Landessportbund

27.03.98

Landessportbund Hessen „erschrocken über Äußerungen des Präsidenten des Landesrechnungshofes Udo Müller

Wert ehrenamtlicher Arbeit wird nach wie vor unterschätzt

Erschrocken hat das Präsidium des Landessportbundes Hessen (lsb h) auf die erneute Kritik des Präsidenten des Landesrechnungs-hofes, Udo Müller, an der kommunalen Sport-förderung reagiert. Müller hatte in Hanau von einem Einsparpotential von fünf Millionen Mark bei der städtischen Sportförderung gesprochen.

 

Diese Aussage zeigt nach Ansicht des lsb h, daß der Landesrechnungshof die Bedeutung der Tätigkeit der 7800 Sportvereine in Hessen und den Wert ehrenamtlich geleisteter Arbeit weiterhin unterschätze und mache einmal mehr deutlich, wie wichtig es sei, die kommunale Sportförderung als Pflichtaufgabe zu verankern.

 

„Zuschüsse an Sportvereine, die in erheblichem Maße Tag für Tag soziale, jugendpflegerische und damit wertvolle gesellschaftliche Funktionen wahrnehmen und damit die kommu-nalen Haushalte entscheident entlasten, müssen rechtlich abgesichert werden, so der Prä-sident des lsb h, Dr. Rolf Müller.

 

Müller sprach sich in Frankfurt dagegen aus, Sportförderung zu einem Objekt der neuentdeckten kommunalen Sparsamkeit zu machen und ehrenamtliche Arbeit von 180 000 Vorsitzenden, Kassenwarten, Übungsleiterinnen und Übungsleiter in Hessen als eine Spardose der öffentlichen Hand mißzuverstehen. Würde man diese ehrenamtliche Leistung den Kommunen berechnen, würde für Hessen die stattliche Summe von 350 Millionen DM bei einem zugrundegelegten Stundensatz von 10 DM zu Buche schlagen.

 

„Welcher Haushalt sollte das verkraften?, so Rolf Müller. „Jeder Bürgermeister und Landrat in Hessen weiß, welche Kosten entstehen, um beispielsweise einen auffällig gewordenen Jugendlichen in einem Heim unterzubringen. Um wieviel höher werden die Sozialausgaben der Kommunen steigen, wenn es das soziale Engagement unserer Sportvereine nicht mehr gibt?

 


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