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Förderprogramm Sport und Flüchtlinge

Dragoslav Stepanovic neuer Botschafter des Förderprogramms

Weitere 400.000 Euro für "Sport und Flüchtlinge"

Foto: Pobporn Fischer / pobpornfischer.com

Das bundesweit einzigartige Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ des Landes Hessen ist ein Erfolgsprojekt. Das betonte der Hessische Innen- und Sportminister Peter Beuth Mitte Juli im Rahmen der Übergabe von Fördermitteln an die Stadt Wiesbaden (45.000 Euro) sowie an die Stadt Rüsselsheim (20.000 Euro). Dabei kündigte er auch eine Aufstockung des Programms an. 
 
Das Interesse an dem vom Innenministerium aufgelegten und von der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen initiierten Projekts ist riesig. "Es ist schon jetzt ein beachtlicher Erfolg", so Sportminister Peter Beuth. Zur Halbzeit des Förderprogramms seien bereits 186 hessische Städte und Gemeinden in einem Gesamtvolumen von knapp zwei Millionen Euro gefördert worden. "Und es gibt immer noch Anfragen, das Angebot spricht sich immer weiter herum", erklärte Angelika Ribler, Projektleiterin bei der Sportjugend Hessen.

"Aufgrund der sehr positiven Resonanz haben wir uns dazu entschlossen, die Gesamtfördersumme um 400.000 Euro auf rund 2,4 Millionen Euro zu erhöhen. Damit wollen wir den Kommunen auch weiterhin die Möglichkeit geben, durch den Einsatz der sogenannten Sport-Coaches Flüchtlinge zu betreuen und über den Sport in unsere Gesellschaft zu integrieren. Zudem können Sportangebote für Flüchtlinge unterstützt und Sachmittel hierfür erworben werden", sagte Beuth bei der Fördermittelübergabe.

Bislang haben die geförderten Städte und Gemeinden fast 200 Sport-Coaches ausgebildet. Diese fungieren als Kontaktpersonen zwischen Sportvereinen, Asylbetreuung, Flüchtlingsunterkünften und Flüchtlingen. In der ersten Zeit begleiten sie Flüchtlinge zu Sportangeboten.

"Wir freuen uns, dass so viele Städte und Gemeinden die Chance erkannt und ergriffen haben. Mit den Sportcoaches gibt es in Hessen inzwischen zahlreiche kompetente Ansprechpartner, die den Kontakt zwischen Sportvereinen und Geflüchteten herstellen. Sie ebnen den Weg in die Sportvereine, nehmen auf beiden Seiten die Angst und tragen so ganz erheblich zur Integration der Geflüchteten bei", freut sich auch Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen.

Botschafter der Integration

Um das am Anfang des Jahres initiierte Projekt weiter zielgerichtet voranzutreiben, wird künftig der ehemalige Spieler und Trainer von Eintracht Frankfurt, Dragoslav Stepanovic, Botschafter des Förderprogramms. Der 67-jährige gebürtige Serbe wird in Zukunft verschiedene Termine im Rahmen des Förderprogramms „Sport und Flüchtlinge“ begleiten. Dazu gehören Sport-Coach-Schulungen oder Regionaltreffen.
 
"Aufgrund seiner persönlichen Biografie und seiner Bekanntheit im Sport in Hessen sowie auch in Verbindung mit seiner derzeitigen Tätigkeit als Trainer der ID-Hessenauswahl erhält das Förderprogramm mit Dragoslav Stepanovic einen wertvollen Botschafter. Ich bin mir sicher, dass das Projekt durch ihn eine noch höhere Wertschätzung sowie eine stärkere mediale Aufmerksamkeit erzielen kann", so Sportminister Peter Beuth.

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Sportminister Beuth stellt Förderprogramm vor

Damit aus Fremden Freunde werden

Die Hessische Landesregierung hat zum Jahresbeginn 2016 das Förderprogramm "Sport und Flüchtlinge" aufgelegt. Zunächst zwei Millionen Euro stehen zur Verfügung, um landesweit Sportangebote für Schutzsuchende zu fördern sowie sogenannte „Sport-Coaches“ einzusetzen. Sie werden als Ansprechpartner die guten Ideen vor Ort koordinieren und gleichzeitig die Interessen der Flüchtlinge vertreten.

