Sport und Flüchtlinge

Daten und Fakten

Daten und Fakten im Überblick

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Flüchtling oder Asylbewerber?

Gibt es einen Unterschied zwischen Flüchtlingen und Asylbewerbern? Wer ist überhaupt asylberechtigt und wann dürfen Flüchtlinge arbeiten? Eine Übersicht: 

FLÜCHTLINGE: Im Gegensatz zu Migranten, die ihr Land aus eigenem Antrieb verlassen, gilt im Völkerrecht als Flüchtling, wer zur Flucht gezwungen ist. Laut der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 sind das Personen, die eine begründete Furcht vor Verfolgung haben – aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung. Der Flüchtling weiß, dass er deswegen den Schutz seines Landes nicht in Anspruch nehmen oder wegen dieser Furcht vor Verfolgung nicht mehr dorthin zurückkehren kann.

• ANERKANNTE FLÜCHTLINGE: Ob die oben genannten Kriterien erfüllt sind und ein Mensch in Deutschland bleiben darf, prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Ein anerkannter Flüchtling hat in Deutschland dieselben Rechte wie ein Asylberechtigter. Er erhält zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre und eine Arbeitserlaubnis. Danach wird der Schutzstatus überprüft. Sofern die Anerkennung nicht widerrufen wird, kann der anerkannte Flüchtling nach drei Jahren eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten.

ASYLSUCHENDE/ASYLBEWERBER: So werden Personen genannt, die sich im Asylverfahren befinden, d.h., die einen Asylantrag gestellt haben, über den noch nicht entschieden wurde.  Das BAMF bearbeitet ihre Anträge individuell: Die Antragsteller müssen schildern, wie und warum sie verfolgt werden. Das Amt beurteilt, ob ein Bewerber asylberechtigt ist, ob er den Flüchtlingsstatus erhält oder ob ihm beides verweigert wird. Asylbewerber dürfen sich in der Regel nach Ablauf von drei Monaten frei in Deutschland bewegen. Dann haben sie auch einen nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt. Das heißt, Deutsche, aber auch EU-Ausländer oder anerkannte Flüchtlinge gelten bei den Arbeitsagenturen als "bevorrechtigte Arbeitnehmer". Für bestimmte Asylbewerber, die Fachkräfte in Engpassberufen sind, entfällt diese Beschränkung. Nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland dürfen Asylbewerber ohne Einschränkungen arbeiten.

ASYLBERECHTIGT: Wird ein Asylverfahren anerkannt, ist die betroffene Person asylberechtigt. Asyl steht allen Menschen zu, die von ihrem Staat wegen ihrer politischen Überzeugung so stark ausgegrenzt werden, dass ihre Menschenwürde verletzt ist. Asylberechtigt ist auch, wer aufgrund seiner religiösen Grundentscheidung oder wegen unveränderbarer Merkmale, die sein Anderssein prägen, verfolgt wird. Asylberechtigte erhalten wie anerkannte Flüchtlinge zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre und eine Arbeitserlaubnis. Danach wird der Schutzstatus überprüft. Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind keine Gründe für Asylgewährung. Bei einer Einreise über einen sicheren Drittstaat ist eine Anerkennung als Asylberechtigter ebenfalls ausgeschlossen.

GEDULDETE PERSONEN: Wer keine Aufenthaltserlaubnis bekommt und wem kein Asyl gewährt wird, der muss das Land wieder verlassen. Ausreise oder Abschiebung sind aber nicht immer möglich. Gründe dafür können Reiseunfähigkeit, ein fehlender Pass oder eine fehlende Verkehrsverbindung in ein vom Krieg zerstörtes Land sein. So lange, wie die betroffenen Menschen nicht abgeschoben werden können, erhalten sie in Deutschland eine Duldung. Geduldete Ausländer dürfen nach drei Monaten Wartezeit mit Genehmigung der Arbeitsagentur arbeiten.

PERSONEN MIT SUBSIDIÄREM SCHUTZ: Wer weder als Flüchtling anerkannt wird noch Asyl erhält, kann vorübergehend subsidiären Schutz erhalten. Dieser Aufenthaltsstatus wird Menschen gewährt, wenn ihnen im Heimatland große Gefahr durch einen bewaffneten Konflikt, Folter oder Todesstrafe droht. In diesem Fall tritt ein Abschiebungsverbot in Kraft. Wer unter subsidiärem Schutz steht, erhält eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland für ein Jahr. Eine Verlängerung ist für zwei weitere Jahre möglich, nach sieben Jahren kann eine Niederlassungserlaubnis erteilt werden. Um arbeiten zu dürfen, braucht ein Mensch mit subsidiärem Schutz in Deutschland eine Genehmigung der Arbeitsagentur genau wie bei einer Duldung.

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Ablauf eines Asylverfahrens

Menschen, die in Deutschland Asyl suchen, stellen einen Antrag in einer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Dabei werden die Personalien aufgenommen und der Flüchtling erhält eine Aufenthaltsgestattung. Die Entscheidung über eine Anerkennung des Asylantrags fällt in einer Anhörung, in der der Asylsuchende darlegen muss, weshalb er verfolgt wird und warum eine Rückkehr nicht möglich ist. Folgende Entscheidungen sind möglich:

• Positive Entscheidung: Der Antragsteller ist laut Grundgesetz asylberechtigt oder Flüchtling nach der Genfer Konvention. Der Antragsteller erhält zunächst für drei Jahre ein Aufenthaltsrecht. Nach dieser Zeit wird noch einmal überprüft, ob die Gründe für das gewährte Asyl weiter bestehen. Wenn dies der Fall ist, kann die Person ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten.

• Negative Entscheidung: Wird ein Antrag abgelehnt, muss die Person Deutschland verlassen. Das ist der Fall, wenn kein plausibler Grund für Asyl vorliegt oder der Antragsteller aus einem "sicheren Herkunftsstaat" kommt. Er ist damit „ausreisepflichtig" und kann abgeschoben werden. Gegen die Abschiebung kann der Asylbewerber innerhalb einer Frist klagen. Bis zur Abschiebung oder für den Fall, dass eine Ausreise nicht möglich ist, sind die Menschen "geduldet".

• Formelle Entscheidung: Dabei wird nicht über die Rechtmäßigkeit des Antrags entschieden. Ein Grund für eine solche "sonstige Verfahrenserledigung" ist häufig, dass Deutschland aufgrund des Dubliner Vertrags (Asyl ist in dem EU-Land zu beantragen, das der Flüchtling zuerst betreten hat) nicht zuständig ist. Meistens wird der Asylsuchende dann in das betreffende Land zurückgeschickt. So soll sichergestellt werden, dass jeder Asylantrag nur von einem Staat inhaltlich geprüft wird.

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Entwicklung Flüchtlingszahlen

In Deutschland wurden 2016 rund 745.000 Asylanträge gestellt. Davon wurden 62.520 Anträge in Hessen gestellt. Nach NRW, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern sind das die meisten Anträge im Vergleich der Bundesländer.

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