Landessportbund

10.03.98

Leistungssportförderung in Hessen: Beirat des Landessportbundes kritisiert Mittelkürzungen

Sportverbände müssen Talentförderung einschränken

Auf massive Kritik ist die Situation der Leistungssportförderung in Hessen bei den Vorsitzenden der hessischen Fachverbände gestoßen, so der Präsident des Landessport-bundes Hessen (lsb h), Dr. Rolf Müller, nach einer Sitzung des lsb h-Beirates in Frankfurt.

 

Müller machte deutlich, daß die drastischen Mittelkürzungen durch die Landesregierung im Bereich der Nachwuchsförderung in den vergangenen Jahren von ca. 1 Million DM be-reits dazu geführt haben, daß die meisten hessischen Fachverbände ihre Maßnahmen zur Talentförderung erheblich einschränken müssen und somit nur noch in wenigen Sport-arten hessische Talente mit der nationalen Spitze mithalten können. Diese Befürchtung wird durch einen Vergleich mit der Leistungs-sportförderung der benachbarten Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen bestätigt.

 

Dort genießt der Leistungssport offensichtlich einen wesentlich höheren Stellenwert als in Hessen, so Rolf Müller. Er verwies auf das Beispiel Thüringens, wo das Land kürzlich die Mittel für die Finanzierung hauptamtlicher Landestrainer massiv erhöht habe.

 

In Hessen mußten die betroffenen Landesver-bände dagegen erfahren, daß ihr hauptamt-liches Trainerpersonal nicht mehr gesondert durch die Landesregierung gefördert werden kann. Aktuell anstehende Kündigungen bei Ath-leten (Gewichtheben), Basketballern und Se-gelfliegern konnten nur durch eine aktive Unter-stützung des Landessportbundes Hessen ab-gewendet werden.

 

Wenn sich die Situation nicht maßgeblich ändert, wird Hessen künftig ein weißer Fleck in der Leistungssport-Landschaft sein. Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften, ganz zu Schweigen von Olympischen Spielen, werden dann der hessischen Vergangenheit angehören, so Müller abschließend.

 


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