09.10.06 Olympische Ballnacht des Landessportbundes HessenLandessportbund ehrt Sportlerinnen und Sportler des JahresIm feierlichen Rahmen seiner 5. Olympischen Ballnacht zeichneten der Landessportbund Hessen (lsb h) und die Stiftung Sporthilfe Hessen am gestrigen Abend im Kurhaus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden erneut die Hessischen Sportlerinnen und Sportler, sowie die Mannschaft und den Newcomer des Jahres aus. „Ihr Handeln ist beispielgebend, sie sind Vorbilder für viele und leben vor, was mit Disziplin und Leistungswillen erreicht werden kann“ zollten lsb h-Präsident Rolf Müller und Sportminister Volker Bouffier den Athletinnen und Athleten zu Beginn der Sportlerehrung unisono ihre Anerkennung. Gewählt worden waren diese von den Sportredaktionen der hessischen Print- und elektronischen Medien. Übereicht wurden die Preise von lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller, Hessens Innen- und Sportminister Volker Bouffier und Spiel-bank-Geschäftsführer Thomas von Stenglin. Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 4.500 Euro wurden wie in den Vorjahren von der Spielbank zur Verfügung gestellt. Die Wahl zur Sportlerin des Jahres fiel dabei auf Hammerwerferin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt). Den Titel bei den Herren sicherte sich zum zweiten Mal nach 2003 Tischtennisass Timo Boll (TTV Gönnern). Zur Sportlerin des Jahres in der Kategorie Behindertensport wählten Hessens Sportredaktionen Reinhild Möller (SC Neuenstein), „Newcomerin des Jahres“ ist Carolin Hennecke (SC Willingen). Zum zweiten mal hintereinander stellte der TTV Gönnern die „Mannschaft des Jahres“. In Berlin erblickte Hessen Sportlerin des Jahres 1983 das Licht der Welt. Diese hat sie sich mittlerweile in einer Sportart erobert, die noch vor Jahren eine reine Männerdomäne war, im Hammerwurf. Betty Heidler zählt derzeit zu den weltbesten Werferinnen. Mit einer Weite von 76,55 Meter ist sie nicht nur aktuelle Deutsche Rekordhalterin, sondern gewann mit 75,44 Metern vor wenigen Wochen auch das Weltfinale der Leichtathleten in Stuttgart. Bereits seit Jahren gern gesehener Gast der Olympischen Ballnacht, stand Betty Heidler diesmal ganz oben auf der Bühne im Friedrich-von-Thiersch-Saal, wo sie freudestrahlend den mit der Auszeichnung verbundenen Scheck in Höhe von 1000 Euro entgegen nahm. Die sympathische Athletin, Mitglied des Hessenteams 2006, durchläuft derzeit bei der Bundespolizei eine auf den Hochleistungssport abgestimmte Ausbildung zur Polizeimeisterin. Von Erbach im Odenwald aus startete Hessens Sportler des Jahres seine Weltkarriere mit dem Tischtennisschläger. Bereits zum zweiten Mal nach 2003 si-cherte sich Timo Boll (TTV Gönnern), der aktuelle Weltranglisten Zweite, den Titel in dieser Kategorie und freute sich in Wiesbaden ebenfalls über den Siegerscheck in Höhe von 1000 Euro. Derzeit die Nummer Eins der Deutschen Rangliste bestritt Boll im zarten Alter von sieben Jahren seinen ersten Wettkampf. Seither führte sein Weg auf der sportlichen Erfolgsleiter steil nach oben. Seinen großen internationalen Durchbruch bei den Herren erzielte der heute 25-Jährige im Jahre 2002. Er wurde zweifacher Europameister und schaffte, was vor ihm noch kein Deutscher geschafft hatte – mit dem Sieg bei den China-Open errang er die Weltranglistenposition 1. Vor kurzem kehrte Timo Boll erneut als Sieger der China-Open aus dem Reich der Mitte zurück – wenn das kein gutes Ohmen ist. Das man mit 50 noch nicht zum alten Eisen gehört, beweist Hessens Sportlerin des Jahres in der Kategorie Behindertensport. Skiläuferin