Landessportbund
Im BFD kann eine Trainerlizenz erworben …
… und es werden auch theoretische Inhalte vermittelt. Fotos: Jürgen Lecher

Freiwilligendienste im Sport werden weiter ausgebaut

Bundesfreiwilligendienst bietet viele Einsatzfelder

Die Familie der Freiwilligendienste im Sport in Hessen hat Zuwachs bekommen. Das sehr erfolgreiche Freiwillige Soziale Jahr im Sport wird ergänzt durch den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Die Sportjugend Hessen wird ab dem 01. September ihr vielfältiges Angebot sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht stark erweitern.

Der BFD ersetzt nicht nur den bisherigen Zivildienst, sondern wird den Freiwilligen eine größere Palette an möglichen Einsatzfeldern bieten. Neben den bisherigen Feldern im Zivildienst sind dies zum Beispiel Tätigkeiten
•    im Projekt-, Verbands- und Veranstaltungsmanagement
•    im sportartspezifischen Kinder- und Jugendsport
•    im Umwelt- und Naturschutz
•    im Sport für besondere Zielgruppen
•    im handwerklich und technischen Bereich
Trainerausbildung im BFD
Für Freiwillige, die überwiegend im sportartspezifischen Kinder- und Jugendsport tätig sind oder es werden wollen, ist deshalb der BFD der „richtige“ Freiwilligendienst. Hier können die Freiwilligen künftig innerhalb ihres Freiwilligenjahres eine Trainerlizenz für ihre Sportart im Breiten- oder im Leistungssport erwerben. Dabei werden gleich zu Beginn der gesetzlich vorgeschriebenen mindestens 25 Bildungstage die Voraussetzungen für den späteren Lizenzerwerb beim Fachverband geschaffen. In der von der Sportjugend Hessen durchgeführten Einführungswoche und dem bald darauf folgenden Zwischenseminar erhalten die Teilnehmer eine 40 Lerneinheiten (LE) umfassende Schulung, die sogenannte Basisqualifikation nach den DOSB-Rahmenrichtlinien für die Ausbildung.
Die weiteren Ausbildungsabschnitte werden dann beim jeweiligen Fachverband absolviert. Hier finden zurzeit die organisatorischen Absprachen mit den für die sportartspezifische Ausbildung zuständigen Verbänden statt.
Die Sportjugend ist bestrebt, trotz der bei den Verbänden unterschiedlichen Organisationsformen und Inhalten einen möglichst reibungslosen Ablauf für dieses neue Format zu gewährleisten. Es wird angestrebt, die Trainerausbildungen jeweils innerhalb des Freiwilligenjahres abzuschließen. Dies ist aber nicht in allen Fällen möglich und auch nicht zwingend notwendig. Dies kann auch noch in der Zeit nach dem Freiwilligenjahr geschehen.
Vereinsmanager-Ausbildungen
Für Freiwillige, die schwerpunktmäßig im Projekt- und Veranstaltungsmanagement oder in der Verwaltung ihres Vereines, Sportkreises oder Verbandes tätig sind, haben wir in enger Zusammenarbeit mit dem lsbh eine komplette Vereinsmanager-Ausbildung mit Lizenzerwerb vorgesehen. Ab dem kommenden Freiwilligenjahr können also Mitgliedsorganisationen, die einen Freiwilligen für dieses wichtige Arbeitsfeld suchen oder vielleicht schon haben, die neuen Möglichkeiten des BFD nutzen.
Zahl der Einsatzstellen erhöht
Auch quantitativ möchte die Sportjugend die Freiwilligendienste im Sport in Hessen weiter auf insgesamt 200 Freiwilligendienststellen ausbauen. Zu den aktuell vorhandenen 150 (FSJ-) Stellen werden 50 neue Einsatzstellen hinzukommen. Die genaue Verteilung der 200 Stellen auf BFD- und FSJ-Stellen orientiert sich an den Wünschen und Interessen der Vereine und der Freiwilligen selbst. Hier bleibt abzuwarten, für welches Angebot sich die Freiwilligen und die Einsatzstellen entscheiden.
Letztlich hängt das Mischungsverhältnis von FSJ und BFD-Stellen auch von der bundesweiten Entwicklung bei den Freiwilligendiensten ab. Die insgesamt 70.000 vom Bund geförderten Stellen, die sich je zur Hälfte auf den BFD und das FSJ/FÖJ verteilen, werden vermutlich zu Kontingentierungen bei den Diensten und den Zentralstellen führen. Wegen des weiter steigenden Interesses junger Menschen, einen Freiwilligendienst zu absolvieren, nicht zuletzt aber auch wegen der Abitur-Doppeljahrgänge in zahlreichen Bundesländern und der Aussetzung der Wehrpflicht wird für die nahe Zukunft mit einer höheren Zahl an Interessenten gerechnet.
FSJ oder BFD?
Für die Entscheidung, ob man einen BFD oder ein FSJ machen möchte, ist ausschließlich das Aufgabenprofil der jeweiligen Stelle und die darauf zugeschnittene Qualifikation bzw. die Gestaltung der Bildungstage maßgebend. Bei Einsatzfeldern, für die eine Übungsleiterausbildung im Breitensport mit dem Profil Kinder/Jugendliche die geeignete Qualifikation bedeutet, ist nach wie vor das FSJ der richtige Dienst. Für sportartspezifische Tätigkeiten im Breiten- oder Leistungssport und für angehende Vereinsführungskräfte ist der BFD mit seiner Trainer- oder Vereinsmanagerausbildung die richtige Wahl. Die formalen Unterschiede zwischen FSJ und BFD sind inzwischen so gering geworden, dass diese als Entscheidungskriterium zwischen den beiden Diensten nicht mehr ins Gewicht fallen. Mit einer Ausnahme: Freiwillige, die das 27. Lebensjahr bereits vollendet haben, können ausschließlich den BFD wählen, da das FSJ ein reiner Jugendfreiwilligendienst ist. Die Anerkennung der beiden Freiwilligendienste in der öffentlichen Wahrnehmung hat sich im Übrigen mittlerweile sehr angeglichen, so dass es hier keinen besseren oder schlechteren Freiwilligendienst gibt.
BFD-Einsatzstellen anerkannt
Vereine, die gerne Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst werden wollen, müssen sich durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BaFzA) anerkennen lassen. Die Sportjugend Hessen bietet hier als der zuständige Träger für den Sport in Hessen ihre Unterstützung „von Anfang an“, also auch im Antragsverfahren an. Wie beim FSJ in den vergangenen 10 Jahren erfolgreich erprobt, übernimmt die Sportjugend Hessen auch beim BFD die komplette Verwaltung und Organisation des Freiwilligenjahres. Für bereits anerkannte FSJ-Einsatzstellen ist die zusätzliche Anerkennung auch für den BFD nur ein kleiner formaler Verwaltungsakt, da die Voraussetzungen für die Anerkennung als BFD-Einsatzstelle denen für FSJ-Einsatzstellen sehr ähnlich sind.
Jetzt anerkennen lassen
Erfahrungsgemäß beginnt bei den Freiwilligendiensten spätestens im Februar die heiße Bewerbungsphase. Besonders die jungen Menschen, die im Sommer ihren Schulabschluss machen werden, kümmern sich jetzt verstärkt um „die Zeit danach“. Es gibt erfreulicherweise Viele, die gerne ein Freiwilliges Jahr in ihrem Sportverein machen möchten. Deshalb sollten alle an einem Freiwilligendienst interessierten Vereine sich umgehend mit uns in Verbindung setzen und sich als Einsatzstelle anerkennen lassen. Unser FSJ/BFD-Team berät die interessierten Vereine über die beiden Freiwilligendienste im Sport, beantwortet Fragen und hilft anschließend bei der Antragstellung.
Weitere Informationen erhalten Sie wie bisher auf unserer Homepage www.sportjugend-hessen.de, oder auch über www.freiwilligendienste-im-sport.de 

Jürgen Herget
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