Landessportbund

11.06.01

Landessportbund und Kreis der Freunde des Sports tagten in Wiesbaden:

Sportförderung intensivieren

Die Mitgliederzahlen steigen, die Aufgaben werden immer umfassender und vielfältiger und die geleistete Arbeit ist für Land und Gesellschaft unverzichtbar. Der Landessportbund Hessen spielt eine wichtige gesellschaftliche Rolle. Das alles spiegelt sich freilich nicht in diesem Maße in der staatlichen Mittelzuweisung an die Dachorganisation des Sportes in Hessen wider. 3,75 Prozent der Umsätze aus Sportwetten, Zahlenlotterien (Lotto) und Zusatzlotterien erhält der Sport für seine Arbeit. Der Wermutstropfen: Seit 1996 ist dieser Anteil gedeckelt. 3,75 Prozent - aber nur bis zu einer Maximalhöhe von 36,3 Millionen Mark - fließen seitdem von Wiesbaden nach Frankfurt. Im Jahr 2000 verlor der lsb h durch diese Deckelung stolze 7,6 Millionen Mark. Kann die Deckelung, wenn schon nicht ganz, dann zumindest teilweise aufgehoben werden?, lautete daher eine der zentralen Fragen, die der Landessportbund Hessen jetzt mit dem Kreis der Freunde des Sports, sprich mit Landtagsabgeordneten und Sportminister Volker Bouffier, in Wiesbaden diskutiert hat. Die Situation der Nachwuchsförderung im Leistungssport, das Thema Olympia 2012 und das Jahr des Schulsports bildeten weitere Punkte des Meinungsaustausches.

 

40 Landtagsabgeordnete aus allen Fraktionen, soviel zum Hintergrund, gehören zum Kreis der Freunde des Sports. Zweimal pro Jahr finden die Zusammenkünfte statt, deren Inhalte oft fraktionsintern und anschließend im Landtag vertieft werden.

 

Ohne die Deckelung hätte es der Beitragserhöhung des Landessportbundes am außerordentlichen Sportbundtag 1999 nicht bedurft. Diese Beitragserhöhung wurde in solidarischer Überzeugung aller Mitglieder des Landessportbundes Hessen vorgenommen, in schwierigen Zeiten auch die eigene Leistungsbereitschaft und Kraft zu erhöhen. Nunmehr hat sich die Gesamtfinanzsituation des Landes verbessert, sodass die Deckelung sobald wie möglich aufgehoben werden sollte, bezog lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller vor der Runde Position.

 

Dass dem nicht uneingeschränkt zugestimmt wurde, verwundert nicht. Immerhin aber konnte der Sport eine Bereitschaft zum Nachdenken, so Dr. Müller, zur Kenntnis nehmen. Ob letztlich die Deckelung ohne Wenn und Aber aufgehoben wird, ob es eine nur teilweise Aufhebung geben wird oder ob eine Projekt bezogene Förderung einen Ausgleich schaffen könnte sind Fragen, die die Politiker intern vertiefen wollen.

 

Ein Ausgleich ist jedenfalls zwingend notwendig, wie beispielsweise mit Blick auf die Förderung junger Talente deutlich wird. Hier rangiert Hessen im Vergleich mit den übrigen Bundesländern auf einem der hinteren Plätze. Lediglich 9,5 hauptamtliche Trainerinnen und Trainer stehen den Sportverbänden in Hessen zur Verfügung; andere Länder beschäftigen demgegenüber bis zu 90.

 

Ein gerade vor dem Hintergrund der Olympiabewerbung Frankfurts ernst zu nehmendes Problem. Wir müssen den jungen Talenten Anreize schaffen, wollen wir sie dazu bewegen, einen erheblichen Teil ihrer Freizeit in Sport zu investieren. Wir müssen erreichen, dass eine adäquate und kompetente, vor allem aber ausreichende Betreuung geschaffen wird. Und das geht auf Dauer nur mit einer entsprechenden Anzahl hauptamtlicher Trainer, erklärte der lsb h-Präsident. Der organisierte Sport werde in diesem Zusammenhang eine Liste mit Anzahl von Trainern, Sportarten und Standorten erstellen und dem Minister des Innern und für Sport, Volker Bouffier, zur Verfügung stellen.

 

Weiterer Hauptpunkt der Zusammenkunft war schließlich das Jahr des Schulsports, dessen Durchführung die Abgeordneten des Hessischen Landtages einstimmig beschlossen hatten und das jetzt zu Ende ging. Das war ein Riesen-Erfolg, bilanzierte Sportminister Bouffier vor dem Kreis der Freunde des Sports. Es sei im Rahmen der Aktionen deutlich geworden, dass die dritte Sportstunde auf jeden Fall erhalten werden müsse und dass Anzahl und Qualifikation mit dem Fach Sport befassten Lehrer weiter erhöht und verbessert werden müssten. Ein Ergebnis, so lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller, das uns freut und das wir so erwartet haben.

 

 


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