Landessportbund

Sport und Ernährung – Thema heute: Gesunde Fitmacher

Die TOP 8 für sportlich Aktive

Es gibt nicht das gesunde oder das ungesunde Lebensmittel. Bekanntlich macht die Dosis die Wirkung. Die Bandbreite an „gesunden“ Lebensmitteln ist groß und die Spitzenreiter bereichern unseren Speiseplan reichhaltig mit vielen wertvollen Nährstoffen. Diese können unsere körperliche und geistige Fitness nachweislich unterstützen.
Warum aber sind diese Nährstoffe so gesund? Die nachfolgende „ Hitliste“, die auf Basis aktueller Studienergebnisse zusammengestellt wurde, verrät warum.

1. Äpfel – schützen gegen Krebs und kontrollieren den Blutzuckerspiegel
„An apple a day, keeps the doctor away!“ - diese englische Volksweisheit wird nun durch neuere Studienergebnisse (aid Pressinfo 21. Juli 2010) gestützt: „Der regelmäßige Konsum von Äpfeln oder Apfelsaft könnte zu einem reduzierten Darmkrebsrisiko führen“, publizierte Dr. Clarissa Gerhäuser vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg im Juni 2010.
Offensichtlich ist die Dichte von etwa 30 verschiedenen Polyphenolen (= Sekundäre Pflanzenstoffe) in Äpfeln verantwortlich für die sehr guten antioxidativen Effekte. Da sich Apfelpolyphenole gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken, ist es sinnvoll, möglichst die ganze Bandbreite der Stoffe gleichzeitig zu verzehren.
Hinsichtlich des Gehaltes an sekundären Pflanzenstoffen schneiden Mostäpfel bzw. alte Apfelsorten (Angebot in Bioläden oder auf dem Wochenmarkt) gegenüber Tafeläpfeln besser ab.
Die Kombination von viel Ballaststoffen (Pektin), Wasser und einem niedrigen glykämischen Index stabilisiert den Blutzuckerspiegel, hilft gegen Heißhungerattacken und unterstützt damit das erfolgreiche Abnehmen.
Praktische Ernährungstipps: Äpfel mit Schale verzehren oder Direktsäfte bzw. naturtrübe Säfte trinken. Fein geraspelte Äpfel passen gut zum Müsli!

2. Heidelbeeren – als Zellschutz
Die Wirkung von Beerenobst schneidet in vielen Studien positiv ab, besonders bezüglich der Schutzwirkung auf das Zellsystem. Forscher der Tufts University (Nähe Boston, U.S.A.) stellten fest, dass Heidelbeeren aufgrund ihres hohen Anteils an Anthocyanen (= natürlicher blauer Pflanzenfarbstoff) und Polyphenolen die höchste antioxidative Kapazität aufweisen.
Diese Fähigkeit bildet womöglich ein gutes Schutzschild für die Entstehung von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber hinaus tragen die Inhaltsstoffe von Heidelbeeren dazu bei, die Collagenbildung in der Haut zu verbessern und damit der Fältchenbildung entgegenwirken.
Die blauen Früchte bieten neben Vitaminen (Beta-Karotin, Vitamin C) und Mineralstoffen (Kalium) reichlich Ballaststoffe (Pektin), die die Verdauung fördern.
Praktische Ernährungstipps: Zum Frühstück aus frischen (oder aufgetauten tiefgefrorenen) Früchten einen Smoothie zubereiten oder ein paar frische Beeren über das Müsli streuen.

3. Natives Rapskernöl – für Gehirn und Nerven
Kalt gepresstes natives Rapskernöl ist eine hervorragende Quelle für Vitamin E und die essenziellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-9. Diese dienen als wichtige Bausteine für Gehirn- und Nervenzellen. Neuere Forschungen stellen einen Zusammenhang her zwischen der Entwicklung von Alzheimer bzw. Demenz und der Zufuhr an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
Praktische Ernährungstipps: Jeden Tag eine kleine Portion gemischten Salat mit Essig-Rapsöl-Dressing essen oder etwas Öl über das gegarte Gemüse geben.

