Landessportkonferenz gegen Kürzung des Sportunterrichts und für tägliche Bewegungszeiten in der Grundschule.
Sachliche Diskussion mit Kultusminister Holzapfel
Für tägliche Bewegungszeiten und gegen die Kürzung des Sportunterichts in der Grundschule hat sich die Landessportkonferenz in einer Sondersitzung in Erbach (Odenwaldkreis) ausgesprochen. Wie der Vorsitzende des Gremiums, der Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h), Dr. Rolf Müller, betonte, befürchtet die Landessportkonferenz in der vorgesehenen Kürzung des Sportunterrichts in der Grundschule, das „grundsätzlich falsche Signal angesichts der dramatisch zunehmenden Bewegungs- und Gesundheitsdefizite von Kindern. In Anwesenheit von Kultusminister Holzapfel, der die Konzeption der neuen Stundentafel für die Grundschule erläuterte, sprachen sich die Sportfachleute für die in der Verordnung vorgesehenen, angeleiteten und verbindlichen Spiel- und Bewegungszeiten für die Grundschüler in Hessen aus, warnten jedoch vor einer Verringerung des regulären Sportunter-richts. „Angesichts des durch zahlreiche medizinische Untersuchungen belegten besorgniserregenden Gesundheitszustandes vieler Kinder bereits im Kindergarten- und Grundschulalter hat sich die Landessportkonferenz gegen die beabsichtigte Kürzung des Sportunterrichts ausgesprochen. Jedes zweite Kind weist Muskelschwächen auf, jedes dritte Kind Haltungsfehler, zwanzig Prozent haben Übergewicht, vierzig Prozent Herz- Kreislaufprobleme. Auf diesen deprimierenden Befund muß reagiert werden, sagte Rolf Müller. Die Positionen der Landessportkonferenz seien in sachlicher Weise mit dem Kultusminister diskutiert worden, und es sei zu hoffen, daß sich die Argumente in der Endfassung der „Verordnung über die Stundentafel in der Grundschule wiederfinden, sagte der lsb h-Präsident.