Landessportbund

21.05.03

Landessportbund Hessen: Johann Wolfgang Goethe-Universität wird PartnerHochschule des Spitzensports

Studium und Spitzensport besser in Einklang bringen

Bereits seit 1989 bestehen zwischen der Johann Wolfgang Goethe-Universität und dem Olympiastützpunkt Frankfurt Rhein-Main (OSP) Kontakte, wenn es um die Belange studierender Spitzenathletinnen und -athleten geht. Um diesen adäquate Studienbedingungen am Standort Frankfurt am Main zu bieten, haben die Universität und der Landessportbund Hessen (lsb h) als Träger des Olympiastützpunktes Frankfurt Rhein-Main heute diese langjährige gute Zusammenarbeit mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung untermauert. Es ist die erste Vereinbarung dieser Art, die zwischen einer hessischen Universität und der Dachorganisation des Sportes in Hessen geschlossen wurde.

Spitzensportler/innen der am Olympiastützpunkt vertretenen Sportarten, die dem A-/B- oder C-Kader angehören, erhalten damit Zugangsbedingungen zur Frankfurter Universität gemäß der für Kader-athleten geltenden ZVS-Richtlinien und werden von persönlichen Mentoren aus der Professorenschaft durchs Studium begleitet. Damit soll eine individuelle Studienplanung gewährleistet werden.

So können beispielsweise zusätzliche Urlaubssemester, flexiblere Anwesenheitszeiten, individuelle Prüfungstermine und die zeitliche Flexibilisierung bei der Planung von Praktika vereinbart werden. Die Vereinbarung unterzeichneten der Präsident der Universität Frankfurt, Prof. Dr. Rudolf Steinberg und der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller.

„Im Gegensatz zum erfolgreichen Tennis-, Golf- oder Fußball-Profi können die vom OSP betreuten und an der Uni hier in Frankfurt studierenden Spitzensportlerinnen und –sportler der olympischen Amateursportarten ihre Karrieren nicht nacheinander starten. Sie müssen zur Dualität von Bildung und Beruf auf der einen Seite und Spitzensport auf der anderen immer parallel denken, planen und handeln. Insofern können sich studierende Spitzenathleten nicht pro Studium oder pro Sport entscheiden“, so der lsb h-Präsident bei der Feierstunde.

Müller zeigte sich überzeugt davon, dass die Vereinbarung mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität zur weiteren Optimierung der Studienbedingungen für die Kaderathletinnen und –athleten beitragen wird. „Wir werden das Unsere dazu beitragen, ein guter Kooperationspartner zu sein, weil wir im Hinblick auf den Leistungssport in unserem Lande solche Kooperationen brauchen – die wir im Übrigen auch mit anderen hessischen Universitäten anstreben – damit wir zukünftig wieder von einem Sportland Hessen sprechen können.“

Eine Einschätzung, die auch Prof. Steinberg teilt. „Die Universität Frankfurt ist als eine der größten Universitäten mit einem breiten Fächerspektrum von Spitzensportlern besonders nachgefragt. Wir haben ein vergleichsweise großes Institut für Sportwissenschaften, das sich in allen Bereichen des Sports engagiert“, so der Uni-Präsident. Steinberg unterstrich, dass die Universität im laufenden und dem nächsten Haushaltsjahr größere Investitionen zur weiteren Verbesserung der Trainings- und Ausbildungsbedingungen für die Studierenden plane. So seien mit Unterstützung des Landes Investitionen in Höhe von 1,5 bis 2 Millionen Euro vorgesehen. „An diesem Volumen sehen Sie, wie wichtig uns gute Arbeits- und Studienbedingungen für unsere Sportler sind.“

Der Olympiastützpunkt Frankfurt Rhein-Main übernimmt im Rahmen dieser Vereinbarung die konkrete Koordination der leistungssportlichen Verpflichtungen und der Studienanforderungen. Laufbahnberater Arnulf Rücker steht hier den Athletinnen und Athleten mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, die mittel- und langfristige Studienplanung in Abstimmung mit der Leistungssportkarriere zu planen.

Derzeit studieren ca. 10-15 Spitzensportler/innen an der Frankfurter Universität, unter ihnen die erfolgreiche Judoka Riccarda Rau, die für den JC Rüsselsheim in der ersten Bundesliga auf die Matte geht oder die Fußballerin Kathrin Kliehm (1. FFC Frankfurt) sowie der 400-Meter Hürdenläufer Henning Kuschewitz von Eintracht Frankfurt. Sie kommen bereits in den Genuss der an ihren Bedürfnissen orientierten Vereinbarung zwischen Uni und OSP. Als Gegenleistung dafür haben sie sich u.a. verpflichtet, neben repräsentativen Aufgaben für die Universität für diese auch bei Hochschulmeisterschaften, Universiaden oder Studierenden-Weltmeisterschaften an den Start zu gehen. Darüber hinaus haben sie zugesichert, nach Abschluss ihres Studiums ihre Erfahrungen in die Beratung von aktiven studierenden Spitzensportlern einzubringen.


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