23.09.08 5. Landeskonferenz Breitensport und Sportentwicklung des Landessportbundes Hessen:Breitensport und gesellschaftlicher WandelDas Thema „Gesellschaftlicher Wandel – Wandel in den Sportvereinen und Verbänden?“ stand im Mittelpunkt der 5. Landeskonferenz Breitensport und Sportentwicklung des Landessportbundes Hessen, die jetzt in Frankfurt stattfand.„Regionale Netzwerke Sport und Gesundheit“, „Schule und Verein“ sowie „Personalmanagement im Ehrenamt“ lauteten hier die Überschriften, unter denen sich Vertreterinnen und Vertreter der Sportverbände, Sportkreise und größerer Sportvereine mit den perspektivischen Anforderungen an den Sport auseinandersetzten. Anforderungen, das machte Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun (Universität Paderborn) in einem Impulsreferat deutlich, die ein Umdenken erfordern. Schließlich, so Braun, neigten sich die Zeiten, in denen sich Menschen über sehr lange Zeiträume ehrenamtlich im Verein engagierten und mit diesem Engagement die Grundlage für viele Vereinsangebote schafften, dem Ende entgegen. Eine Entwicklung, die gerade der Sport, im dem sich deutlich mehr Menschen ehrenamtlich engagieren als in allen anderen Gesellschaftsgruppierungen, im Auge behalten muss. Der Wissenschaftler empfahl daher neue Wege zur Gewinnung Ehrenamtlicher. Festgelegte Projektzeiträume, also ein zeitlich überschaubares Engagement, seien eine Möglichkeit. Zudem könnten durch den Verein veranlasste Weiterbildungen, die auch im Privat- oder Berufsleben von Nutzen seien, Motivation zur Übernahme von Verantwortung im Verein sein. Wolle man aber beispielsweise regionale Netzwerke zu Sport und Gesundheit in den Landkreisen sinnvoll und zum Wohl der Bevölkerung verknüpfen, sei es alleine mit ehrenamtlichem Engagement nicht getan. Ohne die Unterstützung der politischen Gremien, verbunden mit einer Professionalisierung des Sportes, werde es kaum gelingen, ein qualifiziertes, gesundheitsorientiertes Bewegungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Regionen zu initiieren und auszubauen. Neue Wege muss der Sport, und das wurde in der Diskussion deutlich, auch in der Kooperation zwischen Schule und Verein gehen. Nur so lassen sich Chancen und Risiken einer sich hin zur Ganztagsschule verändernden Schullandschaft positiv nutzen. Fantasievolle Kooperationsmodelle von Schule und Verein sind dazu gefragt. Dazu bedarf es aber seitens der Übungsleiter und Trainer einer gründlichen Vorbereitung. Schließlich herrschen im Klassenverband – im Gegensatz beispielsweise zur Fußballgruppe im Verein - die unterschiedlichsten (Sport-)Interessen vor. In der Kooperation Schule und Verein, das machten die Sportfachleute deutlich, ist freilich auch der Schulträger gefragt. Denn effiziente Kooperationen lassen sich ohne eine adäquate finanzielle Ausstattung nicht realisieren. Ralf-Rainer Klatt, Präsidiumsmitglied für Breitensport und Sportentwicklung im Landessportbund Hessen forderte die Konferenzteilnehmer auf, im Sport vorhandene und zukünftig geplante Netzwerke wie „Sport und Gesundheit“ zu unterstützen. Der Ausbau dieser internen Netzwerke sei eine wichtige Voraussetzung, wolle der Sport auch außerhalb seiner Vereinslandschaften aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken. Die Ergebnisse der Landeskonferenz werden derzeit auf einer CD zusammengefasst. Interessenten können den Datenträger unter der E-Mail-Adresse breiten@lsbh.de anfordern. |
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