17.02.04 Olympiastützpunkt Frankfurt Rhein-Main stattet Stützpunkttrainer mit neuem EDV-System aus:Visuelle Unterstützung auf dem dem Weg nach AthenWenn ab dem 13. August in Athen um olympisches Edelmetall gekämpft wird, sind hoffentlich auch Athletinnen und Athleten aus Hessen dabei. Doch bis es so weit ist, stehen ihnen noch einige Monate harten Trainings bevor. Zur Optimierung der Vorbereitung wurde den Stützpunkttrainern der vom Olympiastützpunkt Frankfurt Rhein-Main (OSP) betreuten und ihm zugeordneten Sportarten heute in Frankfurt ein EDV-Programm überreicht, das die Top-Trainerinnen und -trainer in ihrer Arbeit mit den Athleten unterstützen soll. Derzeit betreut der Frankfurter Olympiastützpunkt rund 105 Spitzensportlerinnen und –sportler aus Olympiakadern, darunter 42 aus Hessen. „Wir haben zusammen mit dem Landesausschuss Leistungssport des Landessportbundes Hessen und dem Hessischen Innenministerium ein Programm mit dem Arbeitstitel Visuelles Training aufgelegt, welches im Trainingsprozess eine wesentliche Verbesserung der Qualität des Techniktrainings ermöglicht“ umschrieb OSP-Leiter Werner Schaefer die Zielsetzung des videogestützten Systems. Als „kleinen aber wichtigen positiven Impuls in Richtung Athen“ bewertete denn auch Prof. Dr. Heinz Zielinski vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport die Übergabe des Softwarepakets an die Spitzentrainerinnen und -trainer. Rund 25.000 Euro haben sich Ministerium und Landessportbund Hessen die Einführung des Systems kosten lassen. Eine Investition in die Zukunft, denn auch die hessischen Landeskader sollen nach Meinung von lsb h-Leistungssportreferent Thomas Neu von diesem System profitieren. „Eine hervorragende Verknüpfung zwischen Landeskadern und den am Olympiastützpunkt betreuten Leistungssportkadern.“ Bereits seit zwei Jahren setzen die Sportwissenschaftler des OSP die „DartTrainer“ genannten Programme mit Erfolg ein. Profitiert haben davon Sportlerinnen und Sportler aus der Leichtathletik, dem Schwimmen, dem Schießsport sowie dem Kunstturnen und der Rhythmischen Sportgymnastik. Jetzt können auch Athletinnen und Athleten anderer Sportarten ihr Techniktraining mit Hilfe des videogestützten Trainings verbessern. So holte sich in Frankfurt neben Turn-Stützpunkttrainer Wolfgang Hambüchen (Wetzlar), dessen Filius Fabian im vergangenen Oktober zu Hessens „Newcomer des Jahres“ gewählt wurde, auch Stützpunkttrainer Michael Deyhle, für die Hammerwerfer Karsten Kobs, Susanne Keil und Betty Heidler zuständig, die neue Software ab. „Das Programm bietet einfache Werkzeuge zur Messung von Weg-, Zeit- und Winkelmerkmalen, wenn Parameter der Bewegung quantifiziert werden sollen“, machte Eberhard Nixdorf, Sportwissenschaftler am OSP, bei der Präsentation deutlich. Es helfe den Trainern vor Ort, einfache Analysen selbst zu erstellen. „Außerdem können“, so Nixdorf, „von uns produzierte Aufnahmen und Analysen von den Trainern weiterverarbeitet oder im Training eigenständig verwendet werden.“ Bei den Trainerinnen und Trainer jedenfalls kommt das Angebot gut an. „Das System erlaubt uns jetzt, auch schon mal die schnelle Analyse vor Ort, während eines Wettkampfs zu machen. Dadurch erhalten wir die Möglichkeit, zum Beispiel Einfluss auf den Bewegungsablauf zu nehmen“, so Hammerwurf-Stützpunkttrainer Michael Deyhle. Auch Beate Dreilich vom Deutschen Schützenbund zeigte sich von der neuen Software angetan. „Die visuelle Darstellung ist bei den schnellen Bewegungsabläufen für uns elementar.“ Gute Erfahrungen hat Turntrainer Wolfgang Hambüchen bereits mit dem System gesammelt. In Zusammenarbeit mit Sportwissenschaftler Mauno Nissinen vom OSP arbeitet er seit geraumer Zeit mit der visuellen Trainingsunter-stützung. „Es geht sehr schnell, will man Soll- und Ist-Werte miteinander vergleichen. Jetzt bekommen ich endlich meine eigene Software. Das spart Zeit“, so Hambüchen. Damit der Einsatz auch reibungslos klappt, werden die Trainerinnen und Trainer von den OSP-Mitarbeitern entsprechend geschult. Mit dieser Unterstützung steht einem erfolgreichen Abschneiden der hessischen Akteure bei den Olympischen Spielen in Athen eigentlich nichts mehr im Wege.
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