Landessportbund

16.11.03

Lu-Röder-Preis 2003 des Landessportbundes Hessen für Ute Teuchner

„Ideale Sportfunktionärin und ideenreicher Motor der Frauenarbeit“

Ute Teuchner, Vorsitzende des TV 1881 Babenhausen und Vorsitzende des Ausschusses Jugendförderung des Landkreises Darmstadt-Dieburg ist die Lu-Röder-Preisträgerin des Jahres 2003. Der Preis, den der Landessportbund Hessen (lsb h) seit 1988 vergibt, ist mit 1500 Euro dotiert. Er wurde heute im Rahmen einer Feierstunde von lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller und der Vorsitzenden des Landesausschusses Frauen im Sport (LA-FiS), Barbara Aff, in Babenhausen überreicht. Der Preis trägt den Namen der langjährigen Frauenvertrete-rin im lsb h-Präsidium, Lu Röder.


„Mit dieser Auszeichnung würdigt der Landessportbund Frauen, die sich in engagierter Weise für die Belange von Frauen im Sport ein-setzen“, so lsb h-Präsident Müller.

Der 44 jährigen Ute Teuchner ist dies nach Ansicht der Jury in vorbildlicher Weise gelungen. „Alle Ziele, die sich der Landesausschuss Frauen im Sport gesetzt hat, ehrenamtlich tätige Frauen in allen Bereichen sowohl in sportlicher als auch in sportpolitischer Sicht fit zu machen, hat Ute Teuchner schon erreicht. Ideale Sportfunktionärin, aber auch ideenreicher Motor in der Frauenarbeit ihres Vereins ist sie Beispiel für andere Frauen, neben Familie und Beruf für den Sport für Frauen mit Freude und Engagement tätig zu sein“, unterstrich La-FiS Vorsitzende Babara Aff.

Seit mehr als zwanzig Jahren sorgt Ute Teuchner beispielsweise in ihrem Verein dafür, das Frauen sich auch vormittags im TV sportlich betätigen können. Sie hatte die Idee und setzte sie um, übernahm selbst drei Gruppen.

Um es gerade Müttern mit Kindern zu ermöglichen, die Vereinsangebote wahrzunehmen, sorgte sie 1990 dafür, das parallel zum Angebot für die Frauen Kinderbetreuung angeboten wurde. „Anfangs musste ich im Verein schon einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Kinderbetreuung lag eben nicht im Trend und man begegnete meinem Ansinnen doch mit einiger Skepsis“, so Teuchner rückblickend. Zwischenzeitlich gehört die Betreuung zu fast allen Sportangeboten für Frauen, die jetzt auch Nachmittags stattfinden.

Kinderbetreuung gibt es dank Ute Teuchner aber auch bei der Abnahme von Laufabzeichen oder bei Familienfreizeiten. Die große Zahl der Mütter belegt, dass der Verein mit seinem Angebot richtig liegt.

Teuchner, selbst Mutter von zwei Jungen im Alter von 6 und 9 Jahren, engagiert sich darüber hinaus seit vielen Jahren für das Thema Sport und Gesundheit. In diesem Zusammenhang initiierte sie die Zusammenarbeit mit der Barmer Ersatzkasse, mit der gesundheitsorientierte Sportkurse durchgeführt wurden.

Geprägt durch ihre Arbeit im Landesausschuss Frauen im Sport, dem sie selbst lange Jahre angehörte, dabei auch während Lu Röders Amtszeit - „Ich habe sie sehr geschätzt und gern mit ihr zusammengearbeitet“ - baute sie im Jahre 1992 eine Gruppe auf, in der Frauen nach einer Brustkrebsoperation durch Sport nicht nur ihre körperliche Fitness verbessern können, sondern die ihnen in der Gemeinschaft mit Betroffenen auch neuen Lebensmut vermittelt.

Bereits seit 1988 gehört die hauptberuflich als Sonderschullehrerin tätige Ute Teuchner dem Vorstand des TV 1881 Babenhausen an. Seit 1967 TV-Mitglied, übernahm sie als 14-Jährige Verantwortung. Zunächst als Übungsleiterassistentin, dann, zwei Jahre später, mit der Betreuung einer Kinderturngruppe.

Das Engagement im Verein war Auslöser für die Bereitschaft, auch auf Turngau- und Sportkreisebene aktiv ins Geschehen einzugreifen. Jugendwartin im Turngau, Jugendwartin im Sportkreis Dieburg, Mitglied im Vorstand der Sportjugend Hessen (1982 – 1997) sowie Mitglied im Vorstand der Deutschen Sportjugend sind nur ein Teil der Stationen, die Ute Teuchner im Laufe ihres ehrenamtlichen Engagements in den zurückliegenden Jahren durchlaufen hat.

Im TV entwickelte die Sportpädagogin ein neues Modell für die Vorstandsarbeit, das auch in die Satzung des Vereins Aufnahme fand. Die neuen Strukturen sollten es ermöglichen, gerade Frauen zur Mitarbeit im Vorstand zu motivieren. Kürzere Wahlperioden, ver-stärkte Arbeit in Ausschüssen, vermehrte Aufgabenverteilung, kürzere und terminlich festgelegte Sitzungen und die gezielte Anspra-che von Frauen trugen in der Tat dazu bei, den Frauenanteil in der Vorstandsebene zu erhöhen.

„Es war auch für mich eine Grundvoraussetzung zur Übernahme des Vorstandsamtes, dass wir die Verantwortlichkeiten gleichberechtigt auf drei Vorsitzende verteilten. Dann stehst du nicht so allein da“, macht Teuchner deutlich. Waren zwei der drei Vorsitzenden anfänglich Frauen, ist Ute Teuchner derzeit „allein unter Männern“.

Der Sport zählt nach wie vor zu ihren liebsten Hobbys – wer würde dies Angesichts ihres Engagements bezweifeln. Daneben reist Ute Teuchner gern – „egal, wo hin“.

Das wird sie auch mit „ihren“ Vereinsfrauen machen. Denn das Preisgeld will Teuchner „spontan“ in die Durchführung eines Frauensportwochenendes investieren – „mit wegfahren natürlich!“


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