Landessportbund Hessen feiert zehn Jahre SPORT PRO GESUNDHEIT
Siegel für hochwertigen Gesundheitssport
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Medizin, Sportwissenschaft, Sportverbänden und Sportvereinen haben in der Sportschule des Landessportbundes Hessen (lsb h) in Frankfurt am Main anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Landesarbeitsgemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT und des gleichnamigen Qualitätssiegels die Verdienste und Möglichkeiten des organisierten hessischen Sports im Bereich der Gesundheitsförderung herausgestellt.
„Vor dem Hintergrund dramatischer Kostensteigerungen im Gesundheitswesen besitzt die Prävention von Zivilisationskrankheiten durch Bewegung, Sport und Spiel noch ein großes Potenzial, für das die Sportvereine geradezu prädestiniert sind“, sagte lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller. Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT für Vereine sei „zu einer bundesweit anerkannten Marke für sehr hochwertige Gesundheitssport-Programme geworden“. Müller erinnerte an den August 2001, als der lsb h in Langen gemeinsam mit der Landesärztekammer an die ersten 26 Vereine die Marke SPORT PRO GESUNDHEIT verlieh.
SPORT PRO GESUNDHEIT ist das Qualitätssiegel für Gesundheitssportprogramme im Vereinssport und wird in Hessen von der Landesarbeitsgemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT vergeben. Ihr gehören unter Federführung des lsb h die Landesärztekammer, der Hessische Turnverband, der Hessische Schwimmverband, der Hessische Tischtennisverband, der Pferdesportverband Hessen und der Hessische Fachverband für Karate an. Die Landesarbeitsgemeinschaft koordiniert die Siegelvergabe und garantiert mit verschiedenen Maßnahmen die Qualität der Marke, die nur an Sportvereinsangebote mit entsprechend qualifiziertem Übungsleiterpersonal und weiteren Voraussetzungen vergeben wird. Zu den Vorteilen für Vereine gehören bei der Installation von SPORT PRO GESUNDHEITs-Angeboten die Akzeptanz bei Ärzten und Kassen, ein Imagegewinn und die Erschließung neuer Zielgruppen.
Martin Leimbeck, Vizepräsident der Landesärztekammer, sieht regelmäßige Bewegung als „Waffe im Zusammenwirken von Bewegungsarmut und Alterungsprozess“. Bewegung sei der „Schlüssel zu einer höheren Lebenserwartung“. Er forderte zertifizierte Vereine auf, vor Ort an die Ärzte heranzutreten. Viele Krankenkassen haben das Qualitätssiegel als Maßnahme zur Primärprävention anerkannt. Dadurch besteht für gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, sich Kosten rückerstatten zu lassen.
Für das Hessische Sozialministerium erinnerte Referatsleiterin Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong an die „Kombination von körperlicher und psychischer Gesundheit“. Psychische Erkrankungen seien inzwischen bei Erwachsenen die häufigste Erkrankungsform, auch dagegen seien Sport und Bewegung ein gutes Mittel. „Eine Fülle von Facetten und Herausforderungen“ für den Sport sieht Prof. Dr. Heinz Zielinski, Ministerialrat im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. „Gesundheit ist ein Querschnittsthema.“
In einem Fachvortag ließ der Landesbeauftragte für Sport und Gesundheit im lsb h, Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, zehn Jahre SPORT PRO GESUNDHEIT in Hessen Revue passieren und skizzierte die politische Tragweite. Von 2001 bis 2011 hat sich die Zahl der Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT von 100 Angeboten in 50 Vereinen auf über 2.500 Angebote in 1.200 Vereinen erhöht. Ebenso stieg die Zahl der qualifizierten Übungsleiter/innen von 1.450 in 2001 auf 3.550 in 2011. Jeder dritte Sportverein in Hessen bietet inzwischen Programme mit Zielsetzungen der Gesundheitsförderung und Primärprävention an. Hessen liegt damit über dem Bundesdurchschnitt.