Wettskandal: Dr. Müller fordert klare Position von DOSB-Mitgliederversammlung
Ansehen des Sports steht auf dem Spiel
Die Frage, ob es nicht eher mehr staatlicher Kontrolle bedarf als weniger, hat Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h) und Sprecher aller Landessportbünde auf Bundesebene, im aktuellen Zusammenhang mit dem neuen Fußball-Wettskandal aufgeworfen. „Der Fall zeigt erneut die Gefahren auf, die mit der globalen Öffnung des Sportwetten-Marktes einher gehen. Hier steht nicht nur das Ansehen des Fußballs, sondern möglicherweise das des gesamten Sports auf dem Spiel“, so Müller in Frankfurt.
Für den Sprecher der Landessportbünde birgt der Skandal gerade im Vorfeld der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes am 5. Dezember eine hohe Brisanz. „Ich erwarte von der Versammlung eine eindeutige und klare Position des Sports. Die Landessportbünde waren bisher zu Verhandlungen in alle Richtungen offen. Sicherheiten für einen ehrlichen Sport und saubere Sportwetten müssen jetzt unmissverständlich eingefordert werden, sonst erleiden wir alle irreparablen Schaden“, erklärte der lsb h-Präsident.
Dabei sei er sich bewusst, dass es keine vollständige Sicherheit geben könne. „Eine Kooperation mit privaten und nach geltendem Recht illegalen Wettanbietern ist für mich aber nach den derzeitigen Meldungen in weite Ferne gerückt, wenn nicht gar völlig auszuschließen“.
Weiterhin sieht Müller in der zweiten Affäre nach dem Fall Hoyzer die Gefahr einer hässlichen „Dauerbegleitung“ des Sports. Seiner Auffassung nach ergibt sich daraus eine „notwendige, intensive Kooperation mit Gesetzgebung und Strafverfolgung“.
Die in der Vergangenheit oftmals fehlende Verfolgung von Wettbüros illegaler Anbieter in den Städten sei für die Betreiber eine Ermunterung gewesen, hier auf Zeit zu spielen und auf eine Sanktionierung durch Brüssel zu hoffen. „Damit muss Schluss sein. Dazu ist auch hier konsequentes Handeln gefordert“, so Müller abschließend.