29.11.05 Beschlüsse des DSB-Hauptausschusses gekippt - Dr. Rolf Müller:„Die Entscheidung der Strukturkommission ist ein Skandal“„Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass das Verfahren zur umstrittenen Fusion von DSB und NOK von Anfang an wenig transparent und verkorkst war, hat ihn die sogenannte „Struktur-Kommission“ jetzt geliefert.“ Zu diesem Urteil kommt der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, nachdem dieses Gremium wesentliche Beschlüsse des DSB-Hauptausschusses vom Samstag, dem 26.11.2005, „einfach gekippt“ habe.Die Frage nach der demokratischen Legitimation der „Strukturkommission“ sei dringlicher denn je zu stellen, denn „immerhin handelt es sich beim Hauptausschuss um das zweithöchste Beschlussorgan des DSB“. Es sei abenteuerlich, dass dessen mit überwältigender Mehrheit gefassten Beschlüsse einfach über Bord geworfen worden seien. „Und dies von einem Gremium, das ohne eine demokratische Legimitation und im stillen Kämmerlein tagt “, kritisierte Rolf Müller. Der Landessportbund Hessen sehe sich durch diesen „unglaublichen Vorgang“ in seiner kritischen Haltung bestätigt und müsse leider erkennen, dass die Einschätzung des Fusionsprozesses als „misslungen“ mehr als berechtigt war. „Der Fehler im Aufmarschplan zu der Bildung eines einheitlichen Deutschen Sportverbandes zieht sich nun als unumkehrbar durch die Schlacht und belastet den gesamten Prozess“, sagte der lsb h-Präsident in Frankfurt und nannte in diesem Zusammenhang Kritikpunkte. Mit dem Antrag zur Namensgebung „Deutscher Sport- und Olympiabund“, so Rolf Müller, wollten die Landessportbünde signalisieren, dass es sich bei der neuen Dachorganisation nicht nur um einen Verband handelt, der sich überwiegend den olympischen Interessen und dem Spitzen- und Leistungssport verpflichtet fühlt. Mit dem Beharren auf „Deutscher Olympischer Sportbund“ wollen augenscheinlich aber DSB- und NOK-Führung vorrangig Ver-marktungschancen wahren. Weiterhin, so die Kritik aus Hessen, werde durch die Zusammensetzung des Präsidialausschusses für Breitensport dokumentiert, dass die traditionell gewachsene Stellung der Landesportbünde gerade in diesem Bereich aufgehoben werden solle. Nicht nachzuvollziehen sei letztlich der Beschluss zum Stimmrecht der Landessportbünde, der – laut Strukturkommission - von 33,33 Prozent Stimmanteile ausgehe und damit keine Sperrminorität für die LSB´s mehr dar-stelle. Dr. Müller: „Dies alles wird durch die ungeklärten finanziellen Risiken der neuen Organisation noch verstärkt.“ Die Zustimmung des Landessportbundes Hessen zu der geplanten Fusion, so der Präsident abschließend, sei durch die gestrige Entscheidung der Strukturkom-mission so gut wie ausgeschlossen.
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