4. Haferflocken – stärken das Herz
Haferflocken bieten eine gute Mischung aus löslichen und unlöslichen Ballaststoffen, die auf unterschiedliche Weise vor Herzerkrankungen schützen. Die wasserlöslichen Beta-Glukane bilden eine gelartige Substanz, die das ungünstige LDL-Cholesterin bindet und damit die Aufnahme in den Blutkreislauf verhindert. Gleichzeitig wird das günstige HDL-Cholesterin nicht gesenkt.
Die unlöslichen Ballaststoffe bewirken eine gute langanhaltende Sättigung, schützen gegen die kleinen Heißhungerattacken zwischendurch und beugen der Entstehung von Übergewicht vor. Die Vollgetreideflocken zählen durch ihre hohe Nährstoffdichte (u. a. Calcium, Magnesium, Eiweiß etc.) zu den wichtigsten Sportlerlebensmitteln und gehören damit am besten täglich auf den Speiseplan.
Praktische Ernährungstipps: Zum Frühstück oder nach dem Training ein Müsli mit Haferflocken kombiniert mit Milchprodukten, ein paar grob zerkleinerten Walnüssen oder Mandeln sowie frischem Obst.

5. Kohl – fast unschlagbar bei der Krebsprävention
Die Nährstoffdichte von Kohl hinsichtlich der Menge an schützenden sekundären Pflanzenstoffen pro Energieeinheit ist offensichtlich unschlagbar verglichen mit anderen Lebensmitteln und daher ein wichtiger Beitrag zum Schutz vor Krebserkrankungen. Zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen 10 bis 15 extrem wirksame Glycosinolate, die laut Studienergebnissen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Frauenkrebsleiden (Brust, Eierstöcke) spielen können. Vermutlich aktivieren sie Entgiftungsenzyme in der Leber, die möglicherweise eine neutralisierende Wirkung auf potentielle Krebserreger haben.
Praktische Ernährungstipps: Kohl auch mal als Rohkost genießen – zum Beispiel zum belegten Brot beim Abendessen. Kurz gegart passt fein geschnittener Weißkohl zum asiatischen Wokgericht.

6. Grüner Tee – gegen Entzündungen
Nach den Studienergebnissen im European Journal of Clinical Nutrition (2006) rangiert Grüner Tee als gesundes Getränk auf Platz 1. Die Vielfalt an sekundären Pflanzenstoffen wirken antientzündlich und antibakteriell. Dies ist ein natürlicher Verstärker von ausgleichenden Prozessen im Körper, ganz besonders positiv für die Regenerationsphase nach dem Sport.
Praktische Ernährungstipps: Kochendes Wasser kurz abkühlen lassen, bevor die ganzen Blätter des Grünen Tees aufgebrüht werden. Maximal 1-2 Minuten ziehen lassen. Grüner Tee enthält Koffein – vielleicht eine Alternative zum Wachmacher Kaffee am Morgen?!

7. Sardinen – festigen Knochen und Zähne
Sardinen liefern viel Calcium und Vitamin D, die für die Härtung und den Aufbau von Knochen und Zähnen unentbehrlich sind und damit zu den Lebensmitteln zählen, die am besten vor Osteoporose schützen können. Dies gilt insbesondere für Personen, die eine Milchunverträglichkeit haben und so nicht ausreichend Calcium über Milchprodukte zuführen.
Praktische Ernährungstipps: Sardinen am besten frisch gegrillt oder kurz gebraten zubereiten. Die in Öl eingelegten Fische besser gut abtropfen lassen, bevor sie mit ein wenig Zitronensaft beträufelt zum grünen Salat gegessen werden.

8. Eier – zum Muskelaufbau und für gute Laune
Tatsächlich sind eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch, Geflügel, Bohnen, Nüsse oder Kerne gute Quellen für die Aminosäure Tryptophan. Diese Aminosäure ist essentiell und bildet den Baustein für den Aufbau von Serotonin, dem so genannten Glückshormon. Eier bieten neben der Aminosäure Tryptophan noch andere essentielle Aminosäuren. Empfehlenswert ist vor allem das fettarme Hühnereiklar. Die Kombination von Ei mit Kartoffeln bietet eine sehr hohe biologische Wertigkeit; d. h. viel körpereigenes Eiweiß kann daraus aufgebaut werden, also stellt Hühnereiweiß eine wertvolle Quelle in der Muskelaufbauphase dar.
Praktische Ernährungstipps: Zum Abendessen fettarm zubereitetes Rührei mit Vollkornbrot und frischen Tomaten + Basilikum und etwas Walnussöl genießen.
Tipp: Checken Sie Ihren täglichen Ernährungsplan: Welche Fitmacher essen oder trinken Sie regelmäßig?

Kirsten Dickau, Ernährungsberaterin am Olympiasstützpunkt Hessen
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