XXIII Ordentlicher Sportbundtag des Land
Der alte und neue Präsident heißt Dr. Rolf Müller
Mit einem einstimmigen Votum hat der XXIII. Ordentliche Sportbundtag des Landessportbundes Hessen seinen bisherigen Präsidenten, Dr. Rolf Müller, im Amt bestätigt. In einer zum einen von Regularien, zum anderen von Perspektivdiskussionen geprägten Zusammenkunft wählten die stimmberechtigten Delegierten der 38 Hessischen Sportkreise, 53 Sportfachverbände und der Sportjugend Hessen den 55-jährigen ehemaligen Studienrat erneut an die Spitze der größten Personenvereinigung des Landes.
Müllers bisherige Stellvertreter, Svea Rojahn und Rolf Hocke, wurden ebenfalls ohne Gegenstimme im Amt bestätigt. Gleiches gilt für Helmut Meister (Präsidiumsmitglied Finanzmanagement), Lutz Arndt (Präsidiumsmitglied Leistungssport und Dieter Hochgesand (Präsidiumsmitglied Öffentlichkeitsarbeit).
Neu im Präsidium der Dachorganisation des Sports in Hessen sind nunmehr Ralf-Rainer Klatt, Professor Dr. Heinz Zielinski und Julia Stoll.
Klatt trat die Nachfolge von Horst Knop im Bereich Breitensport und Sportentwicklung an. Der hatte nach 13 Jahren auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Klatt konnte sich mit 151 zu 66 Stimmen bei 8 ungültigen Voten in einer Abstimmung gegen Mitbewerberin Inge Eckmann (Hessischer Turnverband) durchsetzen.
Ohne Gegenstimme wurde Dr. Heinz Zielinski zum Nachfolger von Gerhard Ferenszkiewiczs für den Bereich Bildung und Personalentwicklung ernannt. Ferenszkiewiczs hatte ebenfalls nicht mehr kandidiert.
Juliane Stoll trat die Nachfolge von Stefan Haid im Vorsitz der Sportjugend Hessen an und wurde von den Delegierten einstimmig bestätigt.
Sportland Hessen
Hessen selbst, und mit diesem Ergebnis endete die Zusammenkunft der Sportvertreter, soll sich zum „Sportland Hessen“ entwickeln. Dabei soll der Schub, den die Bewerbung Frankfurts und der Rhein-MainRegion um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 bewirkt hat, aufgefangen und gebündelt werden. Der Landessportbund wird dazu „einen mittelfristigen Strategieplan“ entwickeln, der die Rahmenbedingungen für den Sport in seinen unterschiedlichsten Ausprägungmerkmalen verbessern soll. Dazu gehört ebenso der Erhalt und Ausbau von Sportstätten, wie die Weiterentwicklung von Vereinsstrukturen und die Stärkung des Ehrenamtes. Unterstützung erwartet und erhofft man bei diesem Vorhaben vom Land Hessen und der Wirtschaft.
Dabei sieht sich der organisierte Sport keineswegs in der Rolle des einseitig Nehmenden, sondern vielmehr als Aktivposten einer Gesellschaft, die ihre Werte neu definieren muss.
Aktive Bürgergesellschaft
Die Notwendigkeit einer aktiven Bürgergesellschaft, in Zeiten sinkenden Wohlstandes aktueller denn je, werde vom organisierten Sport nicht nur mitgetragen, sondern schon seit langem praktiziert, so Dr. Rolf Müller in Frankfurt. Müller wörtlich: „In Zeiten der Krise eines finanziell und strukturell überforderten Staates schlägt die Stunde des ehrenamtlichen Engagements. Nicht als Spardose der öffentlichen Hand, nicht als preiswerter Ersatz für unbezahlbare Planstellen, sondern als ein Angebot der Bürger, aktiv diesen Staat zu gestalten. Was diese Gesellschaft dringend braucht, ist eine Reform des Bewusstseins, vornehm ausge-drückt: einen Paradigmenwechsel“.
Eine Auffassung die Hessens Ministerpräsident Roland Koch, neben Landtagspräsident Norbert Kartmann, Sport und Innenminister Volker Bouffier, und den Landtagsabgeordneten Tarek Al Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) und Karin Hartmann (SPD) uneingeschränkt teilte. „Macht jemand etwas in der Gesellschaft? Und hängt dieses Engagement von Zuschüssen ab?, fragte er in die Runde. Sein Appell für soziales Engagement ohne monetäre Hintergedanken fiel bei den Delegierten auf fruchtbaren Boden - freiwilliges Engagement wird in den 7.800 hessischen Sportvereinen von 200.000 ehrenamtlich Tätigen Tag für Tag praktiziert.
Einen (zeitlichen) Schwerpunkt bildete in der Zusammenkunft der Sportdelegierten in Frankfurt ein Block eingegangener Anträge. Heftig diskutiert wurde hier vor allem die von der Vollversammlung der Sportjugend Hessen im Vorfeld verabschiedete Jugendordnung. Die Mehrheit der Delegierten kritisierte hier möglicherweise missverständliche Formulierungen, die unter Umständen arbeitsrechtliche Auswirkungen haben könnten. Die eingereichte Neufassung der Jugendordnung wurde abgelehnt.
Hinweis an die Redaktionen: Dieser und weitere Texte können im Internet unter www.sport-in-hessen.de downgeloaded werden. Ebenfalls Bildmaterial. So das Foto des neuen Präsidiums, zu dem folgende Bildunterschrift gehört:
Sie vertreten für die nächsten drei Jahre die Interessen des organisierten Sports in Hessen: Dieter Hochgesand (Öffentlichkeitsarbeit und Marketing), Ralf-Rainer Klatt (Breitensport und Sportentwicklung), Lutz Arndt (Leistungssport), Juliane Stoll (Kinder und Jugendliche im Sport), Svea Rojahn (Vizepräsidentin), Dr. Rolf Müller (Präsident), Rolf Hocke (Vizepräsident), Helmut Meister (Finanzmanagement und Prof. Dr, Heinz Zielinski (Bildung und Personalentwicklung von links) bilden das neue Präsidium des Landessportbundes Hessen.
VON: RALF WÄCHTER