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Mentoring-Programm des Landesausschusses Gleichstellung im Sport erfolgreich beendet / Ein Jahr voller bleibender Eindrücke und Persönlicher Weiterentwicklung

Vor einem Jahr startete das Mentoring-Programm des Landesausschusses Gleichstellung im Sport (damals: Frauen im Sport). Neun jungen Frauen, die in ehrenamtliche Arbeitsbereiche einsteigen wollten, wurde jeweils eine erfahrene, im Ehrenamt verankerte Person an die Seite gestellt, die ihr Wissen, ihre Erfahrung und auch ihre Kontakte weitergeben sollte. Damals, am 17. November 2017, stand den Betroffenen die Ungewissheit schier ins Gesicht geschrieben: Mentees und Mentorinnen, die sich bis dahin nicht kannten, ließen sie sich auf ein kleines Abenteuer ein.
Nun, ein gutes Jahr später, fand in der Sportschule des Landessportbundes Hessen die Abschlussveranstaltung statt. Es stellte sich heraus, dass das sogenannte „Matching“, das die stellvertretende Ausschuss-Vorsitzende Rosel Schleicher damals vorgenommen hatte, perfekt passte! Ein Tandem wurde aus persönlichen Gründen vorzeitig aufgelöst, alle anderen Mentees waren sich einig: Die Mentorinnen haben sie in ihrer persönlichen Entwicklung und bei der Ausführung ihrer Projekte maßgeblich unterstützt. Das ihnen geschenkte Vertrauen habe die Mentees in vielen Situationen bestärkt.

Tipps und Unterstützung
Durch Tipps und manchmal auch durch Zureden sei man schneller zu einer Entscheidungsfindung gekommen – und war in der Lage, sich besser durchzusetzen. Die Mentees, die in den meisten Fällen einer Mehrfachbelastung durch Beruf, Familie, Sport und Ehrenamt ausgesetzt waren, führten zudem an, dass sie durch das Mentoring-Programm wesentlich strukturierter an ihre Aufgaben gehen konnten und gelernt hätten, sich auch mal zurückzunehmen. Selbst bei großer räumlicher Trennung (eine Mentorin war berufsbedingt längere Zeit in Rumänien), wurde kein Aufwand gescheut, um regelmäßig in Kontakt zu bleiben. Aber nicht nur die eigene persönliche Entwicklung wurde aufgearbeitet, sondern auch ein Netzplan zur Gewinnung von Schiedsrichtern im Handballsport erstellt, der jederzeit sportartübergreifend verändert werden kann.

Projektarbeiten vorgestellt
Außer dem Rahmenprogramm, das von Anfang an feststand und für die Mentees verpflichtend war, konnten die Tandems die Aktivitäten, das Projekt und auch die gemeinsamen Treffen im Projektjahr selbst gestalten. Diese Tatsache machte auch die Abschlussveranstaltung interessant: Sechs Mentees – zwei waren aus gesundheitlichen Gründen verhindert – stellt dabei ihre Projektarbeit vor.
Die Themen waren sehr vielfältig und reichten von Ehrenamt über sportfachliche Themen bis zur eigenen Entwicklung. So wurde etwa die Situation beleuchtet, ein Ehrenamt ohne zuvor erworbene Qualifikationen auszuüben. Weiter erörterte man die gegenteiligen Perspektiven Ehrenamt vs. Hauptamt. Außerdem wurde immer wieder deutlich, dass der Frauenanteil bei ehrenamtlicher Arbeit an der Basis oftmals sehr hoch ist – was sich jedoch ins Gegenteil umkehrt, je höher die Gremien angesiedelt sind.

Rückblick auf vier Workshops
Projektleiterin Rosel Schleicher freute sich, dass neben Mentorinnen und Mentees auch die Ausschussvorsitzende Beate Schmidt sowie Petra Scheible, die stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Groß-Gerau, und Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, vor Ort waren und mit ihrer Teilnahme Interesse am Mentoring-Programm bekundeten. Schleicher  ließ auch die vier Workshops Revue passieren, die nicht nur für die Mentees gedacht waren, sondern auch Interessierten offenstanden.

Wasserkopf oder Imperium?
Viele Gremien und Organisationen, die es im deutschen Sport gibt, und ihre Aufgaben hatten die Mentees zuvor nicht gekannt. Die Erkenntnis, dass man als Vereinsmitglied quasi auf der untersten Stufe eines gewaltigen Apparates steht, wurde daher eher als ernüchternd erlebt. Leichte Kritik gab es vonseiten der Mentees an den teilweise veralteten Strukturen im lsb h.
Der Idee, sich eher für andere, zeitgemäßer aufgestellte Fachverbände einzusetzen, entgegnete Beate Schmidt: „Resignation und Rückzug sind nicht der richtige Weg! Besser ist, man versucht gemeinsam etwas zu verändern!“ Auch Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, bestätigte, dass sie dieses Gefühl im Laufe ihrer über 25-jährigen Tätigkeit im Präsidium der Sportjugend und des Landessportbundes nicht kennengelernt habe, vielmehr wurde ihr immer der nötige Respekt entgegen gebracht und ihr Veto sehr ernst genommen. Rosel Schleicher ergänzte, dass nur ein gemeinsamer Weg zu den gewünschten Zielen bzw. Ergebnissen führen könne und zitierte: „Ich bin bis hierher gekommen und werde noch weitergehen!“

Impulse zur Motivation
Ein Referat von Marie-Sophie Pulvermacher (ehemals Hindermann) gab den Teilnehmerinnen wichtige Impulse mit  auf den Weg. Die einstige Olympiateilnehmerin im Leistungsturnen und ehemalige Stabhochspringerin erzählte von ihrem sportlichen Werdegang, dem ausnahmslosen Verzicht und den durch den Sport auferlegten Regeln. Sie erläuterte die erforderlichen Werte, die nötig seien, um erfolgreich zu sein, was der Erfolg aus einer Person machen kann und wie man mit Rückschlägen umgehen muss. Pulvermacher trieb die Spannung auf den Höhepunkt und begeisterte die Zuhörer mit ihrem ganz speziellen „Rezept zum Erfolg“.
Bevor Rosel Schleicher zum Abschluss die Zertifikate überreichte, dankte sie den Mentees und den Mentorinnen und honorierte die über das ganze Jahr erbrachten Leistungen. Sie unterstrich noch einmal den positiven Verlauf des Jahres und freute sich, dass die Ziele des Mentoring-Programmes erreicht wurden. Sie wünschte den Mentees viel Erfolg und Spaß für ihren künftigen Werdegang. Den Mentorinnen, die ebenfalls betonten, dass ihnen die Mentoring-Beziehung einen Mehrwert gebracht habe, wünschte sie weiterhin gutes Gelingen.
uh/ib

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Mentoring-Programm 2017/18

Das Mentoring-Programm ist erfolgreich beendet worden. Acht Tandems haben ihre Ziele erreicht. Am 1. Dezember 2018 fand die Abschlussveranstaltung in der Sportschule des lsb h statt.
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Ansprechpartner

Gleichstellung im Sport

Ute Hoyer

GB Frauen im Sport

Tel.: 069 6789-259
Fax: -109
E-Mail: uhoyer@lsbh.de