13.05.06 Landessportbund Hessen vergibt Heinz-Lindner-Preis 20059.300 Euro für sechs hessische SportvereineIm Rahmen seines Frühlingsfestes hat der Landessportbund Hessen (lsb h) heute den Heinz-Lindner-Preis 2005 verliehen. Den mit insgesamt 9.300 Euro dotierten Preis teilen sich in diesem Jahr sechs hessische Sportvereine, die sich in besonderem Maße für den Breitensport engagieren. In der lsb h-Sportschule in Frankfurt überreichten lsb h- Präsident Dr. Rolf Müller,der Vorsitzende des Landesausschusses Breitensport und Sportentwicklung (LA BS), Ralf-Rainer Klatt, und Hessens Innen- und Sportminister, Volker Bouffier,die Auszeichnung. Zu den Preisträgern gehören der FSV Rengshausen 1920 (Sportkreis Fritzlar-Homberg), der TuS Velmeden (Sportkreis Witzenhausen), der TSV Viermünden/Scheufra (Sportkreis Frankenberg), der TSV 1875 Bonames (Sportkreis Frankfurt), die TSG Walldorf (Sportkreis Groß-Gerau) und der TuS Griesheim (Sportkreis Darmstadt).Insgesamt hatten der Jury, der unter dem Vorsitz von Ralf-Rainer Klatt Vertreter der Sportkreise, Verbände und des lsb h angehören, 36 Bewerbungen vorgelegen. „Eine gute Resonanz“, so Klatt. Darüber hinaus sei deutlich geworden, „dass die Einteilung in drei Vereinskategorien auch den kleinen Vereinen eine reelle Gewinnchance einräumt“, so der Juryvorsitzende. Darüber freuten sich in Frankfurt die Vertreter des FSV Rengshausen 1920. Der Fußballverein aus dem Sportkreis Fritzlar-Homberg erhielt in der Kategorie 1, der Vereine bis 150 Mitglieder zugerechnet werden, den 1. Preis. Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury von der Initiative des kleinen Vereins zur Mitgliedergewinnung. So habe der FSV unter dem Motto „Mensch beweg dich“ ein Konzept entwickelt, mit dessen Hilfe speziell „Nichtsportler“ und neue Mitglieder ab 30 für Angebote mit „Kopf und Körper“ gewonnen werden sollten. Das Konzept ging auf. Kursangebote im sportlichen, kulturellen und kulinarischen Bereich konnten 120 Frauen und Männer neu für den Verein begeistern, der jetzt wieder 150 Mitglieder hat. „Ein best practice-Beispiel, das vielen kleinen Einspartenvereinen Mut machen sollte!“, unterstrich Klatt bei der Preisübergabe. Dafür gabs von der Jury ein Preisgeld in Höhe von 1.200 Euro. In der Kategorie 2, der Vereine bis 500 Mitgliedern, vergab die Jury den 1. Preis an den TSV Viermünden/Schreufa. 484 Mitglieder zählt der Sportverein aus dem Sportkreis Frankenberg zur Zeit. „Die Jury überzeugte vor allem das Konzept des Vereins zur Integration durch Sport unter besonderer Berücksichtigung der Kinder und Jugendlichen“, verdeutlichte Ralf-Rainer Klatt. Vier Sparten hat der Verein. Seit 10 Jahren steht dabei das Projekt der Jugendfußballabteilung unter dem Motto „Kinder und Jugendliche übernehmen Verantwortung in der Gruppe, im Vereine und in der Gesellschaft“ im Vordergrund. Der Zustrom von Migranten hat dazu geführt, dass das Konzept erfolgreich erweitert und der Verein mittlerweile zum Stützpunktverein für die Bundeskampagne „Integration durch Sport“ ernannt wurde. „Drei Juniorteams, paritätisch mit Migranten besetzt, Unterstützung bei schulischen und beruflichen Angelegenheiten durch Kooperationen mit Betrieben und Einrichtungen verdeutlichen, dass ein Sportverein weit mehr leisten kann als nur sportliche Bewegung“, zollte Juryvorsitzender Klatt den Vereinsverantwortlichen Anerkennung. Auch sie dürfen sich über ein Preisgeld in Höhe von 1.200 Euro freuen. Den 2. Preis in dieser Kategorie und 900 Euro Preisgeld erkannte die Jury dem TuS Velmeden zu. Den düsteren demographischen Prognosen für ländliche Regionen wie Velmeden, einem kleinen Stadtteil der diesjährigen Hessentagsstadt Hessisch Lichtenau mit 772 Einwohnern, will der Verein entgegenwirken. „Für und mit der Jugend Zukunftsperspektiven gestalten“ lautet dabei das Motto. Dazu hat der Verein mit viel Engagement, Eigeninitiative und Unterstützung durch Spenden und Zuschüsse Vereinsräumlichkeiten mit einer Mehrzweckhalle und einem Jugendraum geschaffen. Dies ermöglichte den Vereinsverantwortlichen, neue Angebote wie SPORT PRO GESUNDHEIT zu machen. Auf 287 Mitglieder ist der Verein seither angewachsen. „Wichtig ist vor allem aber auch, dass neben den vielfältigen sportlichen