Gesellschaft im Wandel – Herausforderung für den Sport - 25. Sportbundtag des Landessportbundes Hessen
Dr. Rolf Müller einstimmig als Präsident wiedergewählt
Ein in der Größe um eine Position reduziertes Präsidium, ein neues Präsidiumsmitglied und ein Präsident, der, ebenso wie seine bisherigen Präsidiumskollegen, eindrucksvoll im Amt bestätigt wurde: Das ist das Ergebnis des 25. Ordentlichen Sportbundtages des Landessportbundes Hessen e.V. in Frankfurt. Danach bleibt Dr. Rolf Müller – bei einstimmiger Wiederwahl – für weitere drei Jahre an der Spitze der größten Personenvereinigung Hessens. Neu im lsb h-Präsidium ist Dr. Susanne Lapp, die für den Bereich Kommunikation und Marketing verantwortlich zeichnet. Die Kommunikationsexpertin löste Dieter Hochgesand ab, der das Amt nach zwölf Jahren zurück gegeben hatte. Aus dem Präsidium ausgeschieden ist auch die bisherige Vizepräsidentin Svea Rojahn. Sie hatte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert.
Den Präsidiumswahlen war eine intensive Satzungsdiskussion voraus gegangen, an deren Ende zum einen die Reduzierung der Anzahl der Präsidiumsmitglieder auf acht - statt bislang neun - Personen stand. Zum anderen wurden Aufgabenbereiche neu zugeschnitten und wichtige Themenfelder wie Integration und demografischer Wandel als Aufgaben in der Satzung der Dachorganisation des Sports in Hessen festgeschrieben. Letztlich führen nunmehr – mit Ausnahme des Präsidenten - alle Präsidiumsmitglieder den Titel Vizepräsident.
Zum Präsidium gehören in dieser Funktion der einstimmig wiedergewählte Rolf Hocke, der den Bereich Vereinsmanagement verantwortet. Neben der Vereinsförderung und Beratung und dem Themenkomplex Recht, Steuern und Versicherung fällt nun auch der Bereich Sportinfrastruktur in Hockes Ressort.
In einer Abstimmung gegen Mitbewerber Thomas Alber, dem Vorsitzenden des Sportkreises Wetterau, durchgesetzt hat sich der damit wiedergewählte Ralf-Rainer Klatt (Darmstadt). Ehedem für Breitensport und Sportentwicklung zuständig, fallen jetzt zusätzlich die Bereiche demografischer Wandel und Integration in Klatts Beritt.
Als Vizepräsidentin für Kinder- und Jugendsport wurde die Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Juliane Stoll, bestätigt. Für Bildung und Personalentwicklung bleibt Professor Dr. Heinz Zielinski zuständig. Zu diesem Präsidiumsamt gehören ab sofort auch die Bereiche Vorschule, Schule und Hochschule.
Ihr deutliches Vertrauen sprachen die Delegierten auch dem Vizepräsidenten Finanzmanagement, Helmut Meister aus, der ebenfalls ohne Gegenstimme bestätigt wurde.
Ein einstimmiges (Wieder-)Wahlergebnis gab es letztlich für Lutz Arndt, der somit auch in den nächsten drei Jahren das Ressort Leistungssport verantwortet.
Der Sportbundtag als solcher hatte unter dem Motto „Wandel in der Gesellschaft – Herausforderung für den Sport“ gestanden. Ein Rückgang der Bevölkerungszahlen und eine „bunter“, weiblicher und älter werdende Bevölkerung bilden die perspektivischen Rahmenbedingungen, auf die der Sport reagieren muss. Rückläufige Einwohnerzahlen in ohnedies weniger stark besiedelten Regionen müssten in diesem Kontext zu „neuen Modellen“ führen, wie Hessens Minister des Innern und für Sport, Volker Bouffier, vor den Delegierten aus ganz Hessen ausführte. „Vereinsverbünde“, stärkere Vereinskooperationen und konzentrierte Vereinsangebote nannte der Minister hier als Instrumentrente zum Gegensteuern.
Die Themenbereich demografischer Wandel, Integration, Veränderung der Schullandschaft, Gesundheit und die Finanzierung der Sportorganisation bezeichnete der alte und neue lsb h-Präsident, Dr. Rolf Müller, in seinem Rechenschaftsbericht als zentrale Aufgaben der Zukunft.
Während Felder wie „Integration“ und „Gesundheit“ schon Jahrzehnte lang wie selbstverständlich vom Sport abgedeckt werden, müsse den Veränderungen in der Schullandschaft erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Sport müsse hier die Chance nutzen und zu einem Teil des „Ganztagsbetreuungssystems“ werden. Mit Blick auf die Frage nach der Anzahl der dann benötigten Übungsleiter und weiteren, zu klärenden Fragen sah Müller indes noch viele Probleme, die es zu lösen gelte.
Aufmerksam im Auge behalten muss die Dachorganisation auch die Finanzierung des Sportsystems. „Was erwartet uns nach Auslaufen des Glücksspiel-Staatsvertrags?“, fragte Rolf Müller im Zusammenhang mit der Finanzierung des Sportsystems aus Mitteln der Lotterieumsätze.
Unabhängig von den diesen Unwägbarkeiten wurde eines erneut deutlich: Der organisierte Sport ist und bleibt ein Eckpfeiler der Gesellschaft. Ohne das Engagement der 200.000 ehrenamtlichen Tätigen in Hessens Sportvereinen wäre Hessen erheblich ärmer.Der Sport, und das haben die in der Tagung in Frankfurt in ihrer Bedeutung verstärkten Aufgabenfelder wie Integration und Demografie gezeigt, will und wird sich weiterhin maßgeblich an der positiven Gestaltung der Gesellschaft beteiligen. Die Weichen dazu hat der Sportbundtag gestellt.