Umfrage ergibt: 1996 über 190.000 Ehrenamtler in Hessens Sportvereinen
Dr. Rolf Müller: Die gesellschaftliche Bedeutung des Sportes wird immer größer
Im Jahr 1996 haben sich 190.745 Menschen ehrenamtlich in den damals 7.674 hessischen Sportvereinen engagiert. Dies ist das Ergebnis einer Vereinsumfrage zur Situation der Sportvereine im Landessportbund Hessen, die jetzt veröffentlicht wurde. „Damit sind unsere eigenen Schätzungen, die von ca. 180.000 ehrenamtlichen Vereinsmitarbeiterinnen und –mitarbeitern ausgingen, um mehr als 10.000 übertroffen worden, so Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h). Die Studie zur Situation der Sportvereine war vom Deutschen Sportbund und den Landessportbünden in Auftrag gegeben worden. Die Untersuchungen führte das Bundesinstitut für Sportwissenschaften durch.
Das Ergebnis der Untersuchungen belegt, so der Landessportbund Hessen, gleich mehrere positive Entwicklungen. „In der jüngeren Vergangenheit ist des öfteren von einer Krise des Ehrenamtes gesprochen worden. Sicher, und das wissen wir aus unserer täglichen Praxis, haben sich die Bedingungen für ehrenamtliche Tätigkeit verschlechtert. Aber daraus läßt sich keinesfalls undifferenziert eine Ehrenamtskrise herleiten. Die Zahlen der Untersuchung widerlegen dies eindeutig, so lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller. Der Präsident weiter: „Die hohe Zahl der Ehrenamtlichen in unseren Vereinen ist ein untrügliches Zeichen für die ungebrochene Vitalität des Sportes in Hessen. Sie zeigt darüber hinaus, daß unser Sportsystem nicht nur in sich stabil ist, sondern daß es zu den Wachstumsbranchen unserer Gesellschaft zählt.
Müller machte am Untersuchungsergebnis auch die stetig wachsende Bedeutung des organisierten Sportes für unsere Gesellschaft fest. „Es hat sich einmal mehr bewiesen, daß Sport nicht nur als der soziale Kitt unseres Systems zu sehen ist. Mit seinen Aufgabenstellungen wie Prävention, Gesundheitsförderung und Integration nimmt der Sport in Hessen Aufgaben wahr, die weit über das originäre Sporttreiben hinausgehen.
Positiv bewertete der Landessportbund-Präsident auch „die Leistungsfähigkeit und Bereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, ein Ehrenamt zu übernehmen. Dr. Rolf Müller: „Diese Menschen opfern nicht nur einen Teil ihrer Freizeit für die unmittelbare Vereinsarbeit. Viele Ehrenamtler besuchen Aus-, Fort- und Weiterbildungen des Landessportbundes und lassen sich bei uns zum Vereinsmanager oder zum Übungsleiter ausbilden. Diese Qualifizierungen haben unmittelbar positiven Einfluß auf das Geschehen in den Sportvereinen.
Die hohe Zahl der Ehrenamtler verdeutliche aber auch die immensen Anforderungen, die an die Dachorganisation des hessischen Sportes, den Landessportbund, zunehmend gestellt würden. Neben den bereits geschilderten Ausbildungen erwarteten die mittlerweile fast 7.900 Sportvereine vom lsb h umfassende Beratungen in den unterschiedlichsten Vereinsbelangen ebenso wie Finanzhilfen oder aber eine starke Interessenvertretung und vieles mehr.
„Mit dem Votum des außerordentlichen Sportbundtages, der eine moderate, zweistufige Beitragserhöhung für unsere Mitglieder beschlossen hat, kann der Landessportbund Hessen diese Aufgaben auch in Zukunft effizient wahrnehmen. Auf den Landessportbund wird – gerade vor dem Hintergrund der ständig wachsenden Bedeutung des Sportes - auch in Zukunft Verlaß sein, so der lsb h-Präsident abschließend.