Aktivitäten der Jugendraum des Vereins zum sozialen Treffpunkt für viele Jugendlichen des kleinen Ortes geworden ist“, hob der Juryvorsitzende in seiner Laudatio hervor. Schwer viel der Jury die Entscheidung in der Kategorie 3, der die Vereine mit mehr als 500 Mitgliedern zugeordnet sind. Die vorliegenden qualitativ hochwertigen Bewerbungen führten am Ende dazu, dass die Jury hier gleich drei Vereine auf den ersten Platz setzte. So durften sich in Frankfurt sowohl die Vertreter des TSV 1875 Bonames wie auch die Repräsentanten der TGS Walldorf und des TuS Griesheim über ein Preisgeld von jeweils 2.000 Euro freuen. „So hat sich die Jury beispielsweise für einen Verein entschieden, der sich durch sein hohes soziales und integratives Engagement verdient gemacht hat“ unterstrich Ralf-Rainer Klatt dabei das Jury-Votum für den TSV 1875 Bonames. Zielsetzung des Frankfurter Vereins sei es, Sportangebote für alle Altersstufen zu machen und dabei besonders Neubürger, ausländische Mitbürger, Behinderte und sozial gefährdete Jugendliche zu integrieren. Dabei kooperiere der Verein mit der Stadt Frankfurt, einem Behindertenwohnheim, mit Schulen und der Kirchengemeinde wie auch mit dem lsb h-Projekt „start“. „Mit der TGS Walldorf hingegen wird ein Großverein ausgezeichnet, der unter Beweis gestellt hat, dass es sich lohnt, mit Engagement und zukunftsorientierten, baulichen Investitionen die Menschen für ein gesundheitsorientiertes und vielfältiges Angebot zu begeistern“, so Klatt in der Begründung für den Verein aus dem Sportkreis Groß-Gerau. 2.600 Mitglieder hatte der Verein 1995, heute sind es 4.444. „Und dies trotz zweimaliger Beitragserhöhung“, unterstrich der LA-BS-Vorsitzende. „Wenn das Angebot stimmt, sind die Mitglieder auch bereit, für die Leistung zu bezahlen. Allein im vereinseigenen Studio haben sich seit der Eröffnung im Jahre 1996 fast 1.300 Mitglieder angemeldet!“ Das Angebot des Vereins liest sich beeindruckend. Über 30 Kursangebote mit 22 mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT ausgezeichneten Übungsleiterinnen und Übungsleitern: Sport und Diabets, Brustkrebsnachsorge, Rückenschule, Seminare zu Ernährungsfragen und vieles mehr. Dies selbstverständlich in Kooperation mit Kindergärten, Schulen und der Stadt. Mit einer Kindersportschule ist die nächste Initiative in diesem Jahr bereits in Planung. Als Dritten im Bunde der Preisträger der Kategorie 3 zeichnete lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller am Ende die TuS Griesheim aus der Nähe von Darmstadt mit dem Heinz-Lindner-Preis aus. „In den letzten fünf Jahren hat sich der TuS einer Zielgruppe angenommen, die in der Diskussion um die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft in die Schlagzeilen gerückt ist – die Familie“, so Müller. „Bewegt und kunterbunt“ nennt sich die Abteilung, mit welcher der TuS die Familien anspricht. Hier erhalten Kinder u.a. eine elementare motorische Grundausbildung oder finden mit dem „Papaturnen“ den Einstieg in das Sportgeschehen. 300 Kindern tummeln sich im Kinderturnclub; Familienfreizeiten und Familientouren sind schnell ausgebucht und erfreuen sich steigender Beliebtheit. „Wenn man einen innovativen, für soziales Engagement aufgeschlossenen und weltoffenen Verein sucht, kommt man an dem TuS nicht vorbei“, lobte der lsb h-Präsident die Initiativkraft der TuS Verantwortlichen. „Kaum ein Projekt, das wir in Hessen in Verbindung mit Sport, Kultur, Soziales oder Gesundheit kennen, das nicht auch mit dem TuS Griesheim in Verbindung zu bringen ist.“ Knapp 4000 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Sie können in 24 Abteilungen unter 70 verschiedenen Sportarten und Bewegungsangeboten wählen. Rund 400 Übungsstunden werden pro Monat angeboten. Damit auch andere Vereine von den positiven Beispielen der Heinz-Lindner-Preisträger profitieren können, wird der Landessportbund Hessen diese demnächst zusammenfassen, um sie in Beratungsgesprächen an interessierte Vereine weitergeben zu können. „Man muss das Rad nicht neu erfinden“, so Ralf-Rainer Klatt, der abschließend auch der Firma Himmelseher dankte, die den Heinz-Linder-Preis seit langen Jahren finanziell unterstützt.
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