Vereinsbeispiele

Sportvereine

mit inklusivem Vorbildchrakter


Wir stellen Ihnen verschiedene Verein und ihre Arbeit im Bereich der Inklusion vor:

Kanu-Club Fulda: Gelebte Inklusion im Wildwasserabfahrtsrennen


Seit Jahren können Menschen mit Behinderungen am Kanusport sowohl im Breiten-als auch im Leistungssport teilnehmen. Seit 2015 hat sich der Kanu-Club im Vorstand zur Aufgabe gemacht, Kanusport inklusiv durchzuführen. Dazu wurde ein eigener Vorstandsposten geschaffen und Inklusion in die Satzung neu aufgenommen. Gemeinsam nehmen Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Handicap am Training teil, die sich zumeist aus den umliegenden Behinderteneinrichtungen rekrutieren und von dort von einem Fahrdienst abgeholt werden. Einige trainieren für die Teilnahme an Special Olympics, die von Trainern mit spezieller Ausbildung betreut werden.

Erstmals hat der Verein ein inklusives Rennen durchgeführt, so dass manche Menschen mit Behinderung zum ersten Mal an einem Wettbewerb teilgenommen haben. Die Gemeinsamkeit aller Sportlerinnen und Sportler bei allen Aktivitäten prägen nun das  Vereinsleben.
 

Verein für Fitness und Schwimmsport in Rödermark: Sport für alle


Seit der Gründung im Jahre 2003 lautet das Vereinsmotto des Vereins für Fitness und Sport in: "Sport für Alle“. Im Jahr 2015 hat der Vorstand in seiner Zukunftswerkstatt beschlossen, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu fördern und dies in den Leitlinien des Vereins zu verankern und ein neues Amt für Inklusion ein zu richten. Seitdem lautet das neue Motto: “Sport für Alle mit und ohne Handicap“.

Sowohl im Leistungs-als auch im Breitensport starten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in Schwimm- Wettkämpfen. Die umliegenden Grundschulen werden von speziell ausgebildeten Trainern im Schulschwimmunterricht unterstützt, damit Kinder mit Handicap inklusiv das Schwimmen lernen können. Ohne diese Unterstützung wäre dieser Unterricht kaum möglich. Für Mitglieder und Eltern ist gemeinsames Training bereits Normalität. Ein weiteres Engagement des Vereins wird leider durch fehlende Trainingszeiten blockiert.
 

Integrationssportverein Stadt und Landkreis Kassel: „Zusammen sind wir stark“


Der Integrationssportverein Stadt und Landkreis Kassel hat sich in seinem Gründerjahr 1993 die Aufgabe gemacht, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung die Möglichkeit zu bieten gemeinsam mit Nichtbehinderten Sport zu treiben. Unter dem Motto:“ Zusammen sind wir stark“ entstanden sechs inklusive Gruppen, die von den Teilnehmern aktiv mitgestaltet werden.

In Kooperation mit Hort, Grundschulen, Frühförderstellen und Behinderteneinrichtungen entwickelten sich die Gruppe „Sportfun“, die Gruppe „Bewegung Kunterbunt“ für Vorschulkinder und das Fußballprojekt „Die Bolzköppe“ für Jungen und Mädchen. Durch die Beteiligung am GIB-Projekt mit dem Landessportbund Hessen und weiteren Partnern im Landkreis Kassel konnten neue Mitglieder gewonnen werden. Die ausgebildeten Übungsleiter und Trainer bringen ihre Jahre lange Erfahrungen in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen in das Projekt ein.
 

Sportgemeinschaft Blista Marburg: Inklusive Landesliga-Mannschaft Judo


Mit seinem Projekt einer“ inklusiven Landesliga-Mannschaft“ möchte der Mehrspartenverein Sportfreunde Blau-Gelb Marburg mit der Abteilung Judo die Selbstverständlichkeit des gemeinsamen Wirkens von sehbehinderten mit normalsehenden Mannschaftsmitgliedern fördern und Vorbild für andere Vereine sein. In einem Liga-Team der Landesliga wurden Nachwuchssportler mit Sehbehinderung inklusiv eingebunden. Der Verein ermöglicht der Schulmannschaft der Blindenstudienanstalt am Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ teil zu nehmen.

Sehbehinderte wirken bei allen Vereinsaktivitäten mit, sind im Abteilungsvorstand vertreten und werden als Trainer qualifiziert. Seit Jahren besteht eine intensive Kooperation mit der Sportgemeinschaft Blista Marburg, dem Hess. Judoverband und dem Hess. Behinderten-und Rehabilitationsverband. Eltern unterstützen das inklusive Training aus sozialen und pädagogischen Gründen; dadurch beteiligen sich zunehmend auch normalsehende Judoka.
 

Wassersport Vereinigung Cassel 1919: „Freiheit im Kanusport“


Auslöser für das inklusive Angebot der Wassersportvereinigung Cassel 1919 in der Sportart Kanu war das Projekt GIB(Gemeinsam in Bewegung), das in Kooperation mit der Ambulanten Hilfe im Alltag e.V., dem Landessportbund Hessen und weiteren Partnern aus dem Landkreis Kassel 2015 initiiert wurde. Durch das Projekt erhielt der Verein Kontakt zu Behindertenhilfe-Einrichtungen. Darüber hinaus besteht seit vielen Jahren eine inklusive Schwimmgruppe der Schwimmabteilung des Vereins.

