Pressemeldung

Landessportbund verleiht Heinz-Lindner-Preis

Acht hessische Sportvereine sind am Wochenende in Frankfurt mit dem Heinz-Lindner-Preis des Landessportbundes Hessen ausgezeichnet worden. Der Preis, der an den ersten Vorsitzenden der Dachorganisation des hessischen Sports, Heinz Lindner, erinnert, ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und richtet sich in diesem Jahr an Sportvereine, die im Bereich Gesundheitssport und/oder Integration aktiv sind.

74 hessische Sportvereine hatten sich für den Preis beworben. Preisstifter ist von Anbeginn des Wettbewerbs die Firma „Himmelseher Sportversicherungen weltweit“. Seit 2017 beteiligen sich zudem das Hessische Ministerium des Innern und für Sport sowie das Hessische Ministerium für Soziales und Integration als Preisgeber.

Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen, gab im Interview mit Moderatorin Julia Nestle einen Überblick über die 40-jährige Geschichte des Heinz Lindnder Preises und betonte die Wichtigkeit solcher Auszeichnungen. „Am Anfang hatten wir zehn Bewerbungen und einen Preisträger“, blickte er zurück, „heute hat sich das Preisgeld vervielfacht und wir ehren heute acht Vereine für ihre beispielhafte Arbeit“.
Jens-Uwe Münker, Abteilungsleiter Sport im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport betonte die Bedeutung des Breitensports und hob insbesondere den Gesundheitssport und die Integrationsarbeit des Sports hervor: „Gesundheitssport und Integration sind einerseits Impulsgeber für die Vereine, andererseits bin ich immer wieder positiv überrascht, wenn ich sehe, das Vereine in diesen Bereichen oft schon viel weiter sind als die Fachverbände oder auch die Politik. Es freut mich, dass viele Vereine die Bedeutung dieser Themen inzwischen erkannt haben“.
Voll des Lobes war auch Referatsleiter Wolfgang Schmidt-Rosengarten vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Er betonte, dass sein Ministerium ganz stark daran interessiert sei, den Präventionsgedanken zu unterstützen. „80 Prozent der ‚Krankheitslast‘ betreffen nicht ansteckende Krankheiten und fast allen diesen Krankheiten ist gemeinsam, dass Bewegung hilft. Allein deshalb ist es für uns wichtig, bewegungsfördernde Organisationen wie die Sportvereine zu unterstützen“.
Ralf-Rainer Klatt, Vizepräsident Sportentwicklung des Landessportbundes betonte, wie schwer es inzwischen für die Preis-Jury sei, die Arbeit der einzelnen Vereine einzuordnen. „Früher bestand eine Bewerbung aus drei Schreibmaschinen-Seiten, heute haben die Bewerbungen, auch durch die heutigen technischen Möglichkeiten, eine Qualität, die uns als Jury vor echte Herausforderungen stellen.“

Aktuelle Bilder zu der Veranstaltung können Sie aus unserer Web-Datenbank unter folgendem Link herunterladen: http://yourls.lsbh.de/heinz-lindner-preis
Bildunterschriften zu den Fotos finden Sie in den Dateiinformationen.

 

Ausgezeichnete Vereine bis 500 Mitglieder
Die Preisträger:
1. Platz (2.500 Euro)
    Wydad Budo-Fitness FfM e.V.  Raunheim (104 Mitglieder)
Jugendliche Migranten für den (Kampf)sport begeistern
Der noch recht junge Verein Wydad Budo-Fitness wurde 2016 gegründet. Er hat inzwischen 104 Mitglieder und bietet Breiten- und Leistungssport für Teakwondo und Kickboxen. Hinzu kommen Kurse für Ausdauer, Herz-Kreislauf, Yoga, Selbstverteidigung und Capoeira.
Der Verein hat einen hohen Anteil an Mitgliedern mit Migrationsgeschichte. Seine Mitglieder kommen ebenso wie Vorstand und Trainer/-innen aus den unterschiedlichsten Ländern. Der Verein, der von sich sagt  “wir sprechen deutsch, arabisch, englisch, spanisch, französisch, portugiesisch und türkisch“ ist seit 2018 Stützpunktverein für Integration durch Sport.
Bei seiner Arbeit legt der Verein großen Wert auf gut ausgebildete Übungsleiter/-innen. Dies gilt sowohl für die sportartspezifischen Ausbildungen, als auch für Aus- und Fortbildungen im Bereich Breitensport, Inklusion und Integration.
Insbesondere setzt der Verein auf ausgebildete Assistenztrainer aus den Reihen seiner jungen Sportler, die so schon als Schüler in das Trainingsgeschehen mit eingebunden werden. Für dieses Engagement ist Wydad Budo Fitness in der Gruppe 1 der Vereine bis 500 Mitglieder mit dem 1. Preis und 2.500 Prämie ausgezeichnet worden

1.Platz (2.500 Euro)
    SV Kirchvers e.V. (360 Mitglieder)
Von der Damengymnastikgruppe zum Gesundheitssport für alle
1967 als Damengymnastik-Gruppe mit 47 Mitgliedern gestartet, hat sich der SV Kirchvers in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einem wichtigen Faktor im Dorfleben entwickelt. Von den 1.000 Einwohnern von Kirchvers sind 360 Mitglied im Sportverein. Dem komplett weiblichen Vorstand des SV Kirchvers ist es gelungen, mit Gesundheitssportangeboten, Lauftreff, Kinderturnen, Volleyball, Gymnastik, Yoga und zertifiziertem Reha-Sport ein attraktives Sportangebot zu entwickeln, das von den Mitgliedern gut angenommen wird. Hilfreich hierbei waren Umfrageaktionen des Vorstandes, durch die neue oder veränderte Angebote entstanden.
2017 weihte der Verein sein neues Mehrzweckgebäude ein und schuf damit ein „Haus der Begegnung“ mit Bolz- und Volleyballplatz mitten im Ort. Die starke Einbindung ins Dorfleben zeigt sich auch beim Backfest, das der Verein seit über 20 Jahren gemeinsam mit der örtlichen Burschenschaft am 1. Mai organisiert oder dem Kirchverser Kinderfasching, der bereits 1968 seine Premiere hatte. Für seine Arbeit erhält der SV Kirchvers in der Gruppe 1 ebenfalls den 1. Preis und gewinnt 2.500 Euro für die Vereinskasse.


