Landessportbund

02.11.00

Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, fordert Bonus für Ehrenamtler

„Gesellschaft ohne Ehrenamt weder lebensfähig noch lebenswert

Der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, hat an alle privaten und öffentlichen Arbeitgeber appelliert, Stellenbewerbern, die sich ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren, einen „Bonus einzuräumen. In Frankfurt sagte Müller, die Kluft zwischen den regelmäßigen Bekenntnissen zur Bedeutung des Ehrenamtes stehe häufig im krassen Gegensatz zur rauen Berufs-Wirklichkeit. Wirtschaft und öffentliche Verwaltung sollten sich freiwillig selbst verpflichten, das Ehrenamt aus „Überzeugung und mit Macht zu unterstützen.

 

„Wir müssen endlich dazu kommen, dass ehrenamtliches Engagement als ein positives Charaktermerkmal betrachtet wird, das die freie und soziale Gesellschaft überhaupt erst garantiert, sagte Müller.

 

Der lsb-Präsident nannte den Main-Kinzig-Kreis als Beispiel dafür, wie man das Ehrenamt konkret fördern könne. Dort werde seit Jahren kontinuierliches, ehrenamtliches Engagement von Bewerbern als ein positives Kriterium im Einstellungsverfahren gewertet. „Wenn wir wirklich der Auffassung sind, dass sich die ideelle Wertschätzung von bürgerlichem Engagement auch in Taten und nicht nur in Worten ausdrücken muss, dann ist dies ein Weg der Anerkennung, sagte Rolf Müller.

 

Die Gesellschaft sei ohne Ehrenamt weder lebensfähig noch lebenswert, betonte der lsb h-Präsident. Allein in Hessens rund 7.800 Sportvereinen seien mehr als 180.000 Frauen und Männer ehrenamtlich tätig. Ihr Engagement reiche dabei von der Verwaltungsarbeit im Vorstand bis hin zu Übungsleitertätigkeiten im sportlichen Bereich. Auch im Hinblick auf soziale und gesundheitsorientierte Aspekte übernehme der organisierte Sport vielfältigste Aufgaben, die Staat und Gesellschaft allein nicht zu leisten im Stande währen.

 

Nicht außer Acht lassen sollten Arbeitgeber darüber hinaus die Tatsache, dass sich ehrenamtlich Tätige oft engagierter und Dank ihrer im Ehrenamt gewonnener Qualifikationen auch vielseitiger und kompetenter in ihre „normalen Arbeitsabläufe einbringen als andere, verdeutlichte der lsb h-Präsident.

 

„Wenn sich so viele Menschen uneigennützig um das Wohl anderer kümmern und damit den Staat und die Wirtschaft um einen nicht unerheblichen Teil an Aufgaben entlasten, dann muss dieser Umstand auch irgendwann gewürdigt werden, unterstrich Müller seine Forderung. Der Appell an die Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung dürfe deshalb nicht ungehört verpuffen. „Das Ehrenamt ist es wert, geschätzt zu werden und wir alle sind aufgerufen, neue Formen des Dankeschöns zu entwickeln, so Dr. Rolf Müller abschließend.

 


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