Reinhild Möller (SC Neuenstein) hatte den Wettkampfsport bereits 1998 an den berühmten Nagel gehängt. In der Saison 2004/2005 wurde sie jedoch rückfällig, stieg als alpine Rennläuferin wieder in den Weltcup ein und belegte am Ende Rang drei. Für den Deutschen Behindertensport-Verband Grund genug, die 1956 geborene Athletin für die paralympischen Winterspiele diesen Jahres (ihren siebten übrigens) zu nominieren. Dort gewann die Athletin, die jetzt in den USA lebt, die Silbermedaille im Abfahrtslauf, ihre insgesamt 23ste Medaille seit 1980 bei Paralympischen Spielen. Abseits der Pisten setzt sich Reinhild Möller für den Abbau von Vorurteilen gegenüber Behinderten ein. So gehört sie zu den Gründungsmitgliedern der Initiatve „Behinderte helfen Nichtbehinderten“. Zielgruppe der Initiative sind Nichtbehinderte, die Probleme im Umgang mit Behinderten haben. Und weil sich Vorurteile früh verfestigen, sind vor allem Kinder und Jugendliche angesprochen. Heute lebt Reinhild Möller überwiegend am Lake Tahoe in Nevada. Für die Wahlamerikanerin nahm ihre Mutter Hedwig Möller den Preis und den Scheck über 1000 Euro aus den Händen von Spielbank-Geschäftsführer Thomas von Stenglin entgegen. Hessens „Newcomerin des Jahres“ wurde im Februar 1986 im nordhessischen Bad Arolsen geboren. Carolin Hennecke (SC Willingen), kam im Alter von 14 Jahren zu einer Sportart, die man üblicherweise nicht unbedingt mit Hessen in Verbindung bringt, den Biathlon-Sport. Die Erfolgsgeschichte der Preisträgerin begann in der Saison 2001/2002, in der sie sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften zweimal auf dem „Stockerl“ platzieren konnte. Mit dem Gewinn des Deutschlandpokals in der Saison 2004/2005, einer Rennserie aus 12 Rennen, stellte die Sportsoldatin ihre kontinuierliche Leistungsentwicklung unter Beweis. Ihren bislang größten Erfolg konnte die Newcomerin des Jahres 2006 im Februar diesen Jahres feiern. Von den Junioren-Weltmeisterschaften in den USA kehrte Sie mit zwei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille sowie einem 4. Platz zurück. Nebenbei wurde Sie in diesem Jahr Junioren-Europameisterin mit der Staffel und Deutsche Juniorenmeisterin im 7,5km Sprint. Ihr großes Ziel – die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver. In Wiesbaden durfte sich Carolin Hennecke nicht nur über die Auszeichnung, sondern auch über einen Scheck in Höhe von 500 Euro freuen. Im vergangenen Jahr mussten sie erst noch ein Auswärtsspiel absolvieren und kamen deshalb mit einiger Verspätung zur Preisverleihung. In diesem Jahr waren sie bereits im Saal – die Mitglieder der Hessischen Mannschaft des Jahres, des TTV Gönnern. Seit 1996 startet die Mannschaft in der deutschen Eliteklasse, holte mit dem Gewinn des Deutschen Pokalwettbewerbes 1997 den ersten großen Titel nach Mittelhessen. Richtig erfolgreich ist die von Trainer Helmut Hampl gecoachte Mannschaft allerdings auf internationalem Parkett. Der Championsleague-Sieg im vergangenen Jahr wurde als eine echte „Tischtennis-Sensation“ gefeiert, auf eine erfolgreiche Titelverteidigung in diesem Jahr hatten nur die größten Optimisten gehofft. Trotzdem gelang es dem Team um den amtierenden Sportler des Jahres den großen Favoriten Royal Villette Chaleroi aus Belgien erneut in die Schranken zu weisen und den Championsleague-Titel nach Hessen zu holen. Jörg Rosskopf, Slobodan Grujic, Trainer Helmut Hampl und Timo Boll nahmen die Auszeichnung entgegen. Auch für das Team hielt Spielbankchef Thomas von Stenglin einen Scheck über 1000 Euro parat.
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