Pressemeldung

- Europaspiele: 15 Athletinnen und Athleten aus hessischen Vereinen am Start

„Sport darf sich nicht instrumentalisieren lassen“

Bei den am Freitag beginnenden Europaspielen im weißrussischen Minsk gehen 15 Athleten an den Start, die für einen hessischen Verein antreten. Dies teilt der Landessportbund Hessen (lsb h) mit. In Bezug auf den Austragungsort äußert sich Landessportbund-Präsident Dr. Rolf Müller kritisch: „Es passt nicht zusammen, dass wir unsere Spitzenathleten in ein Land schicken, in dem die Werte wenig zählen, die wir Tag für Tag in unseren Sportvereinen leben und vermitteln. Weißrussland ist autokratisch geprägt, die Menschenrechtslage ist sehr kritisch und es gibt Verstöße gegen bürgerliche Rechte, etwa die für uns sehr wichtige Versammlungsfreiheit.“  

Den 149 deutschen Athletinnen und Athleten wünscht Müller trotzdem einen erfolgreichen Verlauf. Schließlich dienen die Europaspiele zum Teil als Qualifikationswettkampf für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. „Von den Athleten einen Boykott zu verlangen, wäre deshalb nicht realistisch“, so Müller. Eine kritischere Haltung hätte er sich aber von den internationalen und nationalen olympischen Verbänden gewünscht. „Wer eine solche Veranstaltung an Staaten wie Weißrussland – oder bei der ersten Auflage an Aserbaidschan – vergibt, muss mit dem Vorwurf leben, der Sport lasse sich von autokratischen Regimen benutzen. Ich hätte mir auch vom DOSB ein klares Votum gegen Minsk und damit für die Werte und ethischen Grundpositionen gewünscht, für die der Sport in Deutschland meiner Meinung nach steht“, so Müller.

Der Landessportbund-Präsident kritisiert etwa, dass im Ausrichterland nach wie vor Menschen hingerichtet, die Pressefreiheit eingeschränkt und Oppositionelle unterdrückt werden. Weißrussland gelte zudem als bitterarmes Land. „Wenn in so einem Land 100 Millionen Euro für ein Sportereignis ausgegeben werden, kommt dies dem Ansehen des Sports vor Ort nicht zugute“, ist Müller überzeugt. Er appelliert deshalb, die Vergabepraxis künftig stärker an den Werten des Sports zu orientieren. „Das muss die Lehre aus Minsk sein.“

Für die Athleten hofft er dennoch auf gute Zuschauerresonanz. Aus den hessischen Vereinen sind am Start: Janine Meißner (BSC Hochtaunus, Bogenschießen), Jasmin Jüttner (SC Judokan Frankfurt, Karate), Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar, Leichtathletik), Oskar Schwarzer (TV Groß-Gerau, Leichtathletik), Christopher Hatz (Wiesbaden, Radsport), Alexander Wieczerzak (JC Wiesbaden, Judo), Eduard Trippel (JC Rüsselsheim, Judo), Kubilay Cakici (RWG Mömbris-Königshofen, Ringen), Oliver Geis (St. Hubertus Mengerskirchen/SV Kriftel 1935, Sportschießen), Julian Justus (Sgi Homberg, Sportschießen) Christian Reitz (SV Kriftel 1935, Sportschießen), Doreen Vennekamp (SV Hubertus Hüttengesäß/SV Kriftel, Sportschießen), Andreas Löw (WC Wiesbaden, Sportschießen) und Petrissa Solja (TSV 1909 Langstadt, Tischtennis).

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