Thema TV-Einnahmen im Profi-Fußball – Dr. Rolf Müller bezieht klare Position
Statt höherer TV-Gelder besser Ausgaben anpassen
Der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, der auch Vorsitzender des Fernsehausschusses des Hessischen Rundfunks ist, hat sich entschieden gegen eine weitere Erhöhung der TV-Einnahmen für die Fußball-Bundesligavereine durch die Vermarktung der Fernsehübertragungsrechte ausgesprochen.
„Es ist viel mehr an der Zeit, endlich über die zum Teil fast pervers hohen Spielergehälter, gigantischen Ablösesummen und horrenden Trainerstabbezüge zu diskutieren, anstatt noch eine Verdopplung der Einnahmen aus Übertragungsrechten zu fordern, wie es beispielsweise Karl-Heinz Rummenigge getan hat“, sagte Rolf Müller.
Auch im bezahlten Fußball müsse endlich das Prinzip des guten Hausvaters „die Einnahmen bestimmen die Ausgaben“ gelten, wie es auch die UEFA jetzt zu Recht verlange.
„Wenn es zutrifft, dass über 50 Prozent aller europäischen Fußball-Proficlubs bereits hohe Defizite ausweisen müssen, dann darf dies auf keinen Fall eine Nachfolge in Deutschland finden. München 1860 ist aktuell ein besonders alarmierendes Beispiel“, betonte der lsb h-Chef. In der Saison 2009/2010 habe der Profifußball in Deutschland ein Defizit von 78 Millionen Euro hinnehmen müssen und Ausgaben von 1,85 Milliarden Euro gehabt.
Es sei in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation, die Verbraucher, die Arbeitnehmer und die öffentlichen Hände erheblich negativ betreffe, das falsche Signal, höhere TV-Gelder zu verlangen, anstatt die Ausgabenseite der Vereine und Kapitalgesellschaften in der Bundesliga zu durchleuchten.
„Angesichts der finanziellen Lage vieler ehrenamtlich geführter Sportvereine sind die Forderungen aus dem Lager des Profifußballs nach einer Erhöhung der bereits jetzt erfolgenden TV-Zahlungen in Höhe von 420 Millionen Euro ein für das Ehrenamt entmutigendes Zeichen“, betonte Rolf Müller.