3. Platz (1.000 Euro):
    KSC Bensheim e.V. (227 Mitglieder)
Boxen als Therapie für Kinder und Erwachsene in kultureller Vielfalt
Der 3. Platz und eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro geht an den Kampfsportclub Bensheim. Der KSC Bensheim bietet leistungs- und breitensportliches Boxen, Kickboxen, und verschiedene Fitness-Programme an. Dabei wendet er sich speziell an Kinder, Ältere und Menschen mit Migrationsgeschichte.
Die Zahl der Kinder unter zehn Jahren liegt bei ca. 70, mit der Ü60-Gruppe konnte eine komplett neue Altersgruppe erreicht werden. Hinzu kommt therapeutisches Boxen für ADHS-Kinder und therapeutisches Boxen für Erwachsene mit psychischen Problemen. Mit diesen Angeboten erreicht der Verein Menschen, die in der Regel sonst keinen Zugang zum Vereinssport haben.
Auch der KSC Bensheim setzt auf qualifizierte Übungsleitungen und hat darüber hinaus inzwischen rund 70 Trainer/-innen aus dem gesamten Bundesgebiet im Bereich „Therapeutisches Boxen ADHS“ ausgebildet. Der Verein kooperiert mit drei Bensheimer Schulen und bietet dort Sportförderunterricht in Schul-AGs an. Er kooperiert mit Jugend- und Schulpsychologen und arbeitet eng mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt Bensheim zusammen. Für dieses Engagement wird der KSC Bensheim mit dem 3. Platz ausgezeichnet.
Vereine bis 1.500 Mitglieder
1. Platz (2.500 Euro)
    Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden (698 Mitglieder)
Judo für alle Kinder in Wiesbaden
Ein flächendeckendes Judo-Angebot in allen 26 Wiesbadener Vororten, für alle 10.000 Wiesbadener Schüler, egal welcher Herkunft oder aus welchem sozialem Umfeld, an 38 verschiedenen Grundschulen einzurichten, das ist das erklärte Ziel des Judo-Clubs Kim-Chi Wiesbaden. Besonders sozial benachteiligte Familien und Kinder mit Migrationshintergrund sollen von diesem Projekt profitieren. „Wir wollen Integration durch Sport. Judo, mit seinen Judowerten ist dafür die perfekte Sportart“, schreibt der Club in seiner Bewerbung. Inzwischen bietet der Verein in 24 Wiesbadener Grundschulen und 15 Kitas Judo an.
Dieses Engagement zahlt sich auch mit Blick auf die Mitgliederstatistik aus: 2004 hatte der Verein 100 Mitglieder, 2011 waren es schon viermal so viele, aktuell verzeichnet Kim-Chi 702 Mitglieder und weitere 1.500 Kinder, die ohne Mitgliedschaft an den Judo-Projekten an den Kitas und Schulen teilnehmen.
Der Verein setzt bei seiner Arbeit ganz stark auf Zusammenarbeit. Neben der Zusammenarbeit  mit der Sportjugend Hessen im Bereich Integration durch Sport (IdS) zählen auch  das Amt für soziale Arbeit der Stadt, das Schulamt, der Bundesverband für Gewaltprävention, die Initiative „Kinder stark machen“, weitere Organisationen sowie 24 Wiesbadener Grundschulen und 15 Wiesbadener Kitas.
Für dieses umfangreiche Engagement belegt der Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden den ersten Platz und eine Prämie in Höhe von 2.500 Euro.
2. Platz (1.500 Euro)
    TSV Friedberg Fauerbach e.V. (822 Mitglieder)
Ein Vierteljahrhundert für Prävention und Rehabilitation im Gesundheitssport
Der TSV Friedberg Fauerbach bietet bereits seit 25 Jahren Gesundheitssport an. Hierzu zählen: Koronarsport, Reha-Sport Orthopädie, Reha-Sport Schwimmbad, Frauengymnastik, Sport und Tanzen, Osteoporose Sport und einige weitere mehr. Alle Reha-Sportangebote des Vereins sind zertifiziert und die Übungsleiter/-innen besitzen die entsprechenden Qualifikationen. Der Verein kooperiert mit Ärzten, Physiotherapeuten, orthopädischen Fachgeschäften, der Stadt Friedberg sowie dem Wetteraukreis und hat sich als Anbieter von Gesundheitssport etabliert.
Die Anzahl der Gesundheitssportkurse hat sich in den vergangenen 8 Jahren aufgrund der großen Nachfrage verdoppelt. Rund 200 Menschen mit ärztlicher Verordnung treiben aktuell beim TSV Sport, davon haben gut die Hälfte einen Migrationshintergrund. Erfahrungsgemäß werden davon 20 Prozent Mitglied im Verein und bleiben dauerhaft dabei.
Für seine umfangreichen Aktivitäten rund um den Gesundheitssport wird der TSV Friedberg Fauerbach mit dem 2. Platz des Heinz-Lindner-Preises und einer Prämie in Höhe von 1.500 Euro ausgezeichnet.

3.Platz (1.000 Euro)
    SV Weiskirchen 1893 e.V. (1.102 Mitglieder)
Senioren-Offensive und neue Sportart in Folge der Flüchtlingswelle
„Wir als Verein stellten fest, dass immer mehr Menschen jeden Alters fit bleiben wollen. Und dieses möchten sie nicht alleine gestalten“, heißt es in der Bewerbung des SV Weiskirchen zum Heinz-Lindner-Preis. Seit 2013 gibt es dort Gesundheitssportangebote, seitdem ist die Zahl der Mitglieder um 200 gestiegen. Insbesondere im Sport für Ältere ab 60 Jahren und im Sport für körperlich eingeschränkte Menschen engagiert sich der Verein besonders erfolgreich.
So gibt es für „fitte“ Senioren individuelle Trainingsmöglichkeiten an Kraftsportgeräten, aber auch die „Hockergymnastik“ für hochaltrige Menschen mit Einschränkungen wird ebenso nachgefragt, wie die Kurse zum Thema „Sturzprophylaxe“. Die Mehrzahl der Gesundheitssportangebote des Vereins sind zertifiziert.
Darüber hinaus ist der Verein auf dem Feld der Integration sehr aktiv. Der SV Weiskirchen ist Stützpunktverein Integration durch Sport (IdS), einer seiner Trainer ist Sport-Coach und in der neu gegründeten Abteilung „Shooting Volleyball“ sind über 30 Sportler, meist mit pakistanischen Wurzeln, aktiv. Viele Migranten haben sich in den verschiedenen Abteilungen integriert und konnten inzwischen auch für aktive Arbeit als Trainer- oder Übungsleiter/-innen gewonnen werden.
Die Jury des Heinz-Lindner-Preises hat diese Arbeit gewürdigt und den SV Weiskirchen mit dem 3. Platz und einer Prämie in Höhe von 1.500 Euro ausgezeichnet.


