06.11.04 Hauptausschuss des Landessportbundes Hessen:Die Dachorganisation des Sports ist gut für die Zukunft aufgestelltDer Landessportbund Hessen (lsb h), mit 2,1 Millionen Mitgliedern größte Personenvereinigung des Landes, ist sportlich und sportpolitisch gut aufgestellt. Sorgfältige Haushaltsführung und ein mit Augenmaß und an Notwendigkeiten ausgerichtetes Finanzmanagement auf der einen, sowie ein unbeirrtes Voranschreiten in der eingeleiteten Strukturreform auf der anderen Seite prägen die Situation des organisierten Sports. Für die Dachorganisation des Sports in Hessen freilich noch lange kein Grund, sorglos in die Zukunft zu gehen. Vor dem Hintergrund schwieriger Entwicklungen in Staat und Gesellschaft ist sich der Sport der immer größer werdenden Bedeutung seiner gesellschaftspolitischen Aufgaben und der daraus resultierenden Anstrengungen sehr wohl bewusst.Das ist zusammengefasst das Ergebnis der Herbsttagung des Hauptausschusses des Landessportbund Hessen in Frankfurt. Vertreter der im lsb h organisierten Sportkreise und Sportfachverbände sowie Mitglieder der Präsidien des Sportbundes und der Sportjugend Hessen diskutierten hier Stand und Perspektiven ihrer Organisation. Die muten zunächst einmal nicht so düster an, wie es mit Blick auf die Situation des kommunalen Umfeldes und der Wirtschaft vielleicht zu vermuten wäre. So schloss der vom Präsidiumsmitglied Finanzen, Helmut Meister, vorgelegte Haushalt nicht nur in Einnahmen und Ausgaben mit 28,5 Millionen ausgeglichen ab, es konnte sogar eine kleine Rücklage in Höhe von etwa 44.000 Euro gebildet werden. Sicher keine große Summe, aber mit Blick auf beispielsweise kommunale Finanzen eine erfreuliche Nachricht, die der Finanzexperte dem Gremium überbrachte.
Trotzdem, und das betonte lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller nachdrücklich, „werden auch bei uns die Gespräche zum Haushalt komplizierter und härter“. Müller wörtlich: “Liebgewonnene Förderungen müssen auf den Prüfstand, sie müssen zunehmend inhaltlich fundiert und neu begründet werden.“ Noch mehr Effizienz in der Bewältigung der Aufgaben, eine in ihrer Leistungsfähigkeit weiter gestärkte Geschäftsstelle in Frankfurt, noch wirksamer strukturierte Gremien - Stillstand ist Rückschritt, lautet das Motto auch im organisierten Sport. Das gilt für Angebote im Breiten- und Freizeitsport ebenso, wie in der Förderung und Weiterentwicklung des Leistungssports.
Auch hier zeigt der Sport in Hessen Flagge, bekennt sich nachdrücklich zum Leistungssport. So sind die Fortführung der E-Kaderförderung und des Landestrainerprogramms für Finanzexperten Helmut Meister kein Thema. Das Präsidiumsmitglied: „Wenn das Land die Beibehaltung des Landestrainerprogramms zusagt ist es doch völlig selbstverständlich, dass wir als lsb weiter dabei sind“. Eine Förderung, die in der Vergangenheit erste Erfolge gebracht hat und perspektivisch Früchte tragen wird. Rolf Müller stolz: „Unsere Athleten haben bei den Olympischen Spielen in Athen und den Paralympics mit eindrucksvollen Leistungen und guten Platzierungen überzeugt.“ Anteil daran hat sicher auch die „Stiftung Sporthilfe Hessen“, eine von Land und Landessportbund initiierte Stiftung, die Sportlerinnen und Sportler in vielen Belangen unterstützt. All das hat zwischenzeitlich zu einer großen Nähe zwischen den Spitzensportlern und Landessportbund geführt. Eine erfreuliche Entwicklung.
Sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, kommt für den Sport freilich nicht in Frage. Und dies gilt nicht nur für den Bereich Leistungssport. Wie nah der Landessportbund vor diesem Hintergrund sein Ohr am Puls der (Sport-Welt) hat, wie innovativ er die Zukunft angeht, wird unter anderem durch einen für 2005 geplanten Sportkongress belegt. „Fit für die Zukunft im Sportland Hessen“ lautet das Motto des Kongresses, der sich gezielt an Übungsleiter und Vereinsführungskräfte richtet. Dieser Klientel Tipps für die tägliche Arbeit zu geben, aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen, auf neue Trends hinzuweisen, ist das Ziel der Großveranstaltung im Juli.
Gleichzeitig geht lsb h-intern die Arbeit an der Umsetzung der Neustruktur weiter. Mit einstimmigem Beschluss billigte der Hauptaussschuss das Kooperationsmodell, das die Bildungsarbeit des Landessportbundes, der Sportjugend Hessen und des Bildungswerks im Landessportbund Hessen näher zusammen rückt. Die Bildung einer gemeinsamen Koordinationsstelle, die Erarbeitung eines gemeinsamen Konzeptes „Bildung und Personalentwicklung“ und die Erstellung eines gemeinsamen Arbeitsprogrammes für diesen Bereich sind angelaufen und werden kurzfristig umgesetzt. Damit sollen, so Professor Dr. Heinz Zielinski, im lsb h-Präsidium zuständig für Bildung und Personalentwicklung, „Doppelungen im Angebot abgeschafft und die Effizienz gestärkt werden“. Die derzeitigen Planungen liefen Prozess orientiert und nicht Struktur orientiert, wie Zielinski ausführte. Dr. Rolf Müller sieht das Kooperationsmodell generell „als ersten Schritt zum notwendigen Ziel Bildung in einer Hand“. Der Hauptausschuss im November 2005 wird letztlich entscheiden, ob sich die Zusammenarbeit bewährt hat, oder ob über andere Modelle nachgedacht werden muss.
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