08.11.97
Gesundheitskongreß von Landessportbund, Bildungswerk und Sportjugend HessenEin großer Erfolg war für die Organisatoren von Landessportbund Hessen (lsb h), Sportjugend Hessen und lsb h-Bildungswerk der erste Kongreß in Hessen zum Thema Gesundheit und Bewegung. Zwei Tage lang war die Sportschule des lsb h im Frankfurter Stadtwald Dreh- und Angelpunkt zu Fragen der Gesundheitsförderung durch Sport. Die mehr als 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten in rund 90 Praxisworkshops neue Trends der Gesundheitsszene nicht nur kennenlernen, sondern auch selbst ausprobieren.
„Sport und Bewegung nehmen in der Ausgestaltung gesundheitsfördernder Aktivitäten einen immer größeren Raum ein, da sich zunehmend mehr Menschen dadurch eine aktive sowie gesundheits- und bewußtseinsfördernde Lebensgestaltung versprechen, so lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller bei der Eröffnung. Er wies darauf hin, daß der Landessportbund seit Jahren auf diese Nachfrage nach Bewegung und gesunder Lebensführung mit einer quantitativ wie qualitativ wachsenden Zahl an Angeboten reagiert.
Die gesundheitspolitische Lage der Bundesrepublik im Jahr Eins nach der Streichung der Förderung für gesundheitsfördernde Präventionsmaßnahmen stand zu Beginn des Kongresses im Mittelpunkt eines Expertenge-spräches.
Einig waren sich die Teilnehmer dabei in ihrer Einschätzung, daß die einschneidenden Maßnahmen nicht hingenommen werden dürften. Der Staat dürfe sich nicht aus der Pflicht zur Wahrnehmung von Präventionsmaßnahmen zurückziehen. Gleichzeitig sei jedoch auch der Sport gefordet, selbst geeignete Angebote zu unterbreiten.
„Der Sport hat auf die Folgen der gesetzlichen Maßnahmen nur einen sehr geringen Einfluß, da er ohnehin immer mehr von politischen und gesetzlichen Vorhaben abhänig ist. Trotzdem bleibt der Sport in der Selbstbestimmung seiner Aufgaben in der Pflicht, seine Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung voll auszuschöpfen, so der Vorsitzende des lsb h-Bildungswerkes, Dr. h. c. Heinz Fallak.
Einig waren sich die Beteiligten, daß dies nicht nur marktgerechte Angebote der Vereine erfordere, sondern qualifizierte Aus- und Forbildung von Seiten der Verbände, eine verbesserte Zusammenarbeit mit der Medizin sowie eine notwendige Kooperation zwischen dem organisierten Sport, anderen Bildungseinrichtungen und den Kommunen. Nicht auszuschließen sei zukünftig vielleicht auch eine erneute Zusammenarbeit mit den Krankenkassen.
In den Praxisworkshops boten die mehr als 50 Fachreferentinnen und -refereneten den Kongreßteilnehmerinnen und -teilnehmern an beiden Tagen umfangreiche Informationen zu den aktuellen Trends in der Gesundheitsszene. Groß war das Interesse bei den Themen „Fit und bewegt, „Fit in den Alltag und den Angeboten, die „Körper und Seele gleichermaßen ansprachen. Die Angebotspallette reichte dabei von Afro, Aquarobic und City Jam bis hin zu Entspannungsformen, Step-Aerobic, Tai Chi und Zilgrei.
„Die Riesennachfrage zeigt uns, so die Organisatoren von lsb h, Sportjugend und Bildungswerk, „wie aktuell das Thema Gesundheitsförderung für alle am ‚Gesundheitsmarkt´ tätigen Vereins-Übungsleiterinnen und -Übungsleiter, Sportärzte oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Sportstudios ist. Es macht die übergreifende Aufgabe deutlich, die Chancen, die sich für den Sport in der Gesundheitsförderung ergeben, weiterzuentwickeln.
Mit dem Kongreß haben die drei Organisationen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan.