Landessportbund

21.05.11

Landessportbund Hessen zeichnet Engagement für Frauen im Sport aus

Lu-Röder-Preis 2010 für Rosel Schleicher

Rosel Schleicher, die stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Wetterau und Vorsitzende des Turngaues Wetterau-Vogelsberg ist die neue Lu-Röder-Preisträgerin des Landessportbundes Hessen (lsb h). Die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung überreichten im Beisein von Innen- und Sportminister Boris Rhein die Vorsitzende des Landesausschusses Frauen im Sport (LA-FiS), Beate Schmidt und lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller heute in Frankfurt.

Der Lu-Röder-Preis wurde dabei bereits zum 23. Mal vergeben. Er zählt bundesweit zu den wenigen Auszeichnungen, mit der Frauen gewürdigt werden, die sich in engagierter Art und Weise für die Belange von Frauen im Sport einsetzen und die das Verständnis für die besondere Situation der Frau im Sport und die Notwendigkeit einer partnerschaftlichen Entwicklung in der Sportorganisation durch ihren besonderen Einsatz in der Verbands- oder Vereinsführung fördern. Dass Rosel Schleicher als neue Preisträgerin diese Vorgaben in beispielhafter Art und Weise in ihrer Arbeit vor Ort umsetzt, wurde bei der Ehrung mehr als deutlich.

„Sie ist Motor für eine bessere Qualifizierung der Frauen im Sportmanagement und geht dabei mit gutem Beispiel voran“, so die LA-FiS Vorsitzende Beate Schmidt in ihrer Laudatio. Schmidt wies in diesem Zusammenhang beispielsweise darauf hin, dass Rosel Schleicher auch schon mal in die „eigene Tasche“ gegriffen habe, um fehlende finanzielle Unterstützung auszugleichen, wenn es galt, Übungsleiterinnen interessante Fortbildungsangebote machen zu können.

„Vom Beginn ihrer ehrenamtlichen Karriere kümmert sich die Preisträgerin insbesondere um die Belange der Frauen und Mädchen im Sport. Sie ist aber zugleich über die Grenzen des Sports hinaus geachtet als profilierte Streiterin in Fragen der Emanzipation, der Bildung und der Qualifizierung von Frauen und Mädchen“, unterstrich Schmidt.

Von Kindesbeinen an war und ist Rosel Schleicher dem Sport und „ihrem“ TV Dauernheim verbunden, der Sprung vom Engagement auf Vereinsebene hin zur Übernahme von ehrenamtlicher Verantwortung auf Verbands- und Sportkreisebene fast selbstverständlich. Zunächst als Übungsleiterin engagiert, folgte der Übernahme des Amtes als Pressewartin ihres Vereins (1991) die Übernahme des Amtes der stellvertretenden Turngau-Vorsitzenden (1997). Seit 2003 steht Rosel Schleicher als Vorsitzende an der Turngauspitze. Damit schrieb sie Geschichte, war sie doch die erste Frau, die dieses Amt in der langen Tradition des Turngaues übernahm. Erst im vergangenen Jahr wurde sie in diesem Amt bestätigt.

Seit 2003 engagiert sich Rosel Schleicher darüberhinaus im Vorstand des Sportkreises. Im damaligen Sportkreis Büdingen zeichnete sie dabei für die Bildungsarbeit verantwortlich, ein Aufgabenbereich, den die gelernte Industriekauffrau und ehemalige Unternehmerin nach der Fusion der Sportkreise Büdingen und Friedberg zum Sportkreis Wetterau weiterführte. Dort wurde sie beim Sportkreistag 2008 dann zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Dass ein Mann prägend für ihr ehrenamtliches Engagement war, daraus macht die Preisträgerin selbst keinen Hehl. „Als Kind war ich Leichtathletin. Unsere Gruppe wurde von einem Übungsleiter geführt, der sich aufopferungsvoll um uns kümmerte. Das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Er wurde damit zum Vorbild für mich“, so Schleicher. Prägend ebenso ihr familiäres, liberales Umfeld – „Für den anderen da zu sein, war selbstverständlich“, betont Rosel Schleicher, die im Übrigen die Zusammenarbeit mit ihren männlichen Kollegen als „hervorragend“ bezeichnet. „Gerade das ist die Basis, die Möglichkeiten schafft, dass sich Frauen immer mehr einbringen können.“

Ihre profunde Kenntnis der und die enge Vernetzung in den sportlichen Strukturen nutzt die neue Lu-Röder-Preisträgern ebenfalls als „Botschafterin der Wetterau“, um sich für die Belange der Mädchen und Frauen im Sport stark zu machen.

Beispielsweise im Ausschuss „Sport, Jugend, Senioren und Kultur“ ihrer Heimatgemeinde. Als dessen Vorsitzende setzte sich Schleicher, die bis März diesen Jahres 10 Jahre lang Mitglied des Gemeinderates war, dafür ein, dass die Sportförderrichtlinien verbessert werden konnten. Sie konnte dabei für ihre Idee, das ehrenamtliche Engagement von Frauen zu stärken sowie Aus- und Fortbildungsmaßnahmen insbesondere der weiblichen Sportvereinsmitglieder durch die Gemeinde finanziell zu unterstützen, politische Mehrheiten gewinnen.

„Lob und Wertschätzung für die Arbeit von Rosel Schleicher sind einhellig“, machte Laudatorin Beate Schmidt deutlich. Deshalb sei das Votum für die neue Lu-Röder-Preisträgerin sowohl im Landesausschuss Frauen im Sport wie auch im Präsidium des Landessportbundes Hessen einstimmig gewesen.

Das Rosel Schleicher dass mit der Verleihung des Lu-Röder-Preises verbundene Preisgeld für die Sache der Frauen im Sport einsetzen wird, steht schon jetzt außer Zweifel. Aber wie das konkret aussehen wird, das weiß sie noch nicht. „Ich bin jetzt erstmal sehr glücklich und freue mich über diese Auszeichnung.“

 

Zum Foto: Rosel Schleicher (2.v.r.) ist die neue Lu-Röder-Preisträgerin. Sie erhielt die Auszeichnung im Beisein von Innen- und Sportminister Boris Rhein (l.) aus der Hand der Vorsitzenden des Landesausschusses Frauen im Sport, Beate Schmidt (2.v.l.) und lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller (r.). Foto: lsb h/Werner Hinz


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