Landessportbund

09.05.10

Landessportbund in Sorge über die Situation des Sports in Schulen

Sport in Schulen und Sport mit Schulen

Der Landessportbund Hessen hat nach 2007 auf seinem Hauptausschuss am 8. Mai erneut eine Entschließung zur weiteren Entwicklung des Sports in der Schule verabschiedet. Der Landessportbund ist, gemeinsam mit seinen Partnern, insbesondere den außerschulischen Bildungsträgern, bereit, noch mehr Verantwortung für den Sport in Schulen zu übernehmen. Dabei wird es auf eine sehr differenzierte Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Schulen ankommen.

Angesichts der in den vergangenen Jahren gewachsenen Herausforderungen für den Sport machen sich Sportvereine und Fachverbände Sorgen über die zukünftige Entwicklung. Die Ausweitung der Ganztagsangebote mit der besonderen Variante der G8-Schulen, der Sportunterricht in den Schulen, die Sportlehrerausbildung, die Situation im Leistungssport z. B. sind Problembereiche, die den Druck auf Vereine und Verbände erhöhen.

Der Schwerpunkt der Schulentwicklung liegt in den nächsten Jahren in der Ausdehnung der Ganztagsangebote. „Der Landessportbund sieht hierbei Chancen und Gefahren für die zukünftige Sportentwicklung“, betont Dr. Rolf Müller. Die Chancen liegen in der stärkeren Verankerung des Sports in der Schule und die Gefahren primär darin, dass Kindern und Jugendlichen der Weg versperrt wird, in Vereinen und Verbänden Sport zu treiben. „Der organisierte Sport wird mit den ihm zur Verfügung stehenden Kräften dafür sorgen, dass die Existenz der Sportvereine vor Ort gesichert bleibt“, unterstreicht Dr. Rolf Müller. Er wird sich daher weitaus stärker aktiv in die weitere Entwicklung einmischen und baut dabei auf die jahrelang erprobte Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen, Sportkreisen, Fachverbänden und außerschulischen Bildungsträgern mit den Schulen. Diese Zusammenarbeit gilt es auszubauen.

Im Kern fordert der Landessportbund:

  • Sport und Bewegung sind zum festen Bestandteil einer neuen Lernkultur in den Schulen zu machen nach dem Motto: Sport macht Kinder und Jugendliche stark und selbstbewusst.
  • Die unterschiedlichen Angebote im Ganztag sind beizubehalten, sie sind aufgrund der jeweiligen Vor-Ort-Bedingungen umzusetzen. Die Erweiterung der schulischen Angebote im Ganztag ist auf maximal 16.00 Uhr zu begrenzen. Der Landessportbund fordert das Kultusministerium auf, die Interessen des organisierten Sports bei der Novellierung der Ganztags-Förderrichtlinie grundlegend zu berücksichtigen.
  • Bei Beibehaltung der verkürzten Schulzeit (G8) sind flexible Kürzungsmodelle anzuwenden, die auch die Sekundarstufe 2 wesentlich miteinbeziehen.
  • Die tägliche Sportstunde ist zumindest in der Grundschule einzuführen. Der lehrplanmäßige Umfang des regulären Sportunterrichts bleibt auch bei Angebotserweiterungen am Nachmittag erhalten.
  • Der Sport bietet sein Kooperationspotential unvermindert an. Insbesondere das Potential an Trainern und Übungsleitern wird der organisierte Sport ausbauen und bittet die Schulen auf, dieses Potential zu nutzen.
  • Die Interessen des Leistungssports, insbesondere die Förderung des Nachwuchses sind mit den Interessen des Sports in der Schule in Einklang zu bringen. Er fordert das Kultusministerium auf, gemeinsam mit den Fachverbänden Lösungen zu erarbeiten, mit denen die Nachwuchsförderung gesichert und weiterentwickelt wird.
  • Die Aktualisierung der Rahmenvereinbarung mit dem Kultusministerium und dem Ministerium des Innern und für Sport.

Die Forderungen des organisierten Sports an die Schulen haben das Ziel, Sport in den Schulen und Sport in Vereinen zu noch größerer Stärke im Interesse der Kinder und Jugendlichen zu verhelfen. Dabei ist sich der Landessportbund bereit, auch seine Anstrengungen zur Ausweitung des Sports in der Schule zu verstärken. Er ist sich bewusst, dass auch eine erweiterte Zusammenarbeit mit Kindergärten und Hochschulen einen wichtigen Bestandteil der zukünftigen Schulentwicklung ausmacht.


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