„Die große Zahl der Flüchtlinge, die zurzeit zu uns kommen, stellt unsere gesamte Gesellschaft vor Herausforderungen. Wir wollen die Menschen bei uns willkommen heißen und sie bestmöglich integrieren. Dem Sport kommt dabei eine entscheidende Rolle zu: Er überwindet Grenzen mit Leichtigkeit und hilft dabei, dass Fremde zu guten Nachbarn und Freunden werden“, sagte der Hessische Innenminister bei der Vorstellung des Programms.

Die Sportvereine leisteten bereits unbezahlbare und unbürokratische Integrationsarbeit vor Ort. „Wir wollen das großartige Engagement der Vereine unterstützen und ihnen praktische Hilfe und Knowhow zur Verfügung stellen: Unser neues Förderprogramm und das Konzept der ‚Sport-Coaches‘ ist bundesweit einzigartig“, so Peter Beuth.

Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ basiert auf dem gleichnamigen Modellprojekt der Sportjugend Hessen, das von Oktober 2014 bis Juni 2015 in den Gemeinden Butzbach, Egelsbach und Maintal erfolgreich durchgeführt wurde. Die Sportjugend Hessen ist als fachlicher Partner in das neue flächendeckende Förderprogramm eingebunden. Sie arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich im Bereich Integration in und durch den Sport von Menschen mit Migrationshintergrund. „Städte und Gemeinden, die Angebote für Flüchtlinge initiieren möchten, werden von uns in ihrem Engagement unterstützt. Die vielfältigen Sport- und Bewegungsangebote bieten sehr gute Möglichkeiten, Flüchtlingen schnell und unkompliziert das Ankommen in unserer Gemeinschaft zu erleichtern“, erklärte der Minister.

Folgende zwei Bereiche werden innerhalb des Programms „Sport und Flüchtlinge“ gefördert:

  • Sport- und Bewegungsangebote der Sportvereine und anderer Institutionen in den Städten und Gemeinden.
  • Einsatz von „Sport-Coaches“, die den Kontakt zwischen Sportvereinen, Asylbetreuung, Flüchtlingsunterkünften und Flüchtlingen herstellen sowie die Flüchtlinge in der ersten Zeit zu den Sportangeboten begleiten.

Antragsberechtigt sind Städte und Gemeinden, die mehr als 40 Flüchtlinge untergebracht haben. Je nach Anzahl der Personen kann eine Förderung von 5.000 bis 25.000 Euro bewilligt werden. Kommunen, die weniger als 40 Flüchtlinge untergebracht haben, können im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit Anträge stellen. Städte und Gemeinden, in denen eine Erstaufnahmeeinrichtung, eine Außenstelle oder Notunterkunft besteht, können zusätzlich Mittel bis zu 25.000 Euro beantragen. Das Geld kann eingesetzt werden für die Aufwandsentschädigungen der Sport-Coaches, Übungsleiter, Schulungsmaßnahmen oder Sachmittel.

Eine wichtige Rolle spielen die Sport-Coaches: Sie bündeln die Interessen der Sportvereine, Flüchtlinge sowie der Betreuer und Initiativen vor Ort. Dafür werden die Netzwerker eigens von der Sportjugend Hessen geschult. Zur Intervention bei aufkommenden Krisen oder Konflikten innerhalb des Programms steht auch das beratungsNetzwerk Hessen als Partner zur Verfügung.

Das Förderprogramm ist flexibel auf die unterschiedlichen Gegebenheiten zugeschnitten. Während in Erstaufnahmeeinrichtungen die sportliche Betätigung als sinnvolle Freizeitbeschäftigung auch einen Beitrag zur Deeskalation leisten kann, rückt in den Gemeinden und Städten vor Ort die Integration in und durch den Sport in den Vordergrund. „Wir wollen, dass hessenweit Flüchtlinge und Einheimische einander kennenlernen und gemeinsam Sport treiben können. So werden Vorurteile und Ressentiments abgebaut und das ist die Grundlage für gelingende Integration“, sagte der Innenminister.

Weitere Infos zu den Sport-Coaches finden Sie in einem Flyer.

Hier geht es zu den Förderrichtlinien des Landesprogramms.