Aufnahme des Sportes in die Landesverfassung
Dr. Müller: Jetzt ist Hessen am Zug
In einem Brief an den Ministerpräsidenten des Landes Hessen, Roland Koch, hat der Landessportbund Hessen einen erneuten Vorstoß zur Aufnahme des Sportes in die Verfassung unternommen. Vor wenigen Tagen haben die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtages die Aufnahme des Sportes in die Landesverfassung beschlossen. Rheinland-Pfalz ist damit das zwölfte Bundesland, das den Sport in seiner Landesverfassung verankert hat. Jetzt ist Hessen am Zug, so Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen, in Frankfurt.
Für die verfassungsrechtliche Verankerung des Sportes sprechen viele gute Gründe. In unserem Land arbeiten 200.000 Menschen ehrenamtlich zum Wohl des Sportes und damit auch zum Wohl der Gesellschaft. Präventive Arbeit gehört in unseren Sportvereinen zum Tagesgeschäft, erklärte Dr. Müller. Der Präsident der mit 2,1 Millionen Mitgliedern größten Personenvereinigung des Landes nannte in diesem Zusammenhang den Sport als wichtigen Faktor der Gesundheitsvorsorge, die Einbindung der Vereinsmitglieder in intakte, soziale Gemeinschaften sowie den Sportverein als Anhaltspunkt für Kinder und Jugendliche in ihrem täglichen Umfeld.
In Sportvereinen fänden darüber hinaus ältere Menschen speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Angebote. Im Bereich der Rehabilitation und der Brustkrebsnachsorge habe der organisierte Sport ebenfalls Beachtliches vorzuweisen. Wollte der Staat diese notwendigen präventiven und sozialen Aufgaben in eigener Regie durchführen, müsste er dafür jährlich immense Summen aufwenden.
Gerade in finanziell schwierigen Zeiten ist es wichtig, die besondere Bedeutung des Sports für das Gemeinwohl und für das herausragende soziale Engagement der Sportvereine und Sportverbände sowie die Leistungen des Ehrenamtes auch verfassungsmäßig festzuschreiben, lautet daher eine Passage des Briefes, der auch an Hessens Sportminister Volker Bouffier, an die Fraktionsvorsitzender der im Landtag vertretenen Parteien, sowie an die sportpolitischen Sprecher der Fraktionen ging.
Das Präsidium des Landessportbundes Hessen bittet den Empfängerkreis, in die Debatte über die Veränderung der Hessischen Verfassung neben den Themen Verlängerung der Landtagsperiode und Einführung des Konnexitätsprinzips auch die Aufnahme des Sportes einzubeziehen. Dr. Müller abschließend: Der Landessportbund Hessen ist selbstverständlich bereit, diesen Antrag auch mit einer ausführlichen und fundierten Stellungnahme zu untermauern.