Vereine über 1.500 Mitglieder)
1.Platz (2.500 Euro)
    Turnverein 1891 Babenhausen  e.V. (1.808 Mitglieder)
30 Jahre Gesundheitssport: Ein Erfolgsprojekt

1990 startete der TV Babenhausen bereits mit Gesundheitssport, am Anfang stand der Herzsport. Inzwischen gibt es zwei Herzsportgruppen, fünf Reha-Sportgruppen „Orthopädie“, Sport nach Krebs, Sturzprophylaxe für die Altersgruppe 60 plus und vieles mehr. Alle Angebote werden von qualifizierten Übungsleiter/-innen geleitet, die zum Teil die unterschiedlichsten Fachausbildungen besitzen. Die Gesundheitssportangebote sind zertifiziert.
13 Übungsleiter/-innen haben einen Migrationshintergrund (u.a. Hip-Hop, Fitness, Basketball, Reha-Sport, Ganzkörperschulung, Physiotherapie). Menschen mit Migrationshintergrund engagieren sich als Abteilungsleiter, sind im Gesamtvorstand, oder nehmen am Kaffeeklatsch für Ältere teil.
De Verein engagiert sich auch sozial für Geflüchtete: Er leistet Hilfe und begleitet bei der Arbeitssuche; unterstützt bei der Kommunikation mit dem Landratsamt und unterstützt bei der Beantragung von Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes. Der TV Babenhausen ist mit nahezu allen Akteuren aus den Bereichen Gesundheitssport und Integration vor Ort und überregional bestens vernetzt und engagiert sich in verschiedensten Kooperationen.
Für seine vielfältige sportliche aber auch soziale Arbeit gewinnt der TV Babenhausen den 1. Platz beim Heinz-Lindner-Preis und erhält eine Prämie in Höhe von 2.500 Euro.

2. Platz (1.500 Euro)
    Jügesheimer Sport- und Kulturverein 1888 e.V. (2828 Mitglieder)
Den Verein mit Rehabilitationssport stärker machen

Gesundheitssport über alle Lebensphasen zu fördern, ist dem Jügesheimer Sport- und Kulturverein 1888 e.V. ein wichtiges Anliegen. Insbesondere im etablierten Seniorensport wurde dieser Ansatz positiv aufgenommen und dadurch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefördert. Nach der Fusion der Vereine TGS und TGM SV Jügesheim im Jahr 2016 richtete der Verein ein besonderes Augenmerk auf die Zielgruppe „ältere“ und „passive“ Mitglieder. An dieser Stelle hat der Reha-Sport eine wichtige Rolle gespielt.
Gesundheitssport und Präventionssport-Kurse gibt es in Jügesheim bereits seit 1991, Reha-Sport seit 2012. Sport mit behinderten Erwachsenen seit 2013, Sport mit behinderten Kindern seit 2016.
Zu den wöchentlich angebotenen Stunden kommen bereits seit 1998 Erholungsangebote in Form von Freizeitwochen hinzu. Hierzu zählen Sportgesundheits-Wochen in Bad Hofgastein, seit 2014 eine Kurwoche im Heilbad Piestany/Slowakei/ und seit 2018 eine Erholungswoche in Bad Orb.
Mit den drei Säulen Allgemeine Gesundheitsförderung, Präventionssport in Kursform und Reha-Sport nach ärztlicher Verordnung ist es gelungen, die Gruppe der 30 bis 50-Jährigen gezielt anzusprechen und so die Teilnehmerzahlen spürbar zu erhöhen. Der Jügesheimer Sport- und Kulturverein 1888 wird für diese Arbeit mit dem 2. Platz des Heinz-Lindner-Preises und einer Prämie von 1.500 Euro ausgezeichnet.

 

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