Landessportbund

22.10.02

Landessportbund Hessen:

Lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller begrüßt Überlegungen zur Einführung eines Sport-TV-Kanals

Die kürzlich bei einer Tagung des Deutschen Sportbundes (DSB) mit Vertretern des Sports in den Rundfunkräten diskutierten Überlegungen zur Schaffung eines eigenen TV-Kanals des organisierten Sportes hat der Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h), Dr. Rolf Müller, begrüßt. Ein neuer Sport-TV-Kanal würde dabei nicht nur verschiedenen Sportverbänden die Möglichkeit eröffnen, sich überhaupt einmal „telegen“ in Szene setzten zu können, sondern würde dem organisierten Sport die Chance eröffnen, bislang in der Medienberichterstattung vernachlässigte Felder wie Breitensport, Sportpolitik, Gesundheits-, Senioren- oder Behindertensport über das Medium Fernsehen transportieren zu können.

„Für den Sport könnte ein solcher Fernseh-Kanal die Abhängigkeit vom Schielen auf Einschaltquoten mindern und dazu beitragen, das verzerrte Bild des Sport in den elektronischen Medien deutlich zu entzerren“, so Müller in Frankfurt. Die aktuelle Diskussion sei besonders vor dem Hintergrund der Tatsache zu begrüßen, dass die Sportpräsentation über die Dritten Programme ohne Aussicht auf Besserung nicht hinreichend sei. Auch im Hinblick auf die Privaten Sender sei eine Veränderung der Berichterstattung nicht absehbar.

„Für uns kommt es jedoch darauf an, die gesellschaftspolitische Funktion des Sports, die in der momentanen Fernsehlandschaft kaum abgebildet wird, in den Mittelpunkt zu rücken“, machte der lsb h-Präsident deutlich. Vor dem Hintergrund der enormen Jahreskosten, geschätzte 34 bis 100 Millionen Euro pro Jahr, für einen eigenen Sport-TV-Kanal des organi-sierten Sports, plädierte Müller trotzdem für ein öffentlich-rechtlich strukturiertes Modell. „Finanziert werden könnte die Idee unter Umständen über eine moderate Gebührenerhöhung in Höhe von 15 Cent pro Gebührenzahler im Monat“ verdeutliche der lsb h-Präsident. Dies hätten erste Berechnungen ergeben.

Im Übrigen sei festzuhalten, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten ohne Zusatzangebote sowieso Gefahr liefen, irgendwann überhaupt keine Gebühren mehr zu erhalten. Da müsse es wohl „im Interesse der Anstalten liegen, das Anliegen des DSB positiv zu begleiten“, so Dr. Müller abschließend.


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