Barrierefreiheit ist grundsätzlich selbstverständlich. Seit 2015 hat der Verein als erster  eine inklusive Kanufreizeitgruppe ins Leben gerufen. Es konnten geeignete Boote angeschafft werden, sodass Mitglieder ohne Boot außerhalb der normalen Trainingszeiten Kanutouren unternehmen konnten. Mit dieser Initiative wurden anfängliche  Berührungsängste auf beiden Seiten abgebaut. Behinderte Menschen genießen im Boot eine neue Form von Freiheit.
 

TSV Klein- Linden: Fußball-Mannschaft für Menschen mit „intellektuellen Defiziten“


Als erster und einziger Verein im Landkreis Gießen betreut der TSV Klein- Linden ein fußball-Team für Menschen mit intellektuellen Defiziten mit 30 Spielerinnen und Spieler von 14 bis 45 Jahren. Das Training findet wöchentlich inklusiv statt; geplant ist modellhaft mit dem HBRS eine inklusive Fußballspielrunde in Hessen, die vom Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport unterstützt wird. Es wurde eine Inklusionsabteilung gegründet mit einem 6-köpfigen Betreuerteam; alle Behinderten beteiligen sich und unterstützen die Aktivitäten des gesamten Vereins sowohl in der Betreuung der Fußballmannschaften, Veranstaltungen, der Platzpflege als auch bei der Abnahme des Sportabzeichens.

Der Verein kooperiert mit Schulen für geistige  Entwicklung, weitere Behinderteneinrichtungen und anderen umliegenden Vereinen. Einige Spieler mit Handicap konnten in Mannschaften der „normalen“ Spielrunde integriert werden. Das Engagement erfährt Anerkennung in den andern Abteilungen des Vereins sowie in der Öffentlichkeit durch die Verleihung von Auszeichnungen.
 

Turn-und Sportfreunde Heuchelheim: Das schnellste Rückschlagspiel inklusiv


Die Tischtennisabteilung des TSF Heuchelheim hat im Jahr 2015 eine Behindertensparte gegründet. Der Impuls ging vom Vereins-und gleichzeitig Landestrainers für Tischtennis für Behinderte sowie der Vorbereitung und Ausrichtung der Deutschen Tischtennismeisterschaft für Behinderte in Heuchelheim aus. Bereits ausgeschiedene Erkrankte stiegen wieder trotz ihrer Behinderung  in den Sport ein, junge neue Menschen mit Behinderung wurden motiviert und trainieren jetzt gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern.

In den Tischtennismannschaften sind nichtbehinderte und behinderte Sportler gemeldet. Bei der Ausrichtung von Meisterschaften für Behinderten helfen Nichtbehinderte aus anderen Abteilungen mit. Der inklusive Ansatz seit Gründung der Behindertenabteilung hat  ein Umdenken  bei den Vereinsmitgliedern bewirkt.
 

Alpenverein Sektion Wiesbaden: „Hochhinaus“ mit dem Alpenverein


Mit Gründung der Gruppe „hochhinaus“ bietet der Alpenverein Sektion Wiesbaden seit 2015 in einer Kletterhalle für behinderte und nichtbehinderte Kinder und Erwachsene Kletterkurse inklusiv an. Dazu wurde die Sicherheit verstärkt, besondere Hilfsmittel geschaffen und die Betreuung erhöht. Die Konzeption wurde mit einem behinderten Menschen erstellt. Das Helfen untereinander wird „großgeschrieben“ und bereitet allen Beteiligten viel Spaß und Erfolgserlebnisse.

Es besteht eine gute Kooperation mit dem Kletterhallenbetreiber, den Therapeuten und Erziehern sowie Sozialpädagogen, die während der Kurszeiten unterstützen. Durch die Öffentlichkeitsarbeit konnten mittlerweile 20 motivierte neue Teammitglieder gewonnen werden. Klettern inklusiv hat im Verein einen hohen Stellenwert erlangt, so dass neue Ideen wie z.B. Klettern im Fels und Bau einer eigenen Kletterwand im Focus stehen.
 

Die TG Rüdesheim: Gelebte Inklusion sportartübergreifend


Seit dem Bau der „Halle für Alle“ der TG Rüdesheim im Jahre 2009 gibt es ausreichend Zeiten um spezielle Angebote für inklusive Sportgruppen anzubieten. Durch die Kooperation mit örtlichen und mittlerweile auch umliegenden Behinderteneinrichtungen und Schulen sowie Eltern und Lehrer gibt es 10 unterschiedliche inklusive Bewegungsangebote für Kinder im Vorschulalter bis zu den Erwachsenen und älteren Menschen. Teilweise besuchen Behinderte nach einer gewissen Zeit ganz „normale“ Kurse für Menschen ohne Behinderung. Ob Tanzen, gemeinsam Klettern, Fußball-einfach Kicken, Zumba oder Skifreizeiten; alle Maßnahmen können von Menschen unterschiedlicher Behinderungsart ausprobiert werden.

Alle Initiativen und neue Ideen entstehen gemeinsam mit den Übungsleitern und den behinderten Menschen. Es steht nicht das Gewinnen im Vordergrund sondern die Motivation des Mitmachenkönnens um freudvolle Erfahrungen zu sammeln. Zur Betreuung stehen Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren zur Verfügung, die z.T. eine ÜL-Ausbildung absolvieren. Sie werden aus Sportleistungsgruppen des Gymnasiums rekrutiert und erhalten dazu einen Vermerk in ihren Zeugnissen.
 

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Ansprechpartner

Inklusion im Sport

William Sonnenberg

Referent

Tel.: 069 6789-233
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E-Mail: wsonnenberg@remove-this.lsbh.de