Landessportbund

24.04.97

Spitzengespräch zwischen lsb h und CDU-Landtagsfraktion

Die Sportförderung darf nicht noch weiter zurückgefahren werden

Von beiden Seiten hochrangig besetzt war das Gespräch zwischen dem Präsidium des Landessportbundes und der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag.

 

Schwerpunkte waren - neben einer allgemeinen Tour de Raison und der Erörterung aktueller Sportentwicklung - die Eckpunkte für die Sportförderung des Landes im Hinblick auf den in Vorbereitung befindlichen Haushaltsplan 1998.

 

So betonte der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Hessen Roland Koch die Notwendigkeit des regelmäßigen Kontaktes auch und gerade angesichts leerer Kassen und erläuterte die Vorstellungen der CDU zum Modell einer aktiven Bürgergesellschaft, bei dem die Vereine und vor allem die Sportvereine eine äußerst wichtige Rolle spielen.

 

Der Präsident des Landessportbundes Dr. h. c. Heinz Fallak verwies auf den nach wie vor bestehenden Zuwachs an Vereinsmitgliedern und Vereinen in Hessen, auf expandierende Bereiche wie Seniorensport und Sport und Gesundheit und vor allem auf die zunehmend wichtigen sozialen Aufgaben der Sportvereine. Die Investition in die Arbeit der Sportvereine ist auf Dauer wesentlich billiger - vor allem auch unter präventiven sozialen und gesundheitlichen Gesichtspunkten - als die Reparatur vieler Fehlentwicklungen in bedeutenden Bereichen unserer Gesellschaft.

 

Vor diesem Hintergrund - so der sportpolitische Sprecher der CDU Horst Klee - ist die derzeitige Sportförderung in Hessen auf ihrem Tiefstpunkt angekommen; die zur Zeit ohnehin zurückgefahrene Förderung des Sports darf nicht weiter unterschritten werden.

 

Der Vizepräsident des Landessportbundes Dr. Rolf Müller wies auf die für den Sport unbefriedigende Situation hin, daß er keinen verfassungsrechtlichen

 

Schutz genießt und es trotz intensiver Bemühungen in den letzten beiden Jahren nicht gelungen ist, den Sport als kommunale Pflichtaufgabe zu verankern. Dabei geht es dem Sport - so der Vizepräsident des lsb h - nicht so sehr um mehr Geld für die Sportvereine auf kommunaler Ebene, was ohnehin nicht zu erwarten ist, sondern vielmehr um eine symbolische Handlung, die die Bedeutung der Tätigkeit der Vereine und der ca. 180.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hessen unterstreicht.

 

Dies war dann auch das bestimmende Thema dieses Treffens und wurde ergänzt durch die Aspekte Förderung des Ehrenamts, Entlastung der Vereinsarbeit von Verwaltungsbürokratie und die aktuelle Situation des Schulsports.

 

Einen interessanten Aspekt brachte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion Volker Bouffier in die Gesprächsrunde ein, in dem er auf die allgemeinen großen Defizite im Bereich von Ausländer-Integration, die wachsenden Sicherheitsprobleme und die daraus resultierenden Folgen für die Zukunftsbewältigung in unserer demokratischen Gesellschaft hinwies: Der Sport gehört eher in den Bereich der Pflichtaufgaben als auf die freiwillige Seite. Für Sport gibt es kein Äquivalent. Die Frage, wie wir unsere ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf lange Sicht integrieren, wird für unsere Gesellschaft zukunftsentscheidend werden. Der Sport und die in unserem Lande tätigen Sportvereine sind die wenigen Ausnahmesituationen, wo Rasse, Aussehen und Religion kaum eine Rolle spielen. Diesen Ansatz dürfen wir nicht dem Zufall überlassen.

 

Dieses Zuspiel wurde von den Vertretern des Landessportbundes sehr bereitwillig aufgenommen. Es wurde vereinbart, sich darüber weiter zu unterhalten in einer Gesprächsrunde, an der Vertreter der vier wichtigen gesellschaftlichen Bereiche Schule, Kommune, Sport und Politik teilnehmen sollen.

 


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