Landessportbund
Fröhliche Gesichter in Berlin: lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller, die Vizepräsidenten Rolf Hocke und Professor Dr. Heinz Zielinski (von rechts), Vizepräsident Ralf-Rainer Klatt (links) und Hessens Minister des Innern und für Sport, Volker Bouffier (4. von links) freuen sich mit den Vertretern des TSV der Wetzlarer Karnevalsgesellschaft über den „Großen Stern des Sports“. Foto: Ralf Koch

Berlin: Großer Stern des Sports für den TSV der Wetzlarer Karnevalsgesellschaft e.V.

"Classic Meets Hip Hop" verbindet Sport, Migranten und Musik

Mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold ist kürzlich der TSV der Wetzlarer Karnevalsgesellschaft in Berlin ausgezeichnet worden. Überreicht wurde der mit 1.000 Euro dotierte Preis von Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit dem DOSB-Präsidenten Thomas Bach und dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken Uwe Fröhlich. Der TSV wurde für sein Programm „Classic Meets Hip Hop“, in dem Jugendliche mit Migrationshintergrund gemeinsam mit dem Blasorchester der Musikschule Wetzlar auftreten, ausgezeichnet. Zu den ersten Gratulanten zählten Hessens Minister des Innern und für Sport, Volker Bouffier, sowie vom Präsidium des Landessportbundes Hessen Präsident Dr. Rolf Müller und die Vizepräsidenten Rolf Hocke, Ralf-Rainer Klatt und Professor Dr. Heinz Zielinski.

Mit dem „Großen Stern des Sports“ werden seit 2004 jährlich Sportvereine in Deutschland für ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Der Preis steht für die große Vielfalt des Breitensports und die Bereitschaft der Vereine gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Veranstalter der Ehrung waren der DOSB und die Volks- und Raiffeisenbanken. Mit dem ersten Preis wurde dieses Jahr der Polizeisportverein Saar ausgezeichnet.
Durch den achten Platz im Finale wurde der TSV der Wetzlarer Karnevalsgesellschaft mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold, sowie 1.000 Euro belohnt. Der TSV überzeugte mit seinem Projekt „Classic Meets Hip Hop“ die Jury. Angefangen hat das Programm des Tanzsportvereins im Jahr 2003: Damals überlegte der Verein, wie er die Kinder- und Jugendarbeit fördern könnte. Da klassischer Gardetanz nicht viele Jugendliche ansprach, nahmen die Trainer auch Hip Hop, Breakdance, orientalischen Tanz und Cheerleading ins Kursangebot auf. Erfreulicherweise begeisterten sich viele Jugendliche mit Migrationshintergrund für die Kurse.
Viel mehr als Sport
Die Jugendlichen fanden beim Tanzsportverein darüber hinaus Möglichkeiten wie zum Beispiel einen Ausbildungsplatz als Jugendgruppenhelfer oder Übungsleiter.
Die Tänzer des TSV kommen unter anderem aus Gambia, Ghana, Russland, den USA und von den Philippinen.
Neben neuen Tänzen und Tanzschritten steht das Verständnis für die jeweilige Kultur des Anderen im Vordergrund. 2007 ging der Verein eine Kooperation mit dem Blasorchester der Musikschule Wetzlar ein, denn Hip Hop alleine war den experimentierfreudigen, jugendlichen Tänzern nicht abwechslungsreich genug. Die beiden unterschiedlichen Gruppen harmonierten immer besser miteinander und so erlebte die Aufführung „Classic Meets Hip Hop” im März 2008 ihre Premiere. Ein neues Programm ist momentan in Planung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte während der Veranstaltung in Berlin die Arbeit der Sportvereine und ihrer ehrenamtlichen Helfer als wichtige Stütze der Gesellschaft.
DOSB-Präsident Thomas Bach hob das freiwillige Engagement hervor. „Die Menschen in den Vereinen arbeiten 365 Tage im Jahr und das meist ehrenamtlich. Sie engagieren sich für den Zusammenhalt dieser Gesellschaft“, sagte er.
Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken sagte: „Wir zeichnen heute keine Spitzensportler aus, sondern Vereine, die sich mit hervorragenden Ideen und Projekten hervorgetan haben und geholfen haben, den Breitensport zu formen.“
2.500 Bewerbungen
Die prämierten Vereine hatten sich in dem dreistufigen und zehn Kategorien umfassenden Wettbewerb zuvor auf der Lokal- und Landesebene durchgesetzt und waren somit bereits mit den „Großen Sternen des Sports“ in Bronze und Silber ausgezeichnet worden. Insgesamt hatten sich mehr als 2.500 Sportvereine beworben.

PM/Pablo Bollig
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