Landessportbund

24.03.05

Gelungene Kooperation in Sachen SPORT PRO GESUNDHEIT:

Qualitätssiegel für gesundheitssportliche Vereinsangebote vergeben

Bereits im Frühjahr 2001 haben sich der Landessportbund Hessen (lsb h), die Landesärztekammer Hessen sowie der Hessische Turnverband (HTV) und der Hessische Schwimmverband (HSV) zur Landesarbeitsgemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT zusammen-geschlossen. Seither vergeben sie gemeinsam das gleichnamige Qualitätssiegel für qualifizierte gesundheitssportliche Angebote in hessischen Sportvereinen. In Frankfurt erhielten heute weitere 27 Vereine sowie 33 Übungsleiterinnen und Übungsleiter (ÜL) das begehrte Zertifikat. Mit diesem Qualitätssiegel haben die Sportvereine jetzt die Möglichkeit, in Arztpraxen für ihre Angebote zu werben. Die Ärzte können somit gleichzeitig zum Mittler zwischen Patient und Sportverein werden.

„Angesichts einer medizinischen Versorgung, die auf hohem Niveau möglich, aber zum Teil deshalb kaum mehr bezahlbar erscheint, kommt der Prävention ein elementarer Stellenwert zu, kann doch auf diese Weise ein wesentlicher Beitrag zur Kostendämpfung erreicht werden. Es steht außer Zweifel, dass nur durch angemessene, flächendeckende Präventionsprogramme unser Gesundheitssystem langfristig entlastet werden kann“, umschrieb lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller zu Beginn der Verleihung die gemeinsamen Bemühungen, mit Hilfe entsprechender Initiativen ein Netzwerk der Gesundheitsförderung in Hessen zu schaffen.

„Die Turn-, Schwimm- und Sportvereine stellen dabei die notwendige Infrastruktur für ein flächendeckendes Angebot in Hessen zur Verfügung“ betonte Dr. med. Ursula Stüwe, Präsidentin der Landesärztekammer, bei der Verleihung. Durch die Vernetzung der Partner hätten hessische Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, unter geeigneten Maßnahmen für Prävention und Behandlung auszuwählen und diese ihren Patientinnen und Patienten zu empfehlen. „Ein Angebot, das in den vergangenen Jahren bereits vielerorts zu ‚bewegten‘ Partnerschaften zwischen Ärzten und Sportvereinen geführt hat“, bestätigte Ursula Stüwe.

Bisher konnten über 1000 gesundheitsorientierte Angebote in mehr als 500 hessischen Sportvereinen initiiert werden. Weitere Verbände wie der Hessische Tischtennisverband und der Aikido Verband Hessen, die in Zukunft auch entsprechende Angebote zertifizieren dürfen, werden mit weiteren qualifizierten Maßnahmen folgen.

Häufig entwickeln sich bereits aus kindlichem Bewegungsmangel Risikofaktoren für die Erwachsenenjahre. Die Folgen sind Übergewicht oder motorische Fehlentwicklungen. Hier präventiv einzugreifen, hat sich die Landesarbeitsgemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT mit der Schaffung des Qualitätssiegels zum Ziel gesetzt.

Voraussetzungen zur Umsetzung des ehrgeizigen Zieles schaffen Landessportbund und Sportverbände bereits seit vielen Jahren dabei mit entsprechenden Ausbildungs-angeboten für Übungsleiterinnen und Übungsleiter. „Sie sind es, die die Menschen an die entsprechenden Bewegungsangebote im Verein heranführen und die durch diese Betreuung nicht nur gesundheitliches Wohlbefinden erlangen, sondern auch neue soziale Kontakte über die Sportstunde hinaus knüpfen können“, so lsb h-Präsident Müller. Sie seien das „Aushängeschild für den Sportverein mit Qualität!“

„Sport in der Prävention“ heißt beispielsweise eine Ausbildung des Landessportbundes Hessen für Übungsleiterinnen und Übungsleiter auf der sogenannten 2. Lizenzstufe. Er war damit Vorreiter für eine bundesweit einheitliche Ausbildung im Deutschen Sportbund. Bis heute haben lsb h, HTV und HSV fast 2.500 Übungsleiterinnen und Übungsleiter für den Präventionsbereich ausgebildet – Nachfrage steigend.

Nach den Osterferien soll die Ausbildung „Sport in der Prävention“ erstmals auch als Modellausbildung mit dem Schwerpunkt „Psychomotorische Frühförderung“ angeboten werden. Bei erfolgreicher Umsetzung in den Vereinen soll auch dieser Ausbildungszweig dann zukünftig mit dem Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ ausgezeichnet werden. Und mit der Universität Gießen hat der lsb h darüber hinaus eine Weiterqualifikation „Alterssport“ konzipiert, um insbesondere die Zielgruppe der Älteren noch besser präventiv betreuen zu können.

Prävention brauche jedoch noch mehr Vielfalt, so Dr. Rolf Müller, der deutlich machte, dass –angefangen von der ärztlichen Betreuung bis hin zu den Programmen in Kindergärten und Schulen – auch den „kommunalen Netzwerken“ zukünftig eine besondere Bedeutung zukommen werde. „Wir bieten dazu unsere Kompetenz und Zusammenarbeit an, um das Sportland Hessen mit präventiven Initiativen zu gestalten.“

 

Sperrfrist heute 17.00 Uhr

 


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