28.09.06 Dr. Rolf Müller warnt Bundesgesetzgeber:Der Sport braucht kein Anti-Doping-GesetzEine klare Absage hat der Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h), Dr. Rolf Müller, einem Anti-Doping-Gesetz erteilt. Müller warnte den Bundesgesetzgeber in diesem Zusammenhang vor der Allmachtsfantasie mit dem Ausprägungsmerkmal, alle gesellschaftlichen Probleme per Gesetz lösen zu wollen.„Es steht außer Frage, dass Doping im höchstem Maße gesundheitsgefährdend und zudem unfair ist. Meiner Auffassung nach ist der Sport aber stark genug, diese unerfreulichen Auswüchse zur ,Leistungssteigerung´ selbst zu regulieren“, so der lsb h-Präsident. Im Landessportbund Hessen werde bereits im Nachwuchsleistungssport dezidiert auf die Gefahren des Doping eingegangen. „Wir setzen mit Aufklärung und Prävention schon im D/C-Kader an. Wir kooperieren in Sachen Aufklärung weiterhin mit dem Kultusministerium und den Schulen. Und in den Verträgen der Trainer ist der Einsatz von Dopingmitteln ganz klar als Grund zur sofortigen Entlassung genannt“. Unabhängig davon müssten weitere Anstrengungen für einen dopingfreien Sport unternommen werden. Dazu zähle beispielsweise ein feineres Kontrollraster im Training und bei Wettkämpfen. Letztlich müsse sportintern auch über einen verschärften Strafenkatalog für Dopingsünder nachgedacht werden. An den Gesetzgeber richtete Dr. Müller die Aufforderung, sich noch stärker mit den Auswüchsen des illegalen Medikamentenhandels zu befassen. „Den Missbrauch selbst werden wir als Sportorganisation auch ohne Gesetz einzudämmen wissen“. Das Präsidiums des Landessportbundes Hessen, so Müller abschließend, werde sich aktuell mit der Dopingproblematik befassen.
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