekten sechs moderne Kegelbahnen, einen großen, teilbaren Gymnastikraum sowie drei Hallentennisplätze eingeplant. Die Freiluftplätze des Tennisbereiches bleiben in der Anzahl unverändert.
Die neue 3-Feldhalle erhält darüber hinaus auf beiden Seiten ausziehbare Tribünen, die es erlauben, bei einer Trennung in der Mitte der Halle zwei Flächen zu je 30x20 Meter zur Verfügung zu haben. Weiterhin befinden sich im oberen Teil Übungs- und Gymnastikräume und nicht zuletzt ist hier ein Kraftraum geplant.
Der noch nutzbare Altbestand wird energetisch saniert und auf Neubauniveau gebracht. Mit Unternehmerangeboten schon in den Planungsvorphasen lieferte der Planer zusätzlich Kostensicherheit für den Verein und durch energetische Sanierung des Bestandes sowie neuartige Nutzung von Alternativ-Energien werden zukünftig Energiekosten in hohem Maße eingespart werden. Damit wird das Konzept rund und für die TSG machbar.
Aufgrund der neuen modernen lebensfrohen Sportstätte, der erweiterten Sportangebote (Gymnastik, Gesundheitssport, Seniorensport) erwarten die Vereinsverantwortlichen demnächst eine spürbare Belebung des Vereins. Die Nachfrage vor Ort ist vorhanden.
Fruchtbare Zusammenarbeit
Vereine können profitieren
Was sich am Beispiel der TSG Bürgel heute als logische Lösung darstellt, wurde in Gesprächen, umfangreichen Analysen und langen Sitzungen mühevoll herausgearbeitet. Dabei hat auch die Zusammenarbeit mit dem Unternehmensberater Dr. Rainer Lehmann von aktiva consulting eine strategisch, steuerrechtlich und vereinsrechtlich professionelle Qualität ergeben, die weit über das Know-how eines innovativen Planungsbüros hinausgeht. „Ohne diese wirtschaftlich konsequente Betrachtung ist ein Sportstättenprojekt heute nicht mehr zu entwickeln“, so Vereinsvorsitzender Elsässer. Deshalb wollen er und der Vereinsvorstand zusammen mit dem Team Dillig-Architekten (Architektur, Projektsteuerung) und aktiva consulting (Beratung) auch anderen Vereinen eine entsprechende Beratung und Planung als Gesamtpaket zugänglich machen. Nach Ansicht von Rolf-Dieter Elsässer stellt die hier vorgestellte „kommunalersetzende Maßnahme“ schon heute ein neues Instrumentarium für die Vereine dar.Interessierte Vereine können sich deshalb an folgende Ansprechpartner wenden: Vereinsvorstand der TSG Bürgel, Herrn Elsässer (Tel. Geschäftsstelle 069-869191), Architekt Daniel Dillig (Tel. 06761-917290 oder 0170-1835673) sowie beim Landessportbund Hessen e.V., GB Sportinfrastruktur, an Michael Willig, Tel. 069-6789-416, E-Mail: mwillig@lsbh.de
Michael Willig