Landessportbund

21.05.11

Landessportbund Hessen: Hauptausschuss tagte

Bündnis für Hessens Sportvereine gefordert

Der Präsident des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h), Dr. Rolf Müller, hat die politisch Verantwortlichen des Landes aufgefordert, sich an einem „Bündnis für die nahezu 8.000 hessischen Sportvereine“ zu beteiligen.

„Die Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports ist eng verbunden mit der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft, denn der Sport ist das Bindeglied“, sagte Müller vor den Delegierten des Hauptausschusses. Der Hauptausschuss, das zweithöchste Entscheidungsgremium des Landessportbundes, tagte am Samstag in Frankfurt. Weitere Themen der Zusammenkunft waren die Finanzen der Dachorganisation des hessischen Sports sowie Entscheidungen zur perspektivischen Struktur und Aufgabenstellung der 34 Sportkreise im lsb h.

 

Gesellschaftlich unverzichtbar

Vor dem Hintergrund der immensen Aufgaben, die der Sport zum Wohle der Gesellschaft leistet, dürften Mittelkürzungen keine Schule machen. „Es ist offensichtlich an der Zeit deutlich zu machen, dass der Sport in Hessen zwar keine Lohnforderungen stellt, aber mehr als 200.000 Personen in Hessen monatlich mehr als 3,5 Millionen Stunden unentgeltlich für die Gesellschaft erbringen“, lautete Müllers klare Botschaft. Müller forderte „alle Parteien auf, an der Zukunftsfähigkeit des Sports zu arbeiten. „Dazu brauchen wir ein hessisches Modell“, so der Präsident. Anlass zu diesem Appell war unter anderem der Sparbeschluss eines mittelhessischen Landkreises, der die Sportförderung von 180.000 auf 80.000 Euro reduzierte.

Eine Kürzung, die den organisierten Sport vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage trifft. Fehlten im Gesamthaushalt des Landessportbundes im vergangenen Jahr doch 170.000 Euro, die letztlich aus Betriebsmittelrückstellungen ausgeglichen werden mussten. Ursache dafür waren Einnahmerückgänge aus den Anteilen des Sports an den Lotto-Umsätzen und an Sportwetten in Millionenhöhe. Die waren nur durch die vorausschauende Rückstellung aus dem Jahr 2009 auszugleichen, wie lsb h-Vizepräsident Helmut Meister, zuständig für die Finanzen der Organisation, erläuterte. Parallel dazu wurden Sparmaßnahmen bis zur Grenze des Machbaren forciert.

Für das laufende Haushaltsjahr und möglicherweise auch für 2012 erwartet der Finanzexperte demgegenüber eine leichte Entspannung der Situation. „Die Wirtschaft hat sich erholt, es wurden Arbeitsplätze geschaffen und die Leute spielen wieder mehr Lotto“, so Meister.

Ein Silberstreif am Horizont also, der nicht nur aus Gründen der Substanzerhaltung, sondern vor allem im Blick auf die Weiterentwicklung der Sportorganisation vonnöten ist. Das wird bei der Betrachtung der „Zukunft der Sportkreise“, den dezentralen Vertretungen des Landessportbundes Hessen sozusagen, deutlich. 34 Sportkreise gibt es derzeit. Ihre Zahl, so ein vom lsb h-Präsidium zum Hauptausschuss eingebrachter Leitantrag,  soll der Zahl der regionalen/kommunalen Gebietskörperschaften angeglichen werden. Der Antrag wurde nach intensiven Erörterungen nahezu einmütig verabschiedet.  Damit ging die viele Jahre währende Diskussion um deckungsgleiche Gebiete von Landkreisen und Sportkreisen „auf die Zielgerade“. Bis zum Ordentlichen Sportbundtag im September 2012 soll die Kongruenz nun hergestellt sein.

Und: Bis 2012, und das ist im finanziellen Kontext wichtig, sollen die Sportkreise eingetragene Vereine werden. Voraussetzung ist freilich eine adäquate Finanzausstattung. Ein Grund mehr für den Landessportbund Hessen, an seiner bewährten Haushaltspolitik festzuhalten.


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