Landessportbund

09.10.00

Thema Erfolge bei Olympia:

Dr. Rolf Müller fordert engere Zusammenarbeit von Spitzenverbänden und Landesorganisationen

Das undifferenzierte Gejammere über ein angeblich schlechtes Abschneiden der deutschen Olympiamannschaft ist ungerecht und oberflächlich. Wer jetzt nach Abschluss der Olympischen Spiele in Sydney nach einer völligen Neustrukturierung im Bereich Leistungssportförderung ruft, verkennt die Tatsachen. Mit diesen Worten hat der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, in Frankfurt Kritik am Abschneiden der bundesdeutschen Olympioniken zurückgewiesen. Wir haben immerhin 178 Plätze unter den Top Ten erreicht. Und Plätze zwischen Rang vier und Rang zehn sind absolute Weltklasse, so Müller.

 

Nur weil die Bundesrepublik im Medaillenspiegel gegenüber Atlanta 1996 eine Position nach unten gerutscht sei, ist das noch lange kein Grund, unsere Sportförderung in Frage zu stellen. Müller: Wir müssen vielmehr in den Sportarten und Disziplinen, in denen der Anschluss an die Weltspitze verloren gegangen ist, im Rahmen der Talentsuche und systematischen Förderung Schwerpunkte setzen. Die Konzepte dazu müssen aber nicht neu erfunden werden, sie sind vorhanden. Es ist also nur die konsequente Umsetzung nötig, sagte der Präsident der mit 2,1 Millionen Mitgliedern größten Personenvereinigung Hessens.

 

Müller rief daher die Spitzenverbände zu einer engeren und intensiveren Zusammenarbeit mit ihren Landesorganisationen auf.

 

Das Thema Doping, das im Zusammenhang mit den Erfolgen einiger Athleten während und nach der Spiele in Sydney für Schlagzeilen sorgte, sieht Dr. Rolf Müller sachlich. Es kann und darf auch in Zukunft keine Alternativen zu einem manipulationsfreien Sport geben. Schlechte Beispiele anderer dürfen uns nicht zur Nachahmung veranlassen - auch, wenn dadurch der Abstand zur absoluten Weltspitze größer werden sollte. Dann müssen wir in Zukunft eben mit weniger Medaillen und Platzierungen zufrieden sein, so Dr. Müller abschließend.

 


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