Lsb h-Präsidium zum Thema Schulsport:
Drei Sportstunden müssen bleiben
Mit großem Nachdruck hat sich das Präsidium des Landessportbundes Hessen für den Erhalt des Sportunterrichts an den hessischen Grundschulen in seiner bisherigen Form mit 3 Schulstunden à 45 Minuten ausgesprochen.
Das Präsidium unterstützt die Pläne des Kultusministeriums für feste Öffnungszeiten und mehr pädagogische Freiräume an den einzelnen Schulen für die 6 - 10-jährigen. Es hat allerdings große Sorge, daß durch die Einführung von längeren Zeiteinheiten in Form von Unterrichtsblöcken, welches den begrüßenswerten Ansatz eines fächerübergreifenden Unterrichts beinhaltet, der Sportunterricht als nicht ersetzbarer Bestandteil von Erziehung und Bildung zu kurz kommt.
In Anbetracht des besorgniserregenden Gesundheitszustandes vieler Kinder müsse der Sportunterricht als eigenständiges Fach mit verbindlichem Zeitanteil mindestens 3 x 45 Minuten wöchentlich für alle Grundschülerinnen und Grundschüler festgeschrieben bleiben. Zusätzliche Spiel-, Bewegungs- und Pausenzeiten sind sehr wichtig, könnten aber keinen Ersatz für einen intensiven, durch Fachkräfte angeleiteten Bewegungsunterricht sein. Nur dieser sei in der Lage, angemessen auf erhebliche Defizite im Bewegungs- und Sozialverhalten der Kinder, welche wissenschaftliche Untersuchungen gerade in jüngster Zeit erbracht hätten, zu reagieren.
Danach zeigt jedes zweite Kind Muskel7schwächen, jedes dritte Kind Haltungsfehler, 20% der Kinder haben Übergewicht, 40% Herz-Kreislaufprobleme und koordinative Schwächen sind unübersehbar. Viele Lehrkräfte klagen zudem über zunehmende Aggressivität, über das Unvermögen vieler Kinder, sich zu konzentrieren sowie über die steigende Zahl hyperaktiver Kinder.
Daß gegen diese Probleme mit Sportunterricht erfolgreich vorgegangen werden kann, haben die Untersuchungsergebnisse des Projektes des Frankfurter Sportwissenschaftlers, Prof. Dr. Klaus Bös zusammen mit der Friedrich-Ebert-Schule in Bad Homburg ergeben. Eine tägliche Sportstunde an dieser Schule führte zu deutlich verbessertem Gesundheitszustand und Sozialverhalten.
Das Präsidium des Landessportbundes Hessen fordert das Kultusministerium auf, die Neuordnung für die Stundentafel an Grundschulen offenzulegen und zur Diskussion zu stellen.
Das von Landessportbund und Sportjugend Hessen ins Leben gerufene Aktionsbündnis „Mehr Bewegung in die Schule, mit Beteiligung nahezu aller für die Gesundheit und Bewegung der Kinder in Hessen Sorge tragenden Verbände und Organisationen wird sich ebenfalls mit den Plänen des Ministeriums auseinandersetzen.
Unter Leitung der Vizepräsidentin Svea Speike-Bardorff und der organisatorischen Federführung durch die Sportjugend Hessen wird der Landessportbund künftig den Schulsport zu einem seiner Schwerpunktthemen machen. Deutlicher Ausdruck dieses Vorhabens ist die vorgesehene Einrichtung einer Referentenstelle für den Schulsport bei der Sportjugend. Damit soll dem vom Hessischen Kultusministerium nach Meinung des Landessportbundes ausgehenden falschen Signals zu Ungunsten des Sportunterrichts auch personalpolitisch ein Stopschild entgegengesetzt werden.