Magazin "Sport in Hessen"

Sport in Hessen 2016

Sportminister Beuth bittet die Vereine um Mithilfe

Sport und Flüchtlinge

Sportminister Peter Beuth (r.) und Sportjugend-Vorstandsmitglied Behzad Borhani sind sich einig: Sport kann bei der Integration eine wichtige Rolle spielen. Foto: HMdIS

Die Hessische Landesregierung hat zum Jahresbeginn 2016 das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ gestartet. Zunächst stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung, um landesweit Sportangebote für Schutzsuchende zu fördern und sogenannte „Sport-Coaches“ einzusetzen. Warum sich das Land zu diesem Programm entschlossen hat, was genau es beinhaltet und wie wichtig die Rolle der Sportvereine bei der Integration von Flüchtlingen ist, erläutert Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, in einem Brief an alle Sportvereine:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Vereinsvertreterinnen und -vertreter,
die große Zahl der Schutzsuchenden, die zurzeit zu uns kommen, stellt unsere gesamte Gesellschaft vor Herausforderungen. Die vielfältigen Sport- und Bewegungsangebote bieten sehr gute Möglichkeiten, Flüchtlingen schnell und unkompliziert das Ankommen in unserer Gemeinschaft zu erleichtern. Als Sportvereine leisten Sie – nicht nur in der aktuellen Flüchtlingssituation – unbezahlbare und unbürokratische Integrationsarbeit vor Ort. Für dieses Engagement möchte ich Ihnen meinen herzlichen Dank aussprechen. Die Hessische Landesregierung ist sich bewusst, dass dies nicht selbstverständlich ist.

Die integrative Kraft des Sports und seine Möglichkeiten vor Ort haben uns bewogen, zusammen mit der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen e.V. das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ aufzusetzen. In die Entwicklung des landesweiten Programms flossen die Erfahrungen und Erkenntnisse des gleichnamigen Modellprojekts der Sportjugend Hessen ein. Im Mittelpunkt des Programms stehen sogenannte Sport-Coaches. Diese bündeln die Interessen der Sportvereine, der Flüchtlinge sowie der Betreuer und Initiativen vor Ort. Dafür werden die Netzwerker eigens von der Sportjugend Hessen geschult. Der Einsatz von Sport-Coaches ?durch die Stadt oder Gemeinde ist eine unabdingbare Fördervoraussetzung.

Antragsberechtigt sind zunächst Städte und Gemeinden. In Abhängigkeit der Anzahl der – in eigenen oder in Einrichtungen der Landkreise – untergebrachten Flüchtlinge können sie eine Förderung in Höhe von 5.000  bis 25.000 Euro erhalten. Städte und Gemeinden, in denen eine Erstaufnahmeeinrichtung, eine Außenstelle oder Notunterkunft besteht, können zusätzlich Mittel bis zu 25.000 Euro beantragen.

Die Fördermittel können eingesetzt werden für Aufwandsentschädigungen der Sport-Coaches und Personen, die Sportgruppen für Flüchtlinge anleiten sowie für Sachmittel und Schulungsmaßnahmen.

Erhält Ihre Stadt oder Gemeinde Fördermittel aus dem Programm, können diese auch an Sportvereine und weitere Institutionen, die entsprechende Angebote für Flüchtlinge anbieten, weitergegeben werden. Die jeweilige Stadt oder Gemeinde entscheidet jedoch grundsätzlich eigenständig darüber, für welchen der genannten Bereiche die Mittel verwendet werden. Wenden Sie sich daher bei Interesse bitte zunächst an Ihre Stadt oder Gemeinde.

Gleichzeitig möchte ich Sie bitten, Ihre Stadt oder Gemeinde bei der Suche eines Sport-Coaches zu unterstützen – Sie kennen sicherlich Personen, die dafür in Frage kommen. Ergänzend stehen Ihnen hierfür Flyer und Plakate zur Verfügung, die Sie auf www.sportjugend-hessen.de bestellen können. Hier finden Sie zudem, wie auch auf der Internetseite des Hessischen Innen- und Sportministeriums (www.?hmdis.hessen.de/sport), alle aktuellen Informationen  zum?Programm. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an  Volker Rehm, Beratung(at)sportjugend-hessen.de, Tel. 069/6789-245.

Ich hoffe, dass wir mit dem bundesweit einmaligen Programm „Sport und Flüchtlinge“ einen wichtigen Beitrag für Ihre Arbeit vor Ort und die Integration in und durch den Sport leisten. Ich danke Ihnen bereits jetzt für Ihre Unterstützung und wünsche Ihnen und Ihren Familien ein erfolgreiches Jahr 2016!

Ihr
